Mit der Neugier Deines inneren Kindes… Leben erfahren

Die meisten von uns kennen das wohl: Ab einem bestimmten Alter wollen wir nicht mehr unbedingt Neues kennenlernen, weil wir meinen, schon genug gelernt, gesehen, erfahren, erzählt bekommen oder glauben verstanden zu haben. Dann mümmeln wir uns in unsere Welt ein und genießen das, was wir kennen. Wir stehen allmorgendlich auf, gehen im besten Fall einer Tätigkeit nach, die uns Spaß macht, im ungünstigeren Fall ist es eine Tätigkeit, die uns eher Missmut bereitet. Dennoch haben wir uns in diesem Fall meistens mit dem Missmut arrangiert und bleiben einfach dabei… wir wissen ja immerhin, wie es sich anfühlt… Nach getaner Arbeit kommen wir nach Hause, haben einen Freundeskreis, welcher sich oft aus den Jahren unserer Ausbildung heraus gebildet hat und mit dem wir mehr oder weniger unsere freie Zeit verbringen. Wir haben einen Partner oder eine Partnerin, welche/r mit uns durchs Leben geht und möglicherweise auch Kinder. Wir sind so sehr an bestimmte Abläufe und Situationen gewöhnt, dass wir eigentlich gar nichts mehr groß ändern wollen. Natürlich, wenn das erste Kind kommt, ist alles neu und wir müssen uns anders organisieren und ausrichten. Die Beförderung im Job bringt auch Herausforderungen mit sich, keine Frage. Dennoch sind dies oftmals einfach Erfahrungen, die wir deshalb zulassen und ich Kauf nehmen, weil sie unserer Lebensplanung sehr genau entsprechen. Wir wollen Familie gründen, haben uns irgendwann dazu entschlossen oder wir möchten Kariere machen und nehmen natürlich die „Umstände“ einer Beförderung dann auch gerne in Kauf.
Wir haben eben irgendwann im Laufe unseres Lebens eine Art Raster oder Plan erstellt, was wir im Leben so alles erreichen wollen… oder war das irgendwie ganz anders und es sind Dinge, die wir erreichen sollen…?

Dieser Frage möchte ich heute nicht nachgehen. Ich will eigentlich auf eine andere Art von Erfahrung hinaus. Es geht mehr um diese Momente, die wir nicht zulassen, weil wir denken, dass wir dafür „zu alt“ sind, dass wir „so etwas nicht mehr erleben müssen“ oder dass das ja „viel zu gefährlich ist“. Manchmal unterlassen wir auch Dinge, weil wir meinen, es sei albern, wäre für jemanden wie uns nicht schicklich oder würde unserem Ruf nachhaltig schaden. Meistens jedoch sind all dies einfach nur Ausreden, die wir benutzen, um „Veränderung“ in kleiner und sehr bestimmter Form nicht zuzulassen. Wir wollen nicht aus unserer Komfortzone ausbrechen und lieber in dem verhaftet bleiben, was uns bekannt ist. Doch ist dies wirklich sinnvoll? Ja, das kann es natürlich sein. Immer dann, wenn wir mit den Umständen, in denen wir uns bewegen glücklich, dankbar und zufrieden sein können, auch wenn sie ab und an vielleicht einmal nicht zum Besten stehen. Wenn wir aber in Dingen verhaftet bleiben, die uns eigentlich in ihrer Grundsätzlichkeit nicht gut tun, zwingen wir uns, in eine Komfortzone, die ja noch nicht einmal wirklich „komfortabel“ ist. Aber wir verweigern uns den „Ausbruch“, weil wir Angst haben, es könnte „noch“ schlimmer werden, als es schon ist.

Trotzdem kann es uns passieren, und dies geschieht häufig dann, wenn wir mit einem gewissen Grad an Bewusstheit unser Leben führen, dass uns Menschen begegnen, die uns die Möglichkeiten eröffnen, etwas Neues zu erleben, was wir uns vielleicht vorher niemals zugestanden hätten. Es muss auch nicht unbedingt ein Mensch sein, der uns dazu bringt. Es kann eine Erfahrung sein, die unseren Blickwinkel erweitert oder eine Erkenntnis, die wir aus einem Buch schöpfen. Die Möglichkeiten sind hier sehr unterschiedlich. Aber da es sich auch hierbei generell um „Erfahrungen“ handelt, können sie uns in unbewussten Momenten leicht durch die Lappen gehen. Wir brauchen also eine gewisse Aufmerksamkeit nach außen und auch eine Achtsamkeit nach innen. Ist beides in guter Balance werden uns Momente wie diese immer wieder begegnen. Wir haben dann die Wahl, uns auf das Neue einzulassen und es auszuprobieren. Das kann eine neue Speise sein, die wir niemals sonst gegessen hätten. Es kann ein neues Hobby sein, zu welchem wir uns sonst viel zu alt oder dabei viel zu albern gefühlt hätten. Es könnte auch ein neuer Job oder eine Nebentätigkeit sein, die wir uns wegen mangelndem Selbstvertrauen nicht zugetraut hätten. Vielleicht auch eine neue sexuelle Erfahrung, die für uns bisher nicht schicklich war oder deren Reiz wir uns selber aus Scham nicht zugestehen wollten. Es kann auch sein, dass wir merken, dass wir die Umarmung eines Freundes für mehrere Sekunden zulassen können, vielleicht sogar mehrere Minuten, weil wir bemerken, dass auch daraus eine tiefe Geborgenheit vermittelt wird, die beiden über einen schwachen Moment der Unsicherheit hinweg helfen kann. Es gibt hier eine schier unendliche Bandbreite an Dingen, die ich noch aufführen könnte, die wir uns versagen, aus Angst, dass wir unsere Komfortzone verlassen müssen. Wenn wir es schaffen können, frei zu brechen aus der Angst, wird nicht jede Erfahrung das bringen, was wir uns davon versprochen haben. Aber wir können dann konkret sagen, wie wir das Erlebte empfunden haben. Wir gewinnen Gewissheit und lernen mehr über uns selbst. Und was ist schlimmer, als vielleicht nie herauszufinden, wir wunderbar wir manches empfinden könnten, es aber nie empfunden haben, nur weil wir uns ein Leben lang nicht getraut haben, es auszuprobieren.

Kinder können hier oft unser Vorbild sein. Sie sind meistens, sofern sie nicht früh von Ängsten und Unsicherheiten geprägt worden sind, sehr experimentierfreudig und neugierig. Sie erkunden die Welt, wollen herausfinden, wie alles funktioniert und vor allem haben sie die unbefangene Gabe oder besser gesagt das unbefangene innere Selbst, welches sie die Dinge einfach so hinnehmen lässt, wie sie sind. In ihrer Unbekümmertheit müssen wir ihnen natürlich hin und wieder einige Dinge erklären, aber sie haben die Gabe, es dann so anzunehmen. Wenn wir uns diese kindliche Neugier bewahren können oder es zumindest schaffen, sie wieder zuzulassen, erfährt das Leben eine neue Süße. Wir haben die wundervolle Chance mit kindlicher Neugier die Welt zu entdecken, ohne dabei kindisch zu sein.

Ich habe in den vergangenen Jahren, aber besonders gerade in den letzten Monaten so viele neue kleine und große Erfahrungen machen dürfen, weil ich mehr und mehr lerne, die kindliche Neugier in mir wieder zuzulassen und ihr nachzugehen. Ich habe es bisher nie bereut und bin sicher, dass ich es auch nie bereuen werde. Die Welt da draußen ist so wundervoll, dass wir uns nicht auf unseren eigens kreierten Käfig beschränken sollten. Wir dürfen den Mut haben, aus ihm auszubrechen und neue, andere und spannende Facetten des Lebens kennenlernen.

Meinst Du, Du kannst es zulassen, die Neugier Deines Kind wieder frei zu setzen und damit neue Erfahrungen zu machen. Dann fang damit an. Wann? JETZT! Wie wär es mit einem ausgelassenen Tanz zu Deinem liebsten Song. Los – TRAU DICH!

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