Schatten des Zweifels

Wir gehen unseren Weg, ein jeder von uns tut das. Nichts und niemand kann uns davon abhalten und dennoch kommen sie immer wieder auf – Zweifel. Sie nagen an uns und wollen uns nicht so wirklich ausleben lassen, was uns glücklich macht. Wir können ihnen kaum widerstehen und geben ihnen meistens nach. Warum tun wir das? Was ist es, dass es den Zweifeln so leicht macht, uns davon zu überzeugen, gegen unser Wohl zu handeln?

Zweifel entstehen aus dem Ego. Das Ego, welches möchte, dass alles immer so bleibt, wie es ist, aus einem falschen Sicherheitsempfinden. Und dabei ist es dem Ego völlig gleich, ob es aktuell „gut“ oder „schlecht“ ist. Wir werden von unserem eigenen Ego dazu verführt, in einer verfahrenden Situation verhaftet zu bleiben. Viele Menschen gehen einem Job nach, der sie zutiefst unglücklich macht. Die Tätigkeit füllt sie überhaupt nicht aus, weil sie keinen sinnhaften Inhalt hat oder die Dankbarkeit der Konzern- oder Betriebsinhaber ist nahezu nicht vorhanden. Möglicherweise wird das Gefühl vermittelt, man müsse froh sein, überhaupt einer Arbeit nachgehen zu können und solle sich verpflichtet fühlen, deshalb alles für diesen Job hinten anzustellen – Privatleben, Familie und Freunde. Andere Menschen befinden sich in einer Beziehung, in der sie nicht sie selbst sein können. Möglicherweise unterdrücken sie ihr wahres Selbst aus Angst, den Partner sonst zu verlieren. Andere Menschen stecken wieder in noch ganz anderen, hinderlichen Umständen.

Aber dann auf einmal schöpfen wir die Kraft, uns aus dieser eigentlich für uns nicht zuträglichen Situation zu befreien. Wir haben konkrete Schritte im Auge, den Zustand zu verändern und plötzlich, wie ein Blitzschlag, fährt ein Zweifel in uns und redet uns ein, dass die Veränderung nicht gut sein wird. „Ich kann das gar nicht alleine schaffen, wenn ich meinen Partner verlasse. Wie soll ich zurechtkommen, ohne ihn. So schlimm ist das doch alles gar nicht…“ oder aber „Was für einen Job soll ich denn sonst machen? Mich nimmt ja sonst niemand. Und irgendwie muss ja jeder seine Brötchen verdienen. Ich kann froh sein, dass ich diese Arbeit jetzt bekommen habe.“

Schon zerfallen alle Pläne und die Veränderungsenergie in uns lösen sich in Luft auf. Wir haben dem Zweifel in uns zu viel Macht und Raum gegeben. Der Zweifel erfüllt uns und das Ego übernimmt unser wahres Selbst. Wir geben auf, was sich so sanft und frisch gebildet hat und uns hätte befreien können, weil wir dem Ego zu viel Bedeutung beimessen.

Wozu aber gibt es dann die Zweifel überhaupt? Warum werden sie so mächtig in uns?
Zweifel sind grundsätzlich nichts falsches, sonst wären sie nicht da. Wir geben ihnen nur zu viel Aufmerksamkeit, so wie wir dazu neigen, alles Stimmen des Egos zu viel Aufmerksamkeit zu geben. Zweifel sollen uns eine Möglichkeit eröffnen, noch einmal zu hinterfragen, ob wir in dem Schritt der Veränderung auch wirklich nach unserem wahren Selbst gehen. Der Zweifel will uns die Möglichkeit geben, unsere Idee zu hinterfragen, mögliche Gedankenfehler zu erkennen und alles ins rechte Licht zu rücken. Doch wir messen dem Zweifel zu viel bei, geben ihm zu viel Kraft. Wir sehen ihn eher als Feind in unserem Kopf denn als Freund in unserem Herzen und somit lassen wir uns von den Schatten des Zweifels einhüllen und können unseren Weg nicht mehr klar erkennen. Wie blind stolpern wir einen kurzen Moment in der Dunkelheit umher, nur um uns dann zu entscheiden, einfach dort zu bleiben, wo wir sind, in Dunkelheit… ohne zu erkennen, dass es weiterhin ein klares Licht in der Ferne gibt, auf das wir nur mit der Kraft unseres inneres Selbst, innerer Liebe und inneren Vertrauens zugehen müssen.

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