Aufräumen – Platz für Neues

Das Spannende am Leben ist doch, dass niemand wirklich immer gut gelaunt ist, dass niemand wirklich immer genau weiß, wohin der Lebensweg führt und auch wenn ich oftmals wundervolle Gedanken habe und mein Urvertrauen in das Leben, das Universum und die Ordnung der Dinge gegeben ist, wache auch ich manchmal morgens auf und stelle alles in Frage. Besonders lustig finde ich das, nachdem ich in meinem letzter Post noch über Zweifel schrieb und gestern es mich dann selber überkam: Ich war voll von Zweifel.
Bin ich auf dem richtigen Weg? Habe ich die richtigen Entscheidungen getroffen? Werde ich meine innere Ruhe und Gelassenheit und den liebenden Blick auf das Leben beibehalten können? Werden sich die Dinge wirklich so entwickeln, wie sie es sollen und ich es mir wünsche?
Das Gute an solchen Momenten ist, dass ich mittlerweile sehr genau weiß, was da in mir passiert. Es ist mir klar, dass es das Ego ist, welches den Zweifel säht und ich sehe darin auch die Chance, die Dinge noch einmal genauer zu beleuchten. Vor allem auch zu schauen, worin diese Zweifel begründet liegen. Das macht das Gefühl der Unsicherheit nicht wirklich anders, aber dennoch kommt es mir nicht mehr so ausweglos vor, wie früher.

Ich habe mich trotz dieses dumpfen Gefühls im Bauch auch dennoch meinem kleinen „Workshop“ im Buch „Der Weg des Künstlers“ gewidmet. Die neue Woche startete und das bedeutet immer, dass ein neues Kapitel zu lesen bereit steht. Und was kommt mir auf diesen Seiten unter die Augen? Alles was ich las drehte sich genau um mein Tagesthema: Unsicherheiten, Ängste, nicht von der Stelle kommen usw. In diesem Moment hat sich ein Lächeln auf mein Gesicht gezaubert und die Antwort war wieder da. JA, die Dinge kommen genauso wie sie sollen, sofern wir Augen und Ohren offen halten und wenn wir es geschickt anstellen, lassen wir auch die anderen Sinne dabei nicht aus. Die Worte, die ich las haben eine unheimlich schöne Energie in mir entfacht, welche in wenig eingeschlummert war. Ich war plötzlich voller Tatendrang und habe etwas gemacht, dass wundervoll und befreiend sein kann: ich habe angefangen AUFZURÄUMEN.

Dieses Aufräumen war ein reales, materielles Aufräumen. Ich habe – und das, nachdem ich es bereits über Wochen aufgeschoben hatte – meinen Balkon komplett gereinigt. Aus meinen kleinen Garteneinträgen ist ja vielleicht bekannt, dass ich Gemüse, Erdbeeren und Kräuter angepflanzt habe. Da nun alles soweit „fertig“ war, wäre es längst nötig gewesen, hier einfach etwas Ordnung und Sauberkeit zu schaffen. Gestern war es dann soweit. Alle Möbel, Töpfe und Pflanzen runter vom Balkon und dann los. Abgefallene Blätter, kleine Ästchen wurden aufgesammelt und entsorgt. Das Kraut, welches zwischen den Steinplatten empor wuchs, habe ich mit wohlwollenden Gedanken ebenfalls entsorgt. Geschrubbt und gewischt, bis alles eine feine Ordnung hatte. Nicht zu steril natürlich – draußen in der Natur gehört ein wenig Wildheit nun einfach dazu. Und in diesem Moment wurde mir eine kleine Sache bewusst. Ich würde meine Blogartikel viel lieber auch einmal an einem sonnigen Tag draußen schreiben und nicht immer am Computer in der Wohnung. Nur schreibt es sich mit dem Laptop auf dem Balkon in der Sonne einfach nicht besonders gut. Also kurzum bin ich zum Baumarkt gefahren und habe einen Sonnenschirm gekauft. Bei der Gelegenheit ist mir direkt auch ein neuer Duschvorhang unter gekommen. Auch etwas, das längst überfällig war…

Selbstverständlich ist ein solches Aufräumen und Reinigen nie nur ein Vorgang rein auf der materiellen Ebene des Lebens. Aufräumen ist etwas sehr befreiendes. Aufräumen heißt, mit alten Dingen abzuschließen, den Dreck und den Staub von den Dingen zu putzen und sich anzuschauen, was darunter verborgen liegt. Gefühle, Themen und auch Gegenstände, die sich über Tage, Wochen, Monate und gar Jahre in diversen dunklen Ecken angesammelt haben können nun neu betrachtet werden. Von manchen wissen wir, dass wir sie nicht mehr brauchen und im besten Falle trennen wir uns sofort von ihnen, damit sie uns nicht mehr belasten. Vor allem entsteht im Loslassen alter Dinge immer wieder auch Raum für Neues.
Beim Aufräumen finden wir zudem auch immer mal einen verborgenen oder gar vergessenen Schatz wieder, welchen wir vor langer Zeit begraben haben oder aber auch nur ein kleines, feines Hilfsmittel, welches uns erinnert, wohin wir unsere Energie richten können. Manchmal ist ein solcher Schatz einfach ein unglaublicher Schub an tatkräftiger Energie, welche wir nutzen können, endlich einmal anzufangen, mit einem Vorhaben, einem Traum oder einem neuen Projekt. Wir können diese Energie aber auch nutzen, um aktuelle Arbeiten mit neuem Antrieb zu versehen. Manche Dinge, die wir bereits gestartet haben, dümpeln vor sich hin und wollen sich nicht recht entfalten. Also können wir ihnen das Aufräumen endlich wieder das geben, was wir ihnen bisher nicht zugestehen konnten: Neuen Raum für Entfaltung und die dafür notwendige Energie und Antriebskraft.

Ich weiß genau, dass das Aufräumen noch nicht zu Ende ist. Es warten noch meine Schränke und Schubladen auf ein wenig Pflege und Fürsorge und damit sind nicht nur die Stauräume in meiner Wohnung gemeint. Nein, auch die im Geiste und in der Seele wünschen sich, von altem Ballast befreit zu werden. Dies kann uns niemand abnehmen. Hilfe dafür können wir bekommen, aber das Entrümpeln müssen wir selber angehen.

Während ich diese Worte schreibe, sitze ich draußen auf meinem Balkon. Ich liebe meinen frischen Balkon. Alle Blumen, Pflanzen und Möbel kommen nun viel besser zur Geltung. Ich sehe die kleinen Insekten, welche ihren eigenen Lebensraum hier für sich erschlossen haben und freue mich über den Lauf der natürlichen Ordnung.

Willst Du Dich auch frei machen für neue Wahrnehmungen und neue Kraft? Räum auf! 🙂

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