Vermissen

Manchmal ist es der Partner bzw. die Partnerin, welche/r gerade nicht bei uns sein kann. Es kann aber auch ein Familienmitglied sein, welches weit von uns entfernt lebt oder ein guter Freund, der sich entscheidet, eine lange Weltreise zu machen. Es kann sogar eine Kollegin sein, die einfach nur in eine andere Firma wechselt oder ein Vereinsmitglied, welches sich aus privaten Gründen zurückzieht oder natürlich der Tod eines nahestehenden Menschen.
Je nach dem, wie eng wir uns mit diesem Menschen verbunden fühlen, kann dann eine Leere entstehen. Wir begreifen sie oftmals als eine Leere im Herzen, denn es tut uns dort besonders weh, sofern sich unsere Empfindungen als Schmerz zeigen. Oder es ist dieses dumpfe Gefühl in der Bauchgegend, welches uns sagt: „Da stimmt etwas nicht!“ Diese Leere kann uns zeitweilig großes Leid bescheren und manchmal schaffen wir es einfach nicht, den Schmerz zu überwinden. In unserem Kopf kreisen die Gedanken und wie in großen Wellen bricht der Schmerz immer wieder über uns herein. Er reißt uns hinaus in einen dunklen Ozean. Dieser Ozean erscheint uns so riesig groß und unüberwindbar. Wir suchen nach festem Boden, etwas das uns Sicherheit geben könnte. Doch weder unsere Augen sehen das ersehnte Land am Horizont, noch können unsere Füße den Meeresgrund spüren. Es ist nur kalt und ungemütlich. Wir kämpfen weiter und merken, dass unsere Kräfte nachlassen, wir bäumen uns weiter auf. Aus lauter Verzweiflung verbrauchen wir all unsere Energie bis wir irgendwann nicht mehr können und im Ozean versinken. Es ist ein Ozean aus Trauer, Verzweiflung und Pein.
Wenn uns eine Welle hinauszieht in diesen Ozean könnten wir uns auch einfach diesem Sog hingeben. Annehmen, was da gerade mit uns passiert. Uns auf der Wasseroberfläche treiben lassen. Sowohl den Sturm hinnehmen, welcher um uns tobt, aber anschließend auch die wärmenden Sonnenstrahlen genießen, welche vom Himmel auf uns herabscheinen. Ja, das Wasser um uns herum ist immer noch kalt und unangenehm, aber wir spüren immer wieder auch die wärmende Sonne. Geben wir uns dem Rhythmus der Wellen hin und kämpfen nicht dagegen an können wir spüren, dass wir uns in einem wiegenden, fast beruhigenden Fluss befinden. Schmerz ist noch da, aber er umfließt uns einfach nur. Wir werden nicht hinuntergezogen in die Tiefe. Wir werden nicht von den sich aufbäumenden Wellen überschwemmt. Wir fließen einfach auf ihnen, den Blick auf die Sonne gerichtet. Der Ozean beruhigt sich vielleicht sogar völlig und wir können uns genussvoll treiben lassen. Selbst wenn jetzt noch einmal ein kleiner Sturm losbricht, erscheint uns dieser schon nicht mehr so schlimm. Und irgendwann haben wir innere Kraft gesammelt. Wir schauen uns um und erkennen, dass dort wieder Land in Sicht ist. Dass uns der wogende Schmerz zurückgeführt hat an eine Stelle, an der wir ihn verlassen können. Wir atmen tief durch. Unsere Kraft ist da. Es ist eine sanfte Kraft. Nicht die, die ums Überleben kämpft. Wir schwimmen achtsam in die Richtung, die uns den Boden unter den Füßen zurückgeben wird. Der Ozean kämpft nun nicht gegen uns. Mit seiner Strömung unterstützt er diesen letzten Teil einer Reise. Es dauert möglicherweise ein wenig länger als gedacht, denn aus dem Ozean heraus konnten wir die Entfernungen nicht richtig abschätzen. Doch irgendwann spüren unsere Füße den weichen, feinen Boden und wir treten heraus aus dem Schmerz.
Wie schaffen wir es aber, uns im Schmerz nicht zu verlieren, nicht in ihm zu versinken, sondern stattdessen in ihm zu fließen, bis er uns wieder gehen lässt? Wenn uns ein nahestehender Mensch verlässt, können wir in unserem Leid tief in unser Ego abtauchen. Das Ego wird uns dabei immer sagen, wie schlimm das alles ist und wie schrecklich uns das Schicksal nun wieder mitgespielt hat. Das Ego mag diesen Verlust nicht. Es will besitzen und festhalten an allem. Es kann sich nur sehr schlecht mit Veränderung abfinden. Etwas das es nicht kennt, verabscheut es förmlich. Genau hierin liegt das Leiden. Wenn wir mit aller Macht versuchen, am Alten festzuhalten, obwohl es längst nicht mehr existent ist, werden wir in unseren Schmerz immer tiefer hineinsinken und begeben uns in eine Spirale, die nur schwerlich verlassen werden kann. Sind wir aber bereit, unser Ego ein wenig beiseite zu schieben, können wir die Situation annehmen. Wenn wir sie annehmen, spüren wir zwar immer noch die Leere im Herzen und auch in der Bauchgegend, aber der Kopf wird ruhiger und die Wellen flachen schneller ab. Und indem wir uns auf ihnen treiben lassen, stellen wir fest, dass es trotz einer physischen Trennung gar keine wirkliche Trennung gibt.
Das Bildnis des Ozeans beschreibt, wie alles miteinander verbunden ist. Die Wassermoleküle an unserem Körper sind trotz großer Entfernung auch in steter Verbindung mit Wassermolekülen die Hunderte, Tausende, ja sogar Zehntausende von Metern entfernt sind. Wenn wir dann aus dem Ozean heraustreten, spüren wir, dass es auch dort nicht anders ist. Hier ist es die Luft, die uns umströmt. Auch sie ist stetig miteinander verbunden. Entfernung spielt keine Rolle.
Gibt es dort irgendwo einen Menschen, den wir vermissen, können wir dann dieses Vermissen umarmen, es annehmen, es als Teil von uns begreifen und nicht als unseren Feind? Ja, das können wir. Vermissen muss nicht immer schmerzhaft sein. Ja, es hat seine Tücken, vor allem wenn unser Ego erwacht. Aber ohne unser Ego wird aus dem Vermissen ein wunderbares Gefühl der Verbundenheit erwachen. Vermissen beschreibt Verbundenheit und tiefste, wahre Liebe.

Ich vermisse immer! Es schmerzt täglich ein kleines bisschen, aber dadurch weiß ich auch, dass ich immer liebe!

Einen schönen Start in die neue Woche!

Sometimes I simply miss lying next to you
listening to the very soothing and gentle sound of your breath while you are sleeping
Sometimes I simply miss to feel the energy
pulsating from our bodies while we hold us tight
Sometimes I simply miss to see the sparkle of love in your eyes
when you get a glimpse of natural beauty around us.
Sometimes I simply miss to hear the laughter
that comes from your heart just because life is pure joy
Sometimes I simply miss to sense your wonderful spirit
that is still with me even when I am not aware of it
Sometimes I simply miss you
but it’ll never make my love for you come to an end

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