Das Leben – ein mitunter absurdes Theaterstück

So manches Mal spielt uns das Leben ja absurde Szenen bzw. lässt es uns in absurden Szenen mitspielen. Wir haben dann die Möglichkeit, daraus eine Tragödie zu machen oder auch eine Komödie. Ich habe eine solche Szene gerade erst am Wochenende erfahren und weil sie mir so absurd und dann auch wieder so „unwichtig“ vorkommt, möchte ich sie heute mit Euch teilen.

Anfangen muss ich allerdings etwas früher. Mein letztes Fahrrad habe ich mir als Schüler gekauft. Es war in der Oberstufe und ich bin damit das letzte Schuljahr immer zum Unterricht gefahren. Dieses Rad habe ich dann mit ins Studium genommen und letztlich ist es nach Ende des Studiums beim Umzug nach Köln einfach in neuen Händen geblieben. Das ist nun über 10 Jahre her. Ein Bedürfnis auf ein Fahrrad in Köln hatte ich nicht. Ich war auf Grund des Studententickets schön auf das Bahnfahren geprägt und war schon fast die gesamte Unizeit nie mit dem Fahrrad gefahren.
Ich habe mir dann erst wieder ein Fahrrad, als ich über einen Zeitraum von knapp drei Jahren auf Grund einer Beziehung immer mal wieder für einige Tage oder Wochen in Spanien gewesen bin. Dort mit freiem Oberkörper Richtung Strand zu radeln hat einfach sehr viel Spaß gemacht und sich bestens angefühlt. Dennoch hatte ich nie das Bedürfnis nach einem Rad in der Großstadt.

Nun gehe ich seit ich in Köln lebe in ein kleines, privat-betriebenes Fitness-Studio und mache unter anderem regelmäßig die gleichen Kurse. Sprich, ich kenne den einen oder die andere regelmäßige Kursteilnehmerin ebenfalls. Hin und wieder trafen wir uns im Anschluss auf ein Getränk und immer wieder kam der Hinweis, dass ich mit der Bahn ja definitiv langsamer und auch weniger flexibel sei und ob ich mir nicht ein Rad kaufen wolle. Doch nein, es ward immer noch nicht die rechte Zeit.

Nun habe ich seit ein paar Wochen einen Projektauftrag in einer Firma und deren Sitz liegt in unmittelbarer Nähe zu meiner Wohnung. Zunächst ging ich zu Fuß und fand das alles ganz fein, doch im Laufe der ersten Wochen kam mir nun selber der Gedanke, dass es mit dem Fahrrad noch viel praktischer sei. Kurzum, der Entschluss ward gefasst und am vergangenen Donnerstag gab ich bei einem Fachhändler in der Nähe eine entsprechende Bestellung auf. Bereits am Folgetag konnte ich mein Fahrrad abholen.

Voller Freude über diese neue Art der Freiheit habe ich das Gefährt innerhalb weniger Stunden direkt mehrfach genutzt. Für die Fahrt zum Sport am frühen Abend, zu Freunden zum Essen am späteren Abend. Auch am Samstag ging es direkt weiter mit Einkäufen und erneut einer Fahrt zum Sportstudio. Am Sonntag wollte ich dann den Mädels, die ihren Beitrag zu meiner Entscheidung geleistet hatten natürlich mein Fahrrad zeigen. Wir sind sonntags immer im gleichen Kurs und so lag es auf der Hand. Als ich zum Ende der Trainingseinheiten dann das Studio verließ musste ich mit einem kleinen Schreck feststellen, dass der Fahrradständer zwar noch viele parkende Fahrräder aufwies, jedoch der Platz, an welchem meines stand, nun leer war. Natürlich weit und breit auch keine Spur vom geknackten Schloss…

Nicht einmal 48 Stunden hatte es also gedauert und das Gefährt war im Großstadtmoloch untergegangen. Es war angenehmes Wetter und im Café nebenan saßen ca. 15 Menschen draußen und genossen bei herbstlichem Wetter ihr Heißgetränk mit einem Stück Kuchen. So etwas stört offenbar den heutigen Fahrraddieb kaum.

Klaro, ein kleiner Schock durchfährt wohl jeden, wenn er feststellt, dass er sich gerade als Opfer eines Diebstahls erkennt. Nun ist in so einem Moment ein kühler Kopf jedoch angebrachter, denn der übliche Schriftkram steht an und da das Fahrrad versichert gewesen ist, war ja klar, dass es im Prinzip nur eine Formsache wird und ich den Schaden soweit ersetzt bekommen würde. Ich habe mich also auf gemacht zum Polizeirevier meines Vertrauens und eine entsprechende Anzeige erstattet. Nach 48 Stunden.

Der Diebstahl an sich ist ja eine Sache und die Tatsache einer Versicherung relativiert das alles recht schnell, vor allem, wenn den Sachbearbeiter bei der Versicherung ein Jugendfreund der eigenen Eltern ist und man weiß, dass das eben alles auch noch ein wenig unkomplizierter macht. Also meldete ich ungefähr 72 Stunden nach dem Fahrraderwerb den Verlust meiner Versicherung. Dennoch denke ich darüber nach, dass das große Ganze es im Ende sowieso wieder ausgleicht. Sollte es ein armer Mann gewesen sein, der kein Geld hat und seinem Sohn aber zu Weihnachten eine Freude machen wollen, so hat er meinen Segen. Allerdings haben solche monetär armen Menschen in der Regel nicht das Werkzeug in der Hosentasche, mit dem sie mal eben ein zumindest nicht ganz billiges Fahrradschloss knacken können. Also denke ich mir, dass der Dieb es aus gierigen Gründen getan haben wird und das Universum sich auch dafür schön einen Ausgleich sucht, vielleicht durch einen großen LKW – wer weiß. Und nein, wünschen tu ich es diesem Menschen nicht, aber das große Ganze geht nun mal seinen Weg.

Trotz dieser Erkenntnis war meine Vorfreude, morgens ab sofort in 5 Minuten im Büro sein zu können, zerstört und der zeitliche „Aufwand“ mir nun einen Ersatz zu organisieren, die ganze Abwicklung mit Polizei und Versicherung etc. fühlte sich ein wenig anstrengend an. Und das, wo ich doch jahrelang ohne Fahrrad ausgekommen war. Auf der einen Seite also innere Ruhe und Ausgeglichenheit, auf der anderen Seite aber auch ein Anflug von Genervtheit und damit ja irgendwie auch nicht wirklich innere Ausgeglichenheit. Tja und dann lese ich heute am Morgen, dass in Liberia die katholische Kirche nun Schwulen und Lesben für das Ausbreiten von Ebola die Schuld gibt und damit erneut heftige Übergriffe auf diese Randgruppe verübt werden und dass in Köln mal wieder eine „rechte“ Demo stattfand, die Dinge aufgezeigt hat, die mir ein Kopfschütteln abverlangen und damit denke ich unweigerlich an ganz viele Menschen, die tiefes Unrecht und Schmerz erleiden müssen und erkenne deutlich, dass ich den ganzen Kram rund um den Fahrraddiebstahl einfach gar nicht so ernst nehmen muss, denn es geht mir blendend. Und wenn mir etwas wichtig ist, dann nehme ich mir einfach die Zeit dafür, auch wenn es „äußere“ Umstände ein wenig umständlich werden lassen.

In diesem Sinne Euch allen eine wunderbare Woche und Ihr Fahrradliebhaberinnen kauft Euch am besten ein zweites Fahrradschloss – je aufwendiger der Dieb das Knacken einschätzt, umso unwahrscheinlicher ein Diebstahl J

In schlechter Stimmung

Gestern war ein subjektiv gesehen guter Tag!
Eine liebe Freundin berichtete mir von einem guten Erlebnis und ich hatte eine tolle Sitzung mit einer Klientin. Ich durfte leckeren Rotwein mit Freunden genießen und habe mich erneut in das Fahrradfahren verliebt. Ich hatte bis vor kurzem kein Fahrrad und war erprobter Bus- und Bahnnutzer der öffentlichen Verkehrsmittel in Köln. Doch nun geht es wieder ans Radeln. Wunderbar!

Doch heute Morgen bin ich aufgewacht und es hat mich auf dem falschen Fuß erwischt. Was war passiert? Mein Kopf schmerzte – nein nicht durch zu viel Rotwein, sondern vielmehr von der linken Schulter herauf. Das war aber noch nicht alles, denn auch eine unangenehme, gedrückte Stimmung hatte sich über Nacht in mir manifestiert. Manch einer würde es mit der Herbststimmung begründen, doch ich war noch nie anfällig für diese depressiven Schübe, wie sie manch anderer in der dunkleren Jahreshälfte verspürt. Es dürfte also etwas anderes dahinter stecken. Erschwerend hinzu kam, dass mein Wecker auch nicht geklingelt hatte wie geplant, denn der Akku war über Nacht zur Neige gegangen. Ich war zwar noch rechtzeitig wach geworden, um meinen Yogakurs pünktlich zu erreichen, aber irgendwie fühlte ich mich einfach nach keinerlei Aktivität.

Da ich aus der Erfahrung weiß, dass Yoga, Meditation, Theki und viele andere Dinge auch in solchen Empfindungsphasen sehr zuträglich sein können, habe ich mir ein kleines Frühstück bereitet, geduscht und soweit fertig gemacht, um in die Yogastunde zu gehen. Dennoch – ich hatte zu viel getrödelt und war um 10.12h bereit, mich auf den Weg zu machen. Um 10.30h ging der Kurs los. Ich habe mir mein Fahrrad geschnappt, ohne welches ich den Kurs niemals erreicht hätte und bin, wenn auch etwas verschwitzt und gestresst, rechtzeitig angekommen.

Meine Yogalehrerin unterrichtete wie immer eine sehr schöne Stunde, aber ich war einfach nicht bei mir, nicht so wie sonst. Meine Hände sind auf der Matte gerutscht, was mir oft so geht, aber heute nervte es mich. Ich konnte nicht frei und tief atmen und so eine gewisse innere Sperre war einfach vorhanden. Als ich die Stunde verließ, war ich immer noch in gedrückter Stimmung, mit Schmerzen in Kopf und linker Schulter und radelte nach Hause – unzufrieden, genervt, unausgeglichen. Dort angekommen habe ich meinen Einkaufszettel geschrieben, da ich dringend noch Lebensmittel benötigte, um am Wochenende genug Nahrung zubereiten zu können. Auch dazu hatte ich keine Lust und meine Motivation lag förmlich am Boden. Doch eins war klar: Würde ich nicht losgehen, hätte ich kaum auch nur ein gescheites Gericht am Wochenende kochen können. Also habe ich mich aufgerafft – mit innerer Ablehnung und Widerwillen. Ich schrieb meiner Yogalehrerin noch eine „Entschuldigung“ darüber, dass ich heute nicht ganz bei mir gewesen sei und hoffte, dass das im Raum nicht als zu große Last geschwebt sei.

Als ich das Haus verließ sah ich den kleinen Sohn von meinen Nachbarn mit seinem Gefährt auf dem Weg rollern. Freudig lächelte er mich an und sagte „Hallo“ und ich habe natürlich zurückgegrüßt, woraufhin er mir noch freudiger erzählte, dass er heute Geburtstag habe, worauf ich ihn fragte, wie alt er denn geworden sei und er mir drei seiner Finger zeigte und dies auch wörtlich noch einmal bestätigte. Ich habe ihm gratuliert und mich innerlich plötzlich viel wohler gefühlt. Es war ein kleiner erster Sonnenschein, den mir dieses junge Wesen beschert hatte. Mit seinem freigiebigen Lächeln hatte er mein Herz berührt. Dankbarkeit!

Ich habe meine kleinen Einkäufe erledigt, doch immer noch gab es Dinge in mir, die einfach außer Balance gewesen sind. Die Freude über das Lächeln verschwand wieder hinter dem Schmerz und der gedrückten Grundstimmung. Ich bin in den Lebensmittelgeschäften häufiger fast mit anderen Kundinnen und Kunden zusammengestoßen, mir stand mehrfach jemand im Weg und weitere dieser kleinen, nervigen Dinge passierten die gesamte Zeit über. Ich musste in verschiedene Geschäfte, um alles zu bekommen, was ich wollte und als ich dann zu guter Letzt im Supermarkt noch die verbliebenen benötigten Waren zusammengesucht hatte und zur Kasse ging, waren 2 lange Schlangen zu sehen. Sowas nervt mich selbst dann nicht, wenn ich genervt bin – glücklicherweise. Denn eine dritte Kasse öffnete kurz darauf und zwei junge Frauen vor mir schwenkten nach nebenan, genauso wie eine Frau meines Alters aus der Schlange an der Kasse nebenan. Auch ich machte mich daran, die leere Kasse anzusteuern und die Frau mit ihrem Einkaufwagen war in Wartestellung, bis ich mich eingereiht hatte. Doch ich deutete ihr vorzugehen mit den Worten „Sie warten bereits länger als ich.“ Mit einem freundlichen Lächeln bedankte sie sich und mein Herz ging wieder ein Stück weiter auf. Als sie bezahlt hatte verabschiedete sie sich von mir und auch ich wünschte ihr einen schönen Tag.

Auf dem Weg nach Hause kam mir dann eine kleine südeuropäisch anmutende Frau entgegen. Sie hatte ein süßes, niedliches Gesicht. Eines, das einfach Wärme und Freude zeigt. Kurz bevor wir an einander vorbei gingen, schaute sie kurz hoch und das Lächeln in ihrem Gesicht wurde noch ein wenig größer und auch ich lächelte. Nein, kurz darauf wurde daraus sogar ein breites Grinsen und ich wurde innerlich ruhiger und entspannter.

Zu Hause angekommen las ich die Antwort meiner Yogalehrerin, welche unter anderem beinhaltete, dass egal wie ich schlecht ich drauf sei, wäre ich stets eine Bereicherung für die Stunde. Ich fühlte mich geschmeichelt und direkt in diesem Moment musste ich erneut lachen und verstand sofort, warum mir danach gewesen war, ihr eine „Entschuldigung“ zu schreiben: Ich verstand, dass ich heute einfach Schwierigkeiten hatte, zu akzeptieren, dass ich mich nicht ganz wohl fühlte. Ich konnte mir auch selber nicht so gut verzeihen, dass ich mich nicht freier und entspannter vor, während und nach dem Yoga fühlte. Und ich bekam in dieser Antwort und durch all diese Begegnungen genau das, was ich brauchte, um dies zu erkennen und zu verstehen.

Ich danke dem Tag, dass er mir all diese wundervollen Menschen geschickt hat, um mir zu zeigen, dass die unschönen Momente im Leben sich immer wieder verändern und dann doch auch wieder die Sonne scheint – wenn wir sie in unser Herz lassen und dass es völlig in Ordnung ist, sich auch hin und wieder einfach mal ungut zu fühlen.
Liebe Dich dabei, akzeptiere Dich dabei, verurteile Dich nicht. Es ist ein Teil von Dir und dieser Teil darf genauso „sein“, wie alle anderen auch.

Ein wundervolles, herbstlich buntes Wochenende Euch allen!

Perspektiven der Wahrnehmung

Seit einigen Tagen kränkele ich nun schon etwas herum. Ich hatte mich sowieso schon gefragt, wann denn mein Schutzschild „endlich“ aufgibt und somit Bakterium und Virus freien Einzug in den Körper lässt, wo doch sowieso fast alle um mich herum in den letzten Wochen durch Husten und Schnupfen geplagt waren. Ich habe ja meine eigene Auffassung darüber, warum wir krank werden und die weicht ein wenig von der eindimensionalen Sicht der Schulmedizin ab. Dennoch ist es wahrscheinlicher, wenn sowieso gerade viele Erreger in der Gegen unterwegs sind, dass diese dann auch ihre nervigen Auswirkungen im Körper lostreten können. Wie auch immer, seit Tagen schleppe ich nun irgendetwas mit mir herum, ohne dass es sich wirklich manifestieren wollte. Aber es war da… Abgeschlagen, müde, etwas schwummerig – das sind die typischen Vorboten bei mir, welche ich schon einige Tage unterschwellig spürte. Mir wurde dann im direkten sozialen Umfeld auch das eine oder andere Mal mit beachtlich großer Überzeugung unterbreitet, wie schade es doch sei, wenn ich nun krank würde, wo doch das Wetter am Wochenende so toll werden wird. Mein einziger Gedanke dabei war, dass ich darauf nun mal keinen Einfluss habe, dass das Wetter ausgerechnet dann gut wird, wenn ich mich krank fühle und daher sicherlich mein Leben nicht in einem Zustand katastrophaler Verzweiflung fallen würde. Aber ich kenne ja meine Freunde und Bekannten und weiß, dass sie es ja nur gut meinen und ihr Bedauern ausdrücken wollen.
Wie auch immer, den gestrigen Tag konnte ich trotz dieses kodderigen Grundgefühls sogar sehr genießen. Wie das sein kann? Ja, das ist eine gute Frage. Ich habe, wie beinahe jedem Samstag, meine frühe Yoga-Praxis genossen und wie konnte es auch anders sein, meine Yoga-Lehrerin hatte promt die Kräftigung des Immunsystems auf dem Programm. Wer es nicht weiß: Im Yoga kann man sich durchaus einen Fokus setzen, worin genau sozusagen das Ziel einer Stunde liegen soll. Aber auch der Lehrer kann durch die Wahl der Asanas bestimmte Meridiane und Energiebahnen gezielt aktivieren und mache sind eben gut für die Organe, andere für das Immunsystem und so weiter an. Nach dem Yoga habe ich dann auch noch einen kleinen Spaziergang gemacht. Das Wetter war ja nun mal so schön und das muss doch genutzt werden. Nein, in der Tat habe ich das genossen, weil ich es genießen wollte und nicht weil es gerade schön war und ich es genießen musste. Außerdem stand noch ein kurzes Treffen mit einer sehr lieben Frau auf dem Programm, die ich vor fast zwei Jahren, nämlich Silvester 2012/2013 kennengelernt habe. Das ist übrigens ein Erlebnis, von dem ich auch einmal schreiben könnte, aber das würde den Rahmen heute sprengen. Es gibt ja noch andere Tage, tage an denen es regnet oder so. Wie auch immer, ich freute mich also auf meine kleine Verabredung, habe darüber hinaus noch ein paar Lebensmittel eingekauft, abends lecker gekocht, gelesen und entspannt. Spricht, ich habe den Tag somit rundherum genossen.
Als ich dann heute Morgen erstmalig wach wurde, war sofort klar, dass ich mein sonntägliches ca. zweistündiges Ausdauersportprogramm mal schön streichen konnte, denn mein Kreislauf machte deutlich, dass das auf gar keinen Fall zur Debatte stand. Ich habe also meinen Mitstreitern in den Kursen kurz eine Nachricht geschrieben, dass ich nicht dabei sein werde, mich danach nochmal umgedreht und kurzerhand bis 11.22h weiter geschlafen. Dann wurde ich jedoch durch die unmissverständliche Botschaft meines Körpers geweckt, die da lautete, dass ich mich schnellstens in Richtung Badezimmer zu bewegen habe. Die kleinen, jedoch beständig und recht kurzfristig stärker werdenden Krämpfe im Darmbereich ließen mich ahnen, dass die Kränkelei nun wohl endlich ihren Weg nach außen finden wollte – Im wahrsten Sinne des Wortes. Details will ich Euch an dieser Stelle ersparen, aber wir wissen wohl alle, wie sich das anfühlt.
Nachdem mein stoffliches Wesen sich nun also diverser Dinge entledigt hatte, warf ich einen Blick nach draußen und mir wurde klar, dass ich ja auch heute einen wundervoll sonnigen Tag „verpasse“, weil ich ja so schrecklich krank bin und alles so grausam und fürchterlich ist und überhaupt das Leben so ungerecht ist, dass es mir das antut… Häh? Moment mal, so denke ich doch gar nicht mehr…
Es ist doch am Ende meine Entscheidung, was genau ich mit dieser Situation mache. Ja, wenn uns der Darm im Stich lässt, wollen wir sicherlich nicht den ganzen Tag unterwegs sein, um dann in diesen Momenten der einsetzenden Krämpfe panisch nach einem stillen Örtchen zu suchen, welches dann auch noch zu großer Wahrscheinlichkeit besetzt ist. Wie könnte es auch frei sein, wenn wir uns doch schon einreden, dass es bestimmt besetzt ist. Das Universum KANN dann ja nicht anders, als uns diesen Wunsch zu erfüllen. Und dennoch kann ich meinen Tag genießen, oder?
Na klar kann ich das. Ich sitze einfach gerade mit einer Kanne Tee – passenderweise hatte ich noch entsprechend magen- und darmwirksamen Kräutertee im Haus – und schreibe mir einfach frei von der Seele, was ich gerade denke und fühle und bin ganz erstaunt ob der Heiterkeit, die sich hoffentlich auch in diesen Worten übertragt. Die Sonne scheint dabei und es fühlt sich wärmer an, als an so manchem Tag im Juli und August diesen Jahres. Was bitte will ich denn mehr?
Jaja, ich weiß, es könnte viel toller sein, wenn da eben nicht der Kräutertee stehen müsste, sondern vielleicht ein Cuba libre mit Eiswürfeln und so einem Papierschirmchen, bei denen ich mich immer noch frage warum die im Design nicht mal auf das neue Jahrtausend aktualisiert werden. Nein, eigentlich frage ich mich, warum die überhaupt noch hergestellt werden. Die gehören in diese Kategorie von Dingen, die die Welt nicht braucht, aber doch immer da sind.
Aber zurück zum Thema: WER bitte entscheidet, dass das eine besser und angenehmer ist, als das andere? Das mache ich doch selbst! Es liegt doch in meiner Verantwortung, wie ich die Dinge, die gerade den Ist-Zustand prägen, sehe und empfinde. Nicht das außen bestimmt meine Wahrnehmung.
Ich höre beinahe in meinen Ohren die Worte, wie ich sie von einigen Freunden, Bekannten, Verwandten oder auch Kollegen kenne: „Ach ja, das ist ja schön, aber schade, dass es nicht noch schöner sein kann und Du dabei gesund bist.“ Bitte? Es könnte noch viel schlimmer sein, worüber ich aber gar nicht nachdenken mag, weil das absolut überflüssig ist. Wieso sollte ich mir ausmalen,, wie viel schlimmer es mir gehen könnte. Es geht mir gut, trotz dieses Gegrummels, also belassen wir es auch dabei. Genauso ist es vertane Energie, sich darüber Gedanken zu machen, wie viel besser es wäre, wenn ich gesund sein würde. Ich BIN es nun mal gerade nicht und daher bin ich doch einfach nur dankbar, dass immerhin die Sonne scheint und ich nicht zu krank bin, sondern ich diese noch genießen kann.
Tja und da kommt sie ins Spiel – die Perspektive. Sie ist einfach der maßgebliche Teil unserer Wahrnehmung. Es ist die Perspektive, die uns die Realität so erleben lässt, wie wir sie erleben. Es ist dabei unsere eigene Entscheidung, welche „Brille“ wir aufsetzen und wie wir damit unsere Umgebung filtern. Es ist Mitte Oktober, die Sonne scheint und es sind gefühlte 30 Grad. Es gibt nun mehrere Möglichkeiten, wie ich dies wahrnehmen kann:
Ich kann es einfach mal so hinnehmen, dass es trotz der späten Jahreszeit noch einmal richtig warm ist und setze mich nach draußen und genieße die wärmende Kraft, die die Sonne heute hat.
Ich könnte mich aber auch aufregen, dass es den ganzen Sommer über nur so schlecht war und ausgerechnet jetzt, wo die Tage nur so kurz sind und man doch fast gar nichts mehr davon hat, scheint die Sonne aus allen Löchern. Ich könnte mich weiter da hinein steigern aufregen, wie ungerecht die Welt und die Sonne doch ist und den Tag verfluchen und einfach schlecht drauf sein.
Ich kann ebenso gut rumjammern, dass es für Oktober doch viel zu heiß ist und dass es ja nie das gesunde Mittelmaß gibt und wir schon so ewig lang immer nur kalt und Regen oder heiß und Sonne haben und es nie so richtig angenehm ist und auch das ist so ungerecht und ich verfluche die Welt und habe einen bescheidenen Tag.
Das Dumme dabei ist nur, dass es immer noch meine eigene Entscheidung ist, wie ich den Tag erlebe. Die Sonne trägt daran keine Schuld und auch nicht die Tatsache, dass sie gerade ein wenig zu heiß für diese Jahreszeit ist. (Wer sagt überhaupt, wann es für welche Jahreszeit zu heiß ist?) Nein, es ist meine eigene Verantwortung zu entscheiden, wie ich die Sonne an diesem Tag wahrnehme.
Genauso ist es auch mit meiner Kränkelei. Ich könnte nun rumjammern, dass ich ja eigentlich gerne zum Sport wollte und vielleicht mit meinen Sportmädels im Anschluss noch ein letztes Eis aus Kölns bester Innenstadteisdiele hätte genießen können. Es wäre mir möglich mich darüber ärgern, dass das allgemeine Unwohlsein es mir sowieso vermiest, die Sonne zu genießen, einfach weil das krank fühlen sowieso von Haus aus Mist ist und alles dadurch einfach doof wird. Pfff, wenn ich diese Gedanken so aufschreibe, muss ich zwangsläufig an trotzige Kinder denken, die nicht das bekommen, was sie wollen und wenn wir eins wissen, dann dass trotzige Kinder keine angenehmen Zeitgenossen sind. Warum also sollte ich mir selber antun, zu einen trotzigen Kind zu werden, wenn draußen doch so wundervoll die Sonne scheint und ich die Wärme der Sonnenenergie auf meiner Haut spüren kann? Dabei lehne ich mich doch lieber entspannt zurück und höre etwas meditative Musik oder lese ein lustiges Buch. Das lese ich in der Tat gerade und ich habe Autorin Bettina Hennig versprochen, es Euch ans Herz zu legen, wenn es mir gefällt und es gefällt mir bisher sehr gut! Dazu dann zu gegebener Zeit mehr und an dieser Stelle, zurück zum Thema: Ja, Lesen oder Musik in der Sonne hören und dabei entspannt den gegenwärtigen Moment genießen wird sicherlich meinem Metabolismus eher zu Gute komme und die Genesung begünstigen, als die Rumzankerei mit mir selber, die energetisch auf so niedrigem Niveau von statten geht, dass der Körper fast schon verzweifelt, weil er den Weg zum gesunden „Normalzustnd“ gar nicht mehr findet…
Und damit komme ich zwangsläufig erneut zu dem Schluss, dass es eben einfach in mir selbst und an mir selbst ist, wie ich den Tag erlebe und wie meine Realität sich gestalten soll. Da ist kein anderer, der die Schalter drückt oder das wirklich beeinflussen kann.
Dabei fällt mir noch ein, was so oft in Gesprächen mit anderen Menschen auftaucht und von dem auch ich mich natürlich nicht immer frei machen kann. Wenn wir uns nämlich beispielsweise mit Freunden über erlebte Konflikte austauschen und gerne ein Satz fällt wie: „Boah, der hat mich so genervt, dass…“. Eigentlich ist das nicht richtig und es würde helfen, wenn wir während dieses Gedanken einmal die Perspektive wählen, mit der wir in der Lage sind, selbstbestimmt das Leben zu leben. Dazu brauchen wir diesen Satz nur umformulieren und schon hat der, der uns genervt hat, direkt keine Macht und keinen Einfluss mehr auf uns. Wir machen daraus einfach: „Boah, ich hab mich von dem so nerven lassen, dass…“, und alles wird plötzlich viel einfacher. Ich kann sofort entscheiden, dass ich mich einfach ab sofort nicht mehr von dem anderen nerven lasse. Das geht leider nicht, wenn der andere mich genervt hat… wie soll ich da – also wie könnte ich da – hmm…
Eben. Damit obliegt uns nicht mehr die Möglichkeit der Entscheidung. In vielen Situationen reicht dieser kleine Wechsel der Perspektive, der uns ermöglicht, den Tag bewusst zu genießen, egal mit welchen Überraschungen er auf uns wartet.
Ich überlasse Euch nun Eurem Sonntagskuchen oder was auch immer Ihr so zu tun vorhabt. Ich erfreue mich immer noch der Tatsache, dass mein Körper so wunderbar funktioniert und sich zu wehren weiß, wenn etwas in ihm arbeitet, dass da an sich nichts zu suchen hat und genieße weiter die Sonne…
Warum auch nicht..?
Was sollte mich davon abhalten..?
Achja, ich bin ja krank. Boah, ist das Scheiße. Das nervt mich so sehr, dass ich es gar nicht in der Sonne aushalte. Die ist ja eh viel zu heiß für Oktober. Dass es aber auch nie mal Wetter gibt, welches ausgewogen ist. Immer nur kalt und Regen oder Sonne und megaheiß. Mann, das Leben ist aber so was von ungerecht…
Schönen Sontag und einen grandiosen Wochenstart! 😉

Voller Glück und Dankbarkeit

Es ist kaum zu glauben und damit gerechnet habe ich auch nicht, als ich vor knapp neun Monaten meinen ersten Eintrag in diesem Blog geschrieben habe und somit meine „Blogger-Karriere“ startete, aber nach nicht mal Ablauf eines Jahres ist dies ist mein 100. Post.

In den vergangenen Wochen und Monaten hat sich für mich vieles verändert: Empfindungen, Sichtweisen, Perspektiven auf verschiedenste Bereiche des Lebens. Ich habe viele Erfahrungen machen dürfen und neue Erkenntnisse gewonnen. Einige davon durch diesen Blog. Es gab Rezepte, ein paar Einträge zu Lebensmitteln, Buchtipps und zuletzt auch Reiseberichte, aber vor allem habe ich genossen, meine Gedanken und Empfindungen zum Leben und zum Dasein selbst hier zu teilen. Nach nunmehr neun Monaten ist klar, dass ich damit weiter machen werde, aber alles unterliegt der Veränderung, so auch mein Blog. So werde ich weitestgehend auf das Veröffentlichen von Rezepten und Informationen zu Lebensmitteln verzichten. Es gibt bereits unzählige Seiten, die sich sehr speziell mit diesen Themen befassen und das mit viel größerer Hingabe als ich es vermag. Gerne teile ich weiterhin Ideen zum Thema Ernährung, aber in einer anderen Form, welche sich noch entwickeln wird.
Was ich aber ohne Zweifel fortführen werde ist das Teilen meiner Gedanken. Ich hätte zunächst große Bedenken davor: Wie wird man mich in der Realität wahrnehmen, wenn ich teilweise intime Dinge erzähle? Viele meiner Leser kennen mich persönlich, einige sogar durch Beruf und private Verschränkungen recht gut, aber nicht jeder bekommt im alltäglichen Leben einen Einblick in mein inneres Seelenleben. Ich hatte Angst, das Gesicht zu verlieren oder mich bloß zu stellen, aber was ich stattdessen erhalten habe, war ein großes Geschenk.

Ich blicke voller Glück und Dankbarkeit auf diese neun Monate und darüber hinaus auf die vergangenen Jahres meines Lebens. Es gibt nicht einen Moment, den ich auslöschen möchte, nicht eine Begegnung, die ich rückgängig machen würde, sollte mir diese Möglichkeit offen stehen. Alle Entscheidungen, alle Momente des Erlebens möchte ich ob ihres Glücks, ihres Erfolges, ihres Schmerzes, ihrer Trauer oder welcher Kernerfahrung auch immer nicht tauschen oder missen müssen.

Ich bin dankbar für die unglaubliche Konstruktion genannt Körper, die es uns erlaubt, so viele wundervolle Dinge zu tun. Diese atemberaubende Maschine, die in der Lage ist, tausende von Prozessen eigenständig durchzuführen, um dadurch weiter und weiter zu funktionieren. Eine Geschenk des Daseins, welches erlaubt, zu fühlen, zu sehen, zu schmecken, zu hören und zu riechen und vieles mehr, dass wir oftmals gar nicht gewahr sind. Intuition, innere Stimme, unsere wunderbaren Kräfte der Empathie – all dies möglich durch unseren Körper.

Ich bin dankbar für Momente des Alleinseins und der Einsamkeit. Durch sie habe ich gelernt, dass es subjektive Empfindungen gibt, die uns vorspielen in einem Zustand zu sein, den es eigentlich gar nicht gibt. Ohne diese Empfindungen hätte ich niemals eine Chance gehabt, zu spüren, wie alles miteinander verbunden ist und niemals ein Lebewesen wirklich allein sein kann. Ich bin dankbar für das Gefühl ewiger Verbundenheit und Einheit, welches ich nie gespürt hätte, wenn ich nicht auch sein Gegenteil erfahren hätte.

Ich bin dankbar für Konflikte und Streitereien, die mir zeigen konnten, dass wir stets den Versuchungen des Egos anheimfallen können und dass es keinen Grund dafür gibt, dies zu verdammen oder sich dafür schlecht zu fühlen. Es ist ein Teil von uns mit seinen ganz speziellen Aufgaben und Funktionen. Ich weiß aber nun, dass es zu den kleinen Herausforderungen des Lebens gehört, sich bewusst zu werden, dass es eben auch nicht mehr ist, als das. ICH bin nicht dieses Ego und kann Abstand nehmen, mich damit identifizieren. Ich durfte erfahren, dass ICH viel viel mehr bin, als nur mein Ego. Konflikte und Streitereien haben mich aber noch mehr gelehrt: Zum Beispiel, was es heißt zu vergeben – anderen Menschen aber vor allem auch mir selbst.

Ich bin dankbar für Zyklen wie Tag und Nacht, Jahreszeiten, Leben und Tod. Sie zeigen uns, dass alles ein immerwährender Kreislauf ist, der anmutet, als sei er irgendwie starr. Stets durchläuft er ähnliche Rhythmen und das beinahe ausnahmslos in gleicher Weise wiederkehrend. Doch wenn wir diese Zyklen genau betrachten, erleben wir, dass jeder für sich einmalig ist. Keiner ist, wie der vorherige und der folgende Zyklus wird ebenfalls anders, als sein Vorgänger werden. Welches Geschenk, Gleichheit in der Ungleichheit erkennen zu können.

Ich bin dankbar für die Sonne, die uns Wärme spendet wenn sie da ist, uns aber auch bewusst macht, dass sie nicht immer da sein kann, wenn das Dunkel der Nacht heran bricht. Ich bin dankbar für den Mond, der um unseren Planeten kreist und dessen Aufgaben und Funktionen wir wahrscheinlich längst noch nicht entschlüsselt haben. Dankbar bin ich auch für die Mythen, die sich um unser Sonnensystem spinnen und um das Universum selbst, denn diese Mythen sind es, die uns Menschen dazu veranlassen, weiter voran zu schreiten und Dingen auf den Grund zu gehen. Wir Hinterfragen, um unsere Neugier zu stillen und sind voller Wissensdurst. Ich bin glücklich zu sehen, dass diese Neugierde und dieser Durst nie zu versiegen scheinen, egal welch seltsamen Weg die Menschheit mit ihren „Interessen“ derzeit verfolgen mag.

Ich bin dankbar für alle Dinge, die wir als schrecklich, katastrophal und unmenschlich bezeichnen, auch Dinge wie Krieg, Mord und andere Gräueltaten – und das mag manch einen Erschüttern, manch einen Entsetzen, aber manch einen vielleicht auch erleichtern. Ich bin dankbar, weil ich nur durch ihre Anwesenheit erleben konnte, was ich selber nicht sein möchte. Was ich selber nicht tun möchte und was ich selber in dieser Form meiner Existenz nicht vollziehen möchte. Sie haben mir auch gezeigt, dass ich, obwohl ich manches nicht sein wollte, es manchmal dennoch gewesen bin und dass es nicht schlimm ist, es einmal gewesen zu sein. Es ist mir aber auf diesem schmerzlichen und zunächst selbstverachtenden Pfad klar geworden, dass es nur so für mich spürbar werden konnte, was ich nicht sein möchte.

Ich bin dankbar für die Kraft der Veränderung, die in jedem von uns steckt und die wir erfahren können. Manchmal durch äußere Umstände, manchmal durch unsere inneres Selbst. Durch ihr Erleben habe ich gelernt, dass ich keine Angst vor Veränderung haben muss, dass ich die Fähigkeit habe, mich an unglaublich viel „Neues“ anzupassen – anzupassen in einer nicht unterdrückten oder devoten Haltung, sondern in kreativer, schöpferischer Kraft. Eine Kraft die erlaubt, Neues zu erschaffen und damit die Realität zu erweitern. Eine Kraft die mich auch gelehrt hat, dass es äußere Umstände nicht gibt, sondern dass ich meines Glückes eigener Schmied bin.

Ich bin dankbar für die Fähigkeiten, meine Gedanken, Gefühle und Empfindungen teilen zu können und dankbar dafür, erfahren zu haben, dass alles was ein Mensch ausdrückt, empfindet und teilt einen direkten Einfluss auf sein gesamtes Umfeld hat – auf andere Menschen, auf Tiere und Pflanzen, ja sogar auf jeden Partikel an Energie und Materie um sich herum.

Ich bin glücklich über all die Dinge, die wir wundervoll und bereichernd und großartig bezeichnen. Wie die Natur mit ihren Wundern an Formen und Farben. Ihre Fähigkeit mannigfaltigste Prozesse des Entstehens und Vergehens hervorzubringen, welche eine Perfektion der Zusammenarbeit aller vorhandenen Kräfte aufzeigt – eine einzigartige Mischung aus Schönheit und Grausamkeit.

Ich bin dankbar für Mitgefühl und Zusammenhalt, für Tränen der Freude und des Leids, für das Lächeln eines jeden Kindes und eines jedes Erwachsenen. Ich bin voller Glück über die Freude in den Augen eines anderen Lebewesens, wenn es einen Kameraden wiedersieht und voller Glück, wenn ich erkenne, dass jedes Lebewesen einfach perfekt ist.

Und somit bin ich auch dankbar und glücklich über die Menschen, die mich kurze und lange Perioden in meinem Leben begleiten und begleitet haben. Ich durfte erkennen, was Gemeinschaft heißt und was es bedeutet, kraftvolle Energien aus einer Gruppe heraus zu generieren und diese für wunderbare Ziele einzusetzen. Ich durfte auch erfahren, was Kummer und Trauer bedeuten können, wenn sie mich verließen, ob im „Guten“ oder im „Schlechten“ oder auch einfach durch das unausweichliche Ende ihrer körperlichen Existenz in unserer Realität. Ich bin dankbar und glücklich für all die wundervollen Erfahrungen und Begegnungen, die sich aus ihnen heraus manifestieren könnten. Sie haben mich gelehrt, dass ich in jedem von ihnen mich selbst erkennen kann, wenn ich mich traue, tief in mich hinein zu blicken – in meine Abgründe aus Ängsten und Unsicherheiten, aber auch in mein Glück und meine Freude. Ich erkenne meine Liebe zu jedem einzelnen von ihnen, nicht nur zu denen, die mir begegnet sind, sondern zu jedem einzelnen – zu allem. So sind wir doch auf immer verbunden – ein Teil von mir, ein Teil des großen Ganzen, ein Teil des „Wir“. Ich bin sie und sie sind ich.
Und dies erfüllt mich besonders mit Glück und Dankbarkeit… so wie vieles andere mehr… 🙂

Urlaub in einem kleinen Paradies: Das Steinnest – Teil 3

Wie schon angekündigt, folgt heute mein dritter und zunächst letzter Teil über das Steinnest. Ich möchte Euch auch noch einmal darauf hinweisen, dass es möglich ist, bei Aaron, Sandra und Dennis Urlaub zu machen. Wer mehr wissen möchte, kann sich einfach über die Homepage www.steinnest.de mit den Dreien in Verbindung setzen.

Die vielen Arbeiten und Aufgaben im Steinnest bilden nur eine Gruppe an möglichen Aktivitäten, die rund um diesen wunderbaren Ort erlebt werden können. Der direkt an das Grundstück angrenzende Wald lädt förmlich zu Spaziergängen und kleinen Wanderungen ein. Geschulte Fans und Kundige können zu entsprechenden Jahreszeiten durchaus eine ganze Menge an genießbaren Pilzen dort finden, aus denen sich so manch schmackhaftes Mahl bereiten lässt. Allerdings sollte hier wirklich ein erfahrener Pilzsammler mit unterwegs sein. Wenn ich daran denke, welche Pilze ich bei meiner ersten Runde gefunden habe – ich denke, wir hätte alle in der folgenden Nacht üble Bauchschmerzen bekommen.
Was das Bergwandern generell angeht, ist man in den Pyrenäen sowieso an einer wunderbaren Stelle. Es gibt Pfade und Wege verschiedener Längen und Schwierigkeitsgrade, so dass Anfänger wie Fortgeschrittene hier ebenfalls auf ihre Kosten kommen. Im vergangenen Jahr haben wir zu viert eine kleine Tagestour gemacht und selbst ich als absoluter Jungmann in dieser Hinsicht hatte meinen Spaß und konnte das wunderbare Gefühl beim Erklimmen des Gipfels hautnah spüren. Die Natur bietet zudem immer mal wieder feine Spektakel, wenn viel dichter als gewöhnlich beispielsweise Raubvögel über einem Kreisen und mit ihrer Anmut beeindrucken.30

Wer nicht unbedingt wandern mag, kann natürlich auch anderen Freizeitaktivitäten nachgehen. Es gibt einige sehr niedliche Dörfer und kleine Städte in der Umgebung, die erkundet werden können. Samstags lohnt es sich dabei definitiv nach St. Girons auf den Markt zu fahren. Hier bekommen die Einheimischen so ziemlich alles, was es an frischen Lebensmitteln gibt. Neben verschiedenen Ständen mit Obst und Gemüse werden unterschiedlichste Sorten an Käse angeboten – darunter besonders viele Sorten Schafskäse. Natürlich gibt es auch Fleisch und Wurst, sowie Kleidung und Schuhe. Alles geprägt in „alternativem“ Stil, da vieles handgemacht, aber dafür umso außergewöhnlicher ist, als das was wir so aus der Massenwarenproduktion kennen. 2625Auch während meiner Aufenthalte haben wir dort immer Wurst, Käse, Fleisch und ergänzendes Gemüse und Obst gekauft. Ich kann nur sagen, dass ich selten so wunderbar schmackhafte Mahlzeiten in einem Urlaub zu mir genommen habe, wie dort. Das Fleisch stammt eben doch noch von Tieren, die ihr Leben auf einer grünen Weide in der Natur verbringen durften und nicht mit übermäßig industriellem Futter hochgezüchtet worden sind. Dieser Unterschied ist nicht nur zu schmecken, sondern auch zu spüren. Wer bereits während der Einkäufe hungrig oder durstig wird, kann natürlich auch an diversen kleinen Marktständen etwas zu Futtern finden. Von deftigen Mahlzeiten über Kuchen, Kekse und andere Leckereien ist auch hier das Angebot sehr umfangreich und lässt keine Wünsche offen.
Aber auch die anderen Städte und Dörfer der Umgebung bieten Möglichkeiten zum Bummeln. Es gibt teilweise kleine, alte Kirchen zu entdecken oder man genießt einfach zum Frühstück mal ein Croissant und einen Kaffee, ganz in französischer Tradition.2928

In der Umgebung gibt weitere Besonderheiten zu entdecken, die wir bei uns in Deutschland gar nicht unbedingt kennen: Zum Beispiel öffentliche Trinkwasserquellen. Die französischen Gemeinden haben an entsprechenden Stellen teilweise Brunnen errichtet, so dass die Menschen der Region sich dort Trinkwasser in ihre Flaschen und Gefäße abfüllen können. Das kostet nichts und kann von jedem genutzt werden. Meistens lohnt es sich aber nur, mit vielen Gefäßen zu einer solchen Quelle zu fahren, da sie einige Kilometer vom Wohnort entfernt liegen. Dennoch ist dieses frische Quellwasser sicherlich um einiges bekömmlicher und besser, als das durchschnittliche Trinkwasser aus unserem Wasserhahn.33

Im Steinnest selbst gibt es natürlich ebenfalls Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Aaron und Dennis sind mittlerweile fleißig dabei, Bögen zu schnitzen, um damit schlicht Bogenschießen zu üben. Ich bin bisher nicht in den Genuss gekommen. Ich bin aber sicher, dass ihr bei Interesse vor Ort selber loslegen und einen Bogen bauen könnt, um ihn anschließend auf Funktionalität zu testen.34An sonnigen Tagen laden selbstverständlich diverse Plätze zum Entspannen draußen ein. Es gibt Bänke und Tische überall auf dem Gelände und natürlich lässt sich auch immer ein sonniges Plätzchen mit einer Decke auf den Wiesen finden – aber Obacht, auch hier gibt es dornige Beerenbüsche und Brennnesseln. Ich bevorzuge daher die Sonnenliege, um ein gutes Buch zu lesen. 🙂35 Sandra, Aaron und Dennis haben auch eine kleine Sammlung an Gesellschaftsspielen, die ebenso draußen in der Sonne oder aber an den nicht ganz so schönen Tagen am Ofenfeuer sitzend gespielt werden können.27Hin und wieder kann ein kleines Lagerfeuer gemacht und daran gegrillt werden. Eine spezielle Feuerstelle dafür ist im Garten angelegt. In diesem Jahr hatte ich sogar die seltene Gelegenheit, bei einem besonderen Feuer dabei zu sein. Wenn Bäume gefällt und Büsche geschnitten werden, fällt ja auch immer Verschnitt an, der nicht zum Heizen genutzt werden kann. Dieser wird dann an geeigneter Stelle aufgeschichtet. Wenn er lange genug durchgetrocknet ist, lässt sich dieser natürlich in ein beeindruckendes Feuer verwandelt. Im Steinnest wird dies aber nicht zu Ostern gemacht, da zu jener Jahreszeit noch viel zu viele Kleintiere darin nisten. Da bietet sich der Spätsommer viel besser an, da auf Grund der warmen Temperaturen die Tiere noch anderweitig in Wald und Flur unterwegs sind.

Wer es in seinem Urlaub gar nicht ohne Trubel aushält, wäre natürlich auch in einer guten Stunde Autofahrt in Toulouse und könnte dort eine klassische Stadterkundung machen, wobei ich gestehen muss, dass es nichts gibt, was mir ferner läge, wenn ich im Steinnest bin. Aber wie wir in Köln sagen: Jeder Jeck is anders!

Und damit endet mein erster Reisebericht mit diesem dritten Teil. Ich hoffe, der eine oder die andere hat gefallen an der Idee gefunden, meine lieben Freunde in Frankreich einmal zu besuchen und einen Urlaub zu machen, der einfach anders und dafür umso spannender und beruhigender ist.