Erkennen und Integrieren

Manche unserer Traumen liegen tief in unserem Seeleninneren verborgen. Wir können sie teilweise nur schlecht erkennen, selbst wenn sie sich immer wieder zeigen. Es bedarf dann oftmals eines Spiegels in Form eines Partners, Freundes oder einer Situation, die uns hilft, genauer hinzuschauen. Und damit ist der erste wichtige Schritt getan. Wenn wir einmal den Anblick unseres Traumas erhascht haben, können wir mit ihm arbeiten. Wir haben die Chance zu erkennen, wodurch wir uns zu bestimmten Reaktionen haben hinreißen lassen und in den Schmerz gezielt hineinhorchen.

Oftmals haben sich diese Schmerzkörper – ich verwende dieses Wort von Eckhard Tolle aus seinem Buch Jetzt – Die Kraft der Gegenwart sehr gerne, weil es einfach so zutreffend ist. Diese Schmerzkörper haben häufig eine große Macht über uns. Das ist ihr großes Talent. Sie tarnen sich durch ihre Kraft, Stärke und überwältigende Präsenz im Moment ihres Auftretens. Wir haben dann manchmal keine Möglichkeit, zu erkennen, dass wir uns in der daraus resultierenden absoluten Unbewusstheit völlig unseren Ängsten hingeben. Wir geben dem Trauma damit alle Energie, um wieder an die Oberfläche zu kommen und das ist eigentlich das, was wir durch so viele Schutzstrategien im Laufe von Jahren versucht haben, zu verhindern.

Das Unangenehme dabei ist allerdings, dass sie sich nie auf Dauer verbergen lassen, sondern uns immer wieder einen Besuch abstatten. Immerhin wollen sie gesehen werden und die nötige Aufmerksamkeit und Beachtung in den Momenten der Wahrnehmbarkeit. Im Endeffekt sind Schmerzen nur dazu da, dass wir sie erkennen, ihre Ursachen erspüren und uns ihnen stellen. Dazu müssen wir aber in Bewusstheit agieren. Eine kleine Herausforderung im Alltag. Eigentlich dürfen und können wir sie schon im Moment des ersten Erlebens genauso betrachten, doch oftmals fehlt und in jungen Jahren noch die Kraft und die Erkenntnis und leider in der westlichen Welt auch die Anleitung dazu, wie das genau funktioniert.

So verwurzeln sich diese Erlebnisse aus Kindheit, Jugend und frühem Erwachsenenleben in uns und wir begeben uns immer wieder in Situationen, die aus uns all diese alten traumatischen Empfindungen herausholen und die Spiegel werden zumeist immer größer, damit wir sie endlich erkennen. Wenn wir dies dann einmal geschafft haben, können wir uns vielleicht doch wieder auf unsere Bewusstheit fokussieren und genauer hinschauen. Dann benötigen wir aber Werkzeuge, um diese alten Anhängsel auch wirklich los zu werden. Es reicht dabei nicht, sie einfach nur als solche zu erkennen, sondern wir müssen sie annehmen, wie sie sind, den Schmerz gehen und die Erkenntnis darüber in uns einfließen lassen. Die Mittel und Wege dazu sind für jeden Menschen anders und es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten. Ich habe durch meine Ausbildung zum Theki-Meister meinen Weg gefunden, damit zu arbeiten. Andere Menschen meditieren oder praktizieren Yoga. Wieder andere gehen zu einem Reiki-Heiler oder tanzen sich vom Scherz frei. Es gibt kaum Grenzen dabei, wie ein Loslassen des Schmerzes funktionieren kann, so lange wir uns nicht in der Arbeit mit dem Schmerz zerstreuen. Fernsehen zu schauen, im Internet zu surfen und ähnliche Dinge werden uns leicht wieder aus der Bewusstheit herausholen. Diese Beschäftigungen sind gut, wenn wir merken, dass uns die Kraft fehlt, hinzuschauen. Dann kann kurzfristige Zerstreuung kleine Wunder wirken. Aber es führt kein Weg daran vorbei, den Schmerzkörper zu erkennen, anzuschauen und transformiert als Erfahrung in uns aufzunehmen und zum Teil unseres Selbst werden zu lassen, der nicht mehr weh tut. Wir dürfen stets darauf vertrauen, dass uns das alles nur widerfährt, damit wir am Ende im besten Falle all unsere Schmerzkörper transformiert und in unser innerstes Seelenselbst integrieren konnten.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s