Im Fluss des Lebens

An jedem einzelnen Tag gibt uns das Universum Zeichen dafür, dass wir uns im Fluss befinden. Manchmal sehen wir diese Zeichen nicht, denn wir sind innerlich zu blockiert und empfinden die Dinge, die uns begegnen dadurch als böse Zufälle oder als Pech. Manchmal nehmen wir diese Zeichen auch einfach nicht wahr. Unsere Antennen sind nicht darauf kalibriert, jene Signale zu verarbeiten. Unsere alltäglichen Routinen halten uns häufig davon ab, mit diesen uralten Sinnen wahrzunehmen und sie zu verstehen. Gern schieben wir auch anderen Menschen den „schwarzen Peter“ zu. Frei nach dem Motto: „Wie kann er mir das nur antun?“ oder auch „Wie kann Sie nur so kaltherzig sein?“ Sätze wie diese gibt es Tausende und jeder von uns hat den einen oder anderen schon einmal in seinem Kopf gehabt. Eines vergessen wir dabei jedoch sehr gern: In der Regel passieren diese Dinge nur, weil sie passieren sollten oder wir sie sogar erleben wollten.

Manchmal stecken wir in einer Beziehung – und es spielt keine Rolle, welcher Natur diese Beziehung ist – und merken, dass es uns damit nicht mehr gut geht. Aber wir verharren dennoch darin. Möglicherweise berichten wir zwar schon Freunden davon, dass die Beziehung irgendwie schmerzhaft ist, es kein „Herankommen“ mehr an den anderen gibt oder aber die Kommunikation nicht mehr auf der gleichen Ebene stattfindet. Dennoch hadern wir mit uns selbst, den Schritt zu gehen und uns von den destruktiven Anteilen der Beziehung zu lösen. Wir haben Angst davor, zu viel aufzugeben. Wir haben Angst vor dem Verlust, Angst vor der entstehenden Leere.
Manchmal wird uns dann auf andere Weise gezeigt, dass unser Weg, diese Beziehung zu „verlassen“, der für uns richtige Weg ist. Selbst wenn uns noch die Kraft fehlt, den letzten Schritt zu gehen. Der andere kommt uns einfach zuvor. Vielleicht kündigt er oder sie die Freundschaft auf einer Social-Media-Plattform wie Facebook oder zieht in eine andere Stadt und meldet sich zunächst weniger und schließlich gar nicht mehr oder die Beziehung wird durch ein anderes Signal verändert. Diese Signale können sehr deutlich sein und sie springen uns dann förmlich ins Gesicht. Tief in uns wissen wir, dass wir genau diese Veränderung brauchten, aber sie ist überlagert von Schmerz, Wut, Angst und anderen destruktiven Gefühlen und Gedanken.

Dennoch passiert Veränderung stets nur, weil wir sie brauchen oder wollen. Allerdings setzen wir uns freiwillig nur selten dieser Erkenntnis bewusst aus. Unser Dasein wird viel zu sehr von unserem Ego bestimmt und das Ego liebt Sicherheit – Beständigkeit – Konformität. Festhalten am „Alten“ und mir selbst „Bekannten“ ist so viel angenehmer für viele Menschen, als sich auch nur in geringen Schritten einmal in „Neues“ zu wagen, also die Komfortzone zu verlassen. „Wer weiß, wie das dann ist?“ oder „Das kann ja dann gar nicht gutgehen!“ Gedanken wie diese, die uns davon abhalten, uns in Wahrheit zu entfalten, sind wieder in unserem Kopf. Und daraus entsteht gleichermaßen der Schmerz, den wir spüren, wenn die Veränderung uns dann doch eines Tages heimsucht. Alle Kraft und alle Anstrengung, die wir so mühsam in die Stabilität unserer eigenen Sicherheitskonstruktionen integriert haben, halten am Ende der Veränderung nicht stand. Veränderung ist unabdingbar und wird immer geschehen. Nichts kann ohne Veränderung bestehen. Würde Veränderung ausbleiben, wäre alles unweigerlich zum Scheitern verurteilt.

Würde sich das Wetter nicht mit den Jahreszeiten verändert, könnten keine Pflanze und kein Lebewesen seine natürlichen Zyklen durchleben. Ein Baum, der nicht im Sturm nachgeben würde, könnte nicht existieren. Eine Zelle, die sich nicht teilen würde, würde niemals zu einem komplexen Organismus wachsen. Würde die Erde sich nicht um die Sonne bewegen, gäbe es kein Leben auf dieser Welt. Würden wir uns nie verändern, könnte es kein Wachstum und auch keine Fortpflanzung geben.
Jedwedes Leben basiert auf Veränderung.

„Die einzige Konstante im Universum ist die Veränderung“ sagte schon Heraklit von Ephesus (ca. 540-480 v. Chr.) und damit hatte er Recht. Veränderung ist das einzige, auf das wir uns vollends und ohne jedwede Einschränkung verlassen können. Veränderung ist die einzige Sicherheit für jeden von uns.

Mit diesem Wissen, sofern wir es körperlich, geistig und seelisch verinnerlicht haben, wird Veränderung zu einem Geschenk und löst sich von Trauer, Angst, Verzweiflung und all diesen anderen, bohrenden Gefühlen. Sie tauchen immer noch auf, aber sie verzehren uns nicht mehr. Wir können sie anschauen und verstehen, Ihnen ein Lächeln schenken und sie lieben lernen.

Ich lerne sie jeden Tag mehr zu lieben, diese Gefühle des Egos.
Ich lerne sie jeden Tag mehr zu schätzen, diese Geschenke des Universums.
Ich lerne sie jeden Tag besser zu erkennen, diese Zeichen des Flusses.

Ich liebe den Fluss des Lebens! Liebst Du ihn mit mir?

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