Alltag & Leben – Die Spiegel unserer Seele?

Immer wieder wenn ich mit Freunden oder auch Klienten spreche, fällt mir etwas auf, dass bei fast jedem Menschen ähnlich zu sein scheint: Wir werden Zeuge eines Ereignisses oder Gesprächs, beziehen es zumeist negativ bewertet auf uns und schon hat sich so unsere Laune (weiter) abwärts bewegt.
Zum Beispiel erzählte mir neulich mein lieber Freund Dirk, dass er immer mal das Gefühl habe, allein zu sein. Er hatte beispielweise neulich ein wundervolles Wochenende  mit netten Menschen verbracht. Als ihn dann am Montag der Alltag zurück hatte, überkam ihn das Gefühl, in ein Loch zu fallen. Er fühlte sich allein, ausgeschlossen und verloren.
Kurze Zeit danach – wie eigentlich jeden Montag – ging er in seinem Sportverein in einen Entspannungskurs. Es waren ca. 10 Menschen in diesem Kurs, außer ihm nur ein weiterer Mann – Thomas. Zum Ende der Stunde erzählte die Lehrerin der Gruppe noch von ihrer neuen Tanzausbildung. Da es darin speziell um weibliche Energien ginge, würden die Männer leider nicht teilnehmen können. Sie plane aber auch noch andere Tanzkurse anzubieten. An denen könne Thomas dann auch teilnehmen.
Dirks Gedanken fingen an sich zu drehen: „Thomas? Wieso nur Thomas? Warum hat sie mich ausgeschlossen? Hab ich etwas falsch gemacht? Mag sie mich nicht mehr? Will sie mich nicht mehr in ihrem Kurs haben? Wir hatten uns doch in all den anderen Stunden immer so gut verstanden? Was ist denn nur auf einmal falsch an mir?“
Dirk nahm seinen (Un-)Mut zusammen und fragte nach: „Ich darf also nicht teilnehmen?“ Und die Antwort lautete: „Doch natürlich, entschuldige, ich hatte nur Thomas erwähnt, weil er gerade hier neben mir sitzt.“
Die Situation ergab also zunächst, dass all das negative Denken im Kreis völlig übersteigert war. Aber nicht nur das. Dirk wurde beim Verlassen des Vereinsgebäudes prompt eine Sache klar: Er hatte den ganzen Tag dieses unschöne Gefühl, allein und ausgeschlossen zu sein in sich getragen. Er hatte es mitgenommen in den Entspannungskurs und das Leben hatte ihm nun ein wunderbares Geschenk gemacht:
In der erlebten Situation konnte er erkennen, dass der dieses Gefühl von Alleinsein loslassen kann. Es ist Teil von ihm, ja, aber es muss nicht sein Handeln bestimmen. Seine allwöchentliche Beschäftigung hat ihm gespiegelt, was er selbst mit in die Situation brachte und sein Bewusstsein darüber gestärkt. Dirk konnte nun klar werden, dass er es selbst in der Hand hat, an dem Gefühl des Alleinseins festzuhängen, es weiter nach außen zu tragen und damit immer wieder solchen „unangenehmen“ Spiegelungen zu begegnen oder aber es für den Moment zu akzeptieren und es als Teil seines Wesens zu umarmen – ohne Drama und ohne eine Bewertung.

Das Leben erinnert uns durch Spiegelungen immer wieder daran – nicht nur in unangenehmen, unschönen Momenten. Auch im Glück und in der Freude. Wenn wir diesen Chancen die nötige Aufmerksamkeit entgegen bringen, werden sie uns helfen in jedem Moment das Glück und die Perfektion zu finden.

P.S.: Namen und Begebenheiten sind natürlich abgewandelt und teilweise frei erfunden. 😉

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