Kritik annehmen

Eines der unangenehmsten Dinge für viele Menschen ist es, Kritik anzunehmen. Das bezieht sich in erster Linie auf „negative“ Kritik, aber auch „positive“ Kritik können manchmal schwer anzunehmen sein. Heute möchte ich aber zunächst über erstere schreiben:

Es kann der Vorgesetzte sein, aber auch Freunde, Familienmitglieder oder völlig Fremde. Meistens ist es umso schwerer, die Kritik zu ertragen, je näher uns der Mensch steht. Manchmal ist es aber auch gerade der „Fachmann“, welcher unser Handeln kritisiert und wir fühlen uns von einem Moment zum nächsten völlig aus der Bahn geworfen. Neben der Tatsache, dass jedwedes Gefühl aus Kritik oder unangenehmen Kommentaren völlig richtig ist, verlieren wir manchmal aus dem Augen, dass ein solches Erfahren einen Sinn haben kann.
Statt dessesn verdammen wir den Kritiker für seine Äußerungen oder erkennen ihm die Berechtigung ab, überhaupt in der Lage zu sein, den Sachverhalt zu bewerten. Dennoch wird damit dieses unangenehme, stechende oder dumpfe Gefühl nicht vergehen – im Gegenteil – es wird stärker. Wir können die Kritik nicht annehmen, weil wir glauben, damit einen Teil von uns zu verraten. Wir hatten doch alles durchdacht! Wie kann diese Person wagen, an uns zu zweifeln. Eckhart Tolle* spricht in solchen Zusammenhängen auch vom „Schmerzkörper“, welchen wir alle in uns tragen. Dieser wird exakt durch eine solche Haltung genährt.
Wie aber kann ein solches Erlebnis in etwas Positives gewandelt werden? Etwas dass uns hilft?
Es ist nicht immer leicht, da besteht kein Zweifel. Wenn wir es aber schaffen, die Kritik als eine Chance zu sehen, uns noch genauer zu hinterfragen oder einen anderen Blickwinkel auf den Sachverhalt zu bekommen, ist das unheimlich viel Wert. Hieraus können wir unseren Fokus legen, nicht auf den Schmerz, sondern auf die Ernenntnis. Unsere Aufmerksamkeit bekommt dadurch einen erweiterte Wahrnehmung der Realität. Es ist ein wenig so, als würden unsere Sinne erweitert. Wir haben die einmalige Chance, Dinge zu erkennen, die uns vorher verborgen waren. Dinge, die wir vielleicht nicht sehen wollten, weil wir uns zu sicher waren oder weil wir nicht genau überlegt hatten. Vielleicht wird uns dadurch auch einfach klar, dass wir alles bestens bedacht haben.

Entscheident ist, dass letztlich alle Erlebnisse des Lebens uns die Chance geben, etwas zu entdecken, etwas zu lernen oder etwas weitergeben zu können.

*Eckhart Tolle: „Jetzt! Die Kraft der Gegewart“ erschienen im J. Kamphausen Verlag

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