Veränderungen im Außen – Veränderungen im Innen

Jeder von uns geht seinen eigenen Weg durchs Leben. Wir treffen dabei stets Entscheidungen, welche diesen Weg bestimmen, verändern und welche uns an Weggabelungen und Kreuzungen eine bestimmte Richtung einschlagen lassen. Manchmal sind diese Richtungswechsel für uns subjektiv gut, manchmal scheinen sie kaum eine Wirkung zu haben und manche empfinden wir als schlecht. Wenn uns bewusst wird, dass wir in unserem Leben auf einem Weg sind, der uns nicht gut tut, der uns körperlich, seelisch oder geistig schmerzt oder gar zerstört, dann dürfen wir uns glücklich schätzen, denn wir haben die Möglichkeit für uns erkannt, diesen Pfad zu verlassen. Es gibt Momente, in denen wir den Weg einfach verlassen und über freien, angenehmen Boden auf einen anderen Pfad wechseln können. Es gibt aber auch Wegwechsel, die für uns nicht einfach sind. Wir müssen dann einen Weg verlassen und ins Unterholz, über schlammigen Grund oder durch hohes Gras laufen und niemand kann uns genau sagen, was dort auf uns wartet. Manch einer muss den Weg auch durch undurchsichtiges, enges Dickicht und Gestrüpp hindurch verlassen.

Es fällt uns also nicht immer leicht, zu erkennen, wie wir den Pfad wechseln können. Dies manifestiert sich in der uns allen bekannten Angst vor Veränderung. Doch jeder von uns hat die Fähigkeit zu erkennen, wenn es an der Zeit ist. Es stellt sich nur die Frage, ob wir uns trauen, die Entscheidung zur Veränderung zu treffen.

Veränderungen können wir auf zwei verschiedene Arten vornehmen. Ich habe schon oftmals davon geschrieben, dass wir in Situationen einfach die Umstände verändern können, damit es uns besser geht. Wir können den Job wechseln, wenn uns die Arbeit nicht gut tut oder wir können den Wohnort wechseln, wenn wir uns in der Umgebung nicht wohl fühlen. Dies können hilfreiche Schritte sein, wenn wir von einem Pfad auf den anderen wechseln mögen. Doch es gibt auch hin und wieder Entscheidungen, die wir treffen müssen, in denen uns die bloße Veränderung äußerer Umstände nicht helfen wird.

Wie können wir die Dinge loslassen, die uns tief in der Seele Schmerzen bereiten? Reicht es da wirklich, wenn wir einfach aus einer Situation heraus gehen? Werden wir dann nicht schnell wieder in eine vergleichbare Situation gebracht? Es ist ein erster Schritt, wenn wir uns mit unserem Außen beschäftigen, doch reicht das wirklich? Langfristig kann Veränderung nur im Inneren stattfinden, auch wenn wir versuchen, sie im Außen vorzunehmen.

Wir können uns das Außen jederzeit zu nutzen machen und dadurch vieles erkennen, uns selber besser verstehen und das Menschsein an sich erfahren. Aber reicht es aus, den Wohnort zu wechseln, weil wir uns an der Stelle, an der wir stehen, nicht wohl fühlen? Es ist der erste Schritt zur Erkenntnis, aber wir sollten hier nicht aufhören, sondern nach dem physischen Ortswechsel tief in unserem Inneren schauen, was dort einen „Ortswechsel“ benötigt.

Wenn wir einen Job kündigen, weil unser Chef uns zu viel Arbeit aufhalst, während andere Kollegen unseres Empfindens nach viel weniger Arbeit auf den Tisch bekommen, dann können wir den Job wechseln. Wenn wir aber nicht auch in unserem Inneren schauen, verstehen und verändern, wofür diese „viele Arbeit“ steht, dann werden wir an anderer Stelle erneut einen Menschen treffen, der uns „viel Arbeit“ aufhalst.
Wenn ein Drogensüchtiger sich aus seinem sozialen Umfeld löst, weil dort zu viele andere Menschen um ihn herum sind, die für seinen Rauschmittelkonsum stehen, dann hat er damit einen ersten Schritt getan, sollte jedoch auch schauen, woher diese Sucht rührt. Wovor flüchtet er? Was mag er nicht ins Bewusstsein dringen lassen? Schaut er sich dies nicht an, wird er sich stets wieder in Situationen und von Menschen umgeben finden, die den Konsum von Suchtmitteln unterstützen.

Das Außen zu verändern kann nie der einzige oder der letzte Schritt zur Befreiung sein. Wir sollten stets schauen, wo in uns der Ort ist, den wir im Außen bereits bereit sind zu ändern, damit wir ihn in uns auch verändern können. Unsere Realität generiert sich stets aus dem, was wir in sie hinein geben. Daher werden wir immer das bekommen, was unser Inneres ins Außen gibt. Aber unser Inneres kann nicht aus dem entstehen, was wir als Außen wahrnehmen.
Es ist jedoch keine Einbahnstraße, das gilt es hier, nicht falsch zu verstehen. Der Austausch findet stets in beiden Richtungen statt, aber der Effekt ist nicht gleich. Das Außen zeigt uns, was unser Inneres ist, braucht und empfindet. Das Außen darf als unser Ansporn und die Motivation gesehen werden, unser Inneres zu verändern, damit sich das Außen auch verändern kann.
Das Außen verändert sich jederzeit, egal ob wir unser Inneres verändern oder nicht. Wenn es nicht manifestiert, was wir aus unserer Veränderung im Inneren heraus kreieren, dann zeigt es uns unsere innere Unausgeglichenheit auf unterschiedlichste Weise, bis wir endlich begreifen und zulassen, was in unserem Inneren nach Veränderung verlangt.

Je mehr unser wahres Selbst mit unserem manifestierten Ich in Balance ist, umso stärker empfinden wir unser Außen als angenehm und wohltuend.

Wollen wir also Veränderung schaffen, die uns Glück und Zufriedenheit bringt, können wir mit einer Veränderung der äußeren Umstände beginnen, sollten aber dabei immer im Auge behalten, dass dies nur ein Zeichen für das Bedürfnis nach Veränderung in unserem Inneres ist.
Unser wahres Selbst kennt den Weg, immer, auch wenn wir ihn mal verlassen oder aus den Augen verloren haben und unsere Realität zeigt uns, wie wir auf den Weg zurück finden.

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Liebe in allem

Heute ist einer von den Tagen, an denen ich mich sehr glücklich und leicht empfinde, denn ich kann die Liebe überall sehen. Wir sollten uns stets versuchen, darin zu üben und danach zu streben, dass wir Liebe in allem sehen, denn alles besteht aus reiner Liebe. Im Universum gibt es nichts anderes, als Liebe. Ich bin nicht der Erste, der darüber schreibt, denn Neale Donald Walsh, Eckhard Tolle und andere haben bereits in ihren Werken und Arbeiten auf sehr plausible, wenngleich auch teilweise verstörende Art, genau das umschrieben. Aber heute ist für mich der Moment gekommen, mein Empfinden darüber nieder zu schreiben und zu teilen.

Es sind kleine Momente der Erkenntnis, die uns dazu verhelfen, Dinge klar zu sehen und als das zu erkennen, was sie wirklich sind. Das Universum hat sich da zunächst als ein wunderbares System kreiert, das perfekt funktioniert. Wie die Planeten um die Sonnen kreisen, so bewegen sich auch Sonnensysteme in Perfektion im Universum. Das Leben an sich ist verkörperte Liebe, weshalb wir den Akt, der Leben hervorbringt auch stets mit dem, was wir als das Gefühl der Liebe kennen, in unmittelbare Verbindung bringen. Aber auch der Tod ist Liebe. Tod bringt Leben hervor, Leben kann nicht sein ohne Tod. Wir gewinnen Nahrung aus sterbenden Lebewesen, seien es nun Pflanzen oder Tiere, doch das Ende eines Lebewesen ist essentiell für das Überleben eines anderen und in der darin liegenden Anmut ist nichts anderes verborgen, als Liebe. Liebe die sich für uns manchmal ein wenig versteckt und kälter anfühlt, als das, was wir selber als Liebe empfinden – aber es ist und bleibt Liebe. Im der wundervollen Dokumentation „Unsere Erde“ gibt es eine Szene, in welcher eine Raubkatze eine Antilope jagt und reißt. Dieser eine Momente, in welchem das gejagte Tier ins Straucheln kommt und stürzt und von der Raubkatze getötet wird, zeigt auf eine ganz besondere Art, was ich meine. Ja, der Akt des Tötens mutet brutal und sehr hart an und wir verbinden dies zunächst nicht mit dem, was Liebe für uns ist. Doch in dem Moment, in dem das Beutetier gewahr wird, was seine Aufgabe ist, sehe ich Frieden und Hingabe in den Augen des bald sterbenden Tieres. Es ist, als würde es genau wissen, dass alles gut ist, trotz des Schmerzes. Ich sehe Liebe in seinen Augen.

Doch Liebe geht weit über das hinaus, was wir in der Natur oder um uns herum sehen können. Liebe ist in all unseren Taten oder besser gesagt, all unsere Taten entstehen aus Liebe oder aus dem Bedürfnis heraus, geliebt zu werden. Wir können Liebe in vielen Dingen sehen: Iem Blumenstrauß, den der Mann seiner Frau zum Jahrestag mitbringt und im Lächeln, dass sie ihm schenkt, wenn sie den Blumenstrauß überreicht bekommt. Wir sehen Liebe, wenn eine Mutter zu ihrem Kind eilt, dass bei den ersten Gehversuchen hingefallen ist und wir spüren die Liebe im ruhigen Atem unserer Kinder, wenn wir sie in unseren Armen in den Schlaf wiegen.

Liebe liegt aber auch in all den Taten verborgen, die wir oft als schlimm, ungerecht und verabscheuungswürdig empfinden. Doch wenn wir genau hinschauen, können wir sie erkennen. Damit rechtfertigen sich nicht in unser aller Verständnis diese Taten, aber wir können besser verstehen, warum sie geschehen. Liebe liegt auch darin, wenn zwei Menschen sich streiten und sich dabei gegenseitig ihre unschönen Eigenschaften und Verhaltensweisen an den Kopf werfen. Liebe ist darin verborgen, denn beide handeln aus der Angst heraus, die Liebe, die sie durch ihren Partner so stark spüren können, verlieren zu können. Wir handeln dann oftmals unüberlegt und werden hart und teilweise ungerecht, doch eigentlich wollen wir die für spürbare Liebe bewahren.

Ein Mensch, der im Gerichtssaal den Mörder eines Angehörigen erschießt, handelt aus purer Liebe. Aus dem Verlust heraus, den er glaub spüren zu müssen, weil ihm augenscheinlich Liebe genommen wurde. Aber auch im Akt des Mordes – und das wird nicht jeder von Euch so annehmen können – steckt der Wunsch nach Liebe. Es mag Aufmerksamkeit sein, die dieser Mensch so dringend benötigt, dass er eine solche Tat begeht oder vielleicht ebenfalls die Angst davor, gespürte Liebe andernfalls zu verlieren.

Wir alle handeln immer nur aus diesen beiden Motiven, weil wir lieben oder weil wir Liebe suchen. Es gibt keine Ausnahme. Wenn wir uns schnellen Sex in einer Bar suchen, dann suchen wir eigentlich die Liebe zu uns selbst, weil wir sie gerade nicht erkennen können und den anderen benötigen, damit er uns zeigt, wie wundervoll und liebenswert wir sind. Wenn wir einem älteren Menschen über die Straße helfen oder eine Wasserkiste die Treppen herauf tragen, handeln wir aus reiner Liebe, denn wir wissen, dass auch wir eines Tages auf liebende Gesten anderer angewiesen sein könnten. Wenn wir eifersüchtig sind, handeln wir aus Liebe, weil wir auch hier Angst haben, dass uns Liebe abhandenkommen könnte.

An Tagen wie heute empfinde ich einen inneren Frieden, weil ich weiß, dass Liebe niemals abhandenkommen kann, denn sie ist immer da. In all ihren Facetten und mit all ihren unterschiedlichen Gesichtern, die wir niemals im Laufe eines Lebens selber kennenlernen können und doch jedes davon schon kannten, bevor wir dieses Leben anfingen. Liebe ist in allem und zeigt sich durch alles, egal wie unmöglich es uns erscheinen mag. Wir müssen nur genau hinschauen und können sie erkennen. Und an Tagen wie diesem versuche ich mich mehr und mehr in Achtsamkeit für die Liebe zu üben, damit ich immer ein wenig mehr in diesem Bewusstsein von Liebe ruhen kann.

Diese Menschen, die unser Inneres berühren…

Wir treffen jeden Menschen immer genau in dem Moment, in dem wir ihn treffen sollen. Diese Begegnungen eröffnen uns immer wieder neue Möglichkeiten. Wie Türen und Tore auf den Wegen durch das Leben, zeigen sie uns manchmal Abkürzungen oder auch Umwege. In jedem Fall sind sie nie umsonst da, nie einfach nur zufällig, sondern immer, weil es genauso sein sollte.

Ich saß heute früh bei Kerzenschein und habe wie nahezu jedem Morgen meine Gedanken aufgeschrieben. Dabei habe ich auch an einige der Menschen gedacht, die mir in meinem Leben begegnet sind. So manches Mal habe ich durch den einen oder anderen eine Erfahrung gemacht, die man sich sicherlich auf den ersten Blick lieber erspart hätte, aber da wir in unserer Existenz selten ohne diese Erfahrungen wirklich lernen und verstehen, was wir möglicherweise lieber anders manifestieren würden, habe ich nicht einen einzigen dieser Moment in meinem Leben bereut.

Heute Morgen schwirrten mir aber die Begegnungen durch den Kopf, die mir etwas Schönes eröffneten. Manche Menschen treten sozusagen plötzlich in unser Leben, ganz unerwartet. Eigentlich tun sie das alle, aber es fühlt sich hin und wieder eben „besonders“ plötzlich an, weil sie möglicherweise schon lange Zeit in unserer unmittelbaren Nähe gelebt haben und wir ihnen zuvor nie begegneten. Obwohl wir mehrfach an ihnen vorbeigegangen oder –gefahren sein könnten. Auf dem Weg zum Einkaufen vielleicht. Möglicherweise fuhren sie sogar jeden Tag mit uns im gleichen Bus zur Arbeit. Doch wir sehen sie erst, wenn der richtige Moment gekommen ist. Man hat eventuell die gleichen Interessen und fragt sich, warum es überhaupt so lange gedauert hat, dass diese Begegnung endlich stattfinden durfte, wo es doch die Entfernung selbst nicht gewesen sein kann, die einen bisher trennte. Aber wenn der Moment kommt und sich mir dann offenbart, welche wundervollen Seelen sich mir da gerade zeigen, durchflutet mich eine unglaubliche Wertschätzung und ich bin dankbar über diese Erkenntnis. es ist nicht wichtig, dass es gedauert hat. Es ist ein Geschenk, zu wissen, dass sich immer wieder Menschen auf unseren Wegen befinden, die uns helfend die Hand reichen, einfach nur indem sie durch unsere Augen direkt in unsere Seele blicken können und uns sehen, wie wir wirklich sind. Worte sind dann hin und wieder gar nicht notwendig. Denn auch wir schauen ihnen dann direkt in ihre Seele. Wir können sie fühlen, als würde die Aura des anderen auf uns übergehen, uns durchfluten und eins mit uns werden.

Ja, es kommt vor, dass wir diese Menschen treffen. Sie sind wir kleine menschgewordene Engel und oftmals wissen sie das gar nicht. Würden wir es ihnen sagen, werden sie sich beinahe alle versuchen, herauszureden. Sie tischen uns ihre Unzulänglichkeiten auf, damit wir sie nicht erkennen. Dpch sie tragen auch Dinge in sich, die sie das Außen nicht gerne wissen lassen. Doch wenn sie in einem gewissen Moment Sicherheit verspüren, vertrauen sie uns vielleicht eines ihrer eigenen, kleinen und „dunklen“ Geheimnisse an. Dennoch werden sie für uns nicht weniger schön, nicht weniger vertraut und auch nicht weniger perfekt und vollkommen. Im Gegenteil, ich erkenne darin noch viel besser, was sie sind und könnte mich darüber nicht glücklicher schätzen.

Die Angst sich zu offenbaren steckt tief in jedem von uns, denn wir müssen Erwartungen genügen und uns vermeintlich in ein Schema pressen, in welches wir nicht immer hinein passen. Wir versuchen aber, es anderen Recht zu machen. Vielleicht die eigenen Eltern, da sie erwartungsvoll in unserer Ausbildung investiert haben und wir meinen, dass sie nun die Früchte dessen ernten möchten. Vielleicht einer unserer Vorgesetzten, der sich für uns stark gemacht hat und nun den Gegenwert in unübertroffener Leistungserbringung erwarten.
Manchmal erkennen wir sogar fast, dass wie uns zu sehr unter Druck setzen, um zu genügen. Wir suchen Wege aus dem Dilemma. Manche schämen sich, wenn sie dann Hilfe in Anspruch nehmen, da sie unerwartet mit den stetigen Anforderungen nicht zurechtkommen. Sie fühlen sich dadurch vielleicht noch schlechter, denn sie haben erneut Erwartungen nicht erfüllt. Sie haben vielleicht auch Angst, wir könnten uns von ihnen abwenden, weil wir sie direkt von dieser vermeintlich schwachen Seite sehen. In der Essenz dessen, was wir wirklich sind, können wir uns von diesen Seelen nicht abwenden. Die Geste ihres Vertrauens ist ein großartiges Geschenk an uns.

Ein Geschenk, welches uns auch ermöglicht, unsere eigenen Abgründe zu überwinden. Sie helfen uns, zu sehen. Sie helfen uns, unsere Wahrnehmung zu erweitern, den Fokus ein wenig zu vergrößern. Und in dem Moment des Austauschs ist immer ein Ausgleich da. Er mag subjektiv nicht ausgewogen sein, aber auch das ist nur unserer Wahrnehmung zu schulden. Indem sie ihre kleinen Abgründe offenbaren, helfen sie mir, dass ich meine sehen kann. Indem sie ihre Schönheit zu erkennen geben, kann ich auch die meine sehen. Indem ich ihre empfundene Schwäche sehe, kann ich sehen, warum ich mich manchmal schwach empfinde…

Ich möchte sie nicht missen, diese Wesen, die mir begegnen und wie Seelenverwandte in Erscheinung treten. Die, bei denen es keiner Worte bedarf. Die, die uns so nah sind, dass wir nach dem ersten Tag bereits fühlen, wir hätten Jahrhunderte miteinander verbracht. Und das haben wir wohl auch, wie sonst könnte es sich so anfühlen…

Ich bin dankbar, dass wir gemeinsam diese Reise angetreten haben, auch wenn wir nicht auf allen Abschnitten gemeinsam unterwegs sein können. Ja, ich meine Euch. Die, die jetzt glauben, dass ich sie nicht meinen könnte. Die, die sich herausreden, dass sie so etwas nie für mich oder jemand anderen sein könnten. Aber ihr seid es, in jedem einzelnen Augenblick.
Jeder kann es sein – für jeden – irgendwann.

Einen wundervollen 1. Advent Euch wundervollen Seelen überall dort draußen!

Mit der Neugier Deines inneren Kindes… Leben erfahren

Die meisten von uns kennen das wohl: Ab einem bestimmten Alter wollen wir nicht mehr unbedingt Neues kennenlernen, weil wir meinen, schon genug gelernt, gesehen, erfahren, erzählt bekommen oder glauben verstanden zu haben. Dann mümmeln wir uns in unsere Welt ein und genießen das, was wir kennen. Wir stehen allmorgendlich auf, gehen im besten Fall einer Tätigkeit nach, die uns Spaß macht, im ungünstigeren Fall ist es eine Tätigkeit, die uns eher Missmut bereitet. Dennoch haben wir uns in diesem Fall meistens mit dem Missmut arrangiert und bleiben einfach dabei… wir wissen ja immerhin, wie es sich anfühlt… Nach getaner Arbeit kommen wir nach Hause, haben einen Freundeskreis, welcher sich oft aus den Jahren unserer Ausbildung heraus gebildet hat und mit dem wir mehr oder weniger unsere freie Zeit verbringen. Wir haben einen Partner oder eine Partnerin, welche/r mit uns durchs Leben geht und möglicherweise auch Kinder. Wir sind so sehr an bestimmte Abläufe und Situationen gewöhnt, dass wir eigentlich gar nichts mehr groß ändern wollen. Natürlich, wenn das erste Kind kommt, ist alles neu und wir müssen uns anders organisieren und ausrichten. Die Beförderung im Job bringt auch Herausforderungen mit sich, keine Frage. Dennoch sind dies oftmals einfach Erfahrungen, die wir deshalb zulassen und ich Kauf nehmen, weil sie unserer Lebensplanung sehr genau entsprechen. Wir wollen Familie gründen, haben uns irgendwann dazu entschlossen oder wir möchten Kariere machen und nehmen natürlich die „Umstände“ einer Beförderung dann auch gerne in Kauf.
Wir haben eben irgendwann im Laufe unseres Lebens eine Art Raster oder Plan erstellt, was wir im Leben so alles erreichen wollen… oder war das irgendwie ganz anders und es sind Dinge, die wir erreichen sollen…?

Dieser Frage möchte ich heute nicht nachgehen. Ich will eigentlich auf eine andere Art von Erfahrung hinaus. Es geht mehr um diese Momente, die wir nicht zulassen, weil wir denken, dass wir dafür „zu alt“ sind, dass wir „so etwas nicht mehr erleben müssen“ oder dass das ja „viel zu gefährlich ist“. Manchmal unterlassen wir auch Dinge, weil wir meinen, es sei albern, wäre für jemanden wie uns nicht schicklich oder würde unserem Ruf nachhaltig schaden. Meistens jedoch sind all dies einfach nur Ausreden, die wir benutzen, um „Veränderung“ in kleiner und sehr bestimmter Form nicht zuzulassen. Wir wollen nicht aus unserer Komfortzone ausbrechen und lieber in dem verhaftet bleiben, was uns bekannt ist. Doch ist dies wirklich sinnvoll? Ja, das kann es natürlich sein. Immer dann, wenn wir mit den Umständen, in denen wir uns bewegen glücklich, dankbar und zufrieden sein können, auch wenn sie ab und an vielleicht einmal nicht zum Besten stehen. Wenn wir aber in Dingen verhaftet bleiben, die uns eigentlich in ihrer Grundsätzlichkeit nicht gut tun, zwingen wir uns, in eine Komfortzone, die ja noch nicht einmal wirklich „komfortabel“ ist. Aber wir verweigern uns den „Ausbruch“, weil wir Angst haben, es könnte „noch“ schlimmer werden, als es schon ist.

Trotzdem kann es uns passieren, und dies geschieht häufig dann, wenn wir mit einem gewissen Grad an Bewusstheit unser Leben führen, dass uns Menschen begegnen, die uns die Möglichkeiten eröffnen, etwas Neues zu erleben, was wir uns vielleicht vorher niemals zugestanden hätten. Es muss auch nicht unbedingt ein Mensch sein, der uns dazu bringt. Es kann eine Erfahrung sein, die unseren Blickwinkel erweitert oder eine Erkenntnis, die wir aus einem Buch schöpfen. Die Möglichkeiten sind hier sehr unterschiedlich. Aber da es sich auch hierbei generell um „Erfahrungen“ handelt, können sie uns in unbewussten Momenten leicht durch die Lappen gehen. Wir brauchen also eine gewisse Aufmerksamkeit nach außen und auch eine Achtsamkeit nach innen. Ist beides in guter Balance werden uns Momente wie diese immer wieder begegnen. Wir haben dann die Wahl, uns auf das Neue einzulassen und es auszuprobieren. Das kann eine neue Speise sein, die wir niemals sonst gegessen hätten. Es kann ein neues Hobby sein, zu welchem wir uns sonst viel zu alt oder dabei viel zu albern gefühlt hätten. Es könnte auch ein neuer Job oder eine Nebentätigkeit sein, die wir uns wegen mangelndem Selbstvertrauen nicht zugetraut hätten. Vielleicht auch eine neue sexuelle Erfahrung, die für uns bisher nicht schicklich war oder deren Reiz wir uns selber aus Scham nicht zugestehen wollten. Es kann auch sein, dass wir merken, dass wir die Umarmung eines Freundes für mehrere Sekunden zulassen können, vielleicht sogar mehrere Minuten, weil wir bemerken, dass auch daraus eine tiefe Geborgenheit vermittelt wird, die beiden über einen schwachen Moment der Unsicherheit hinweg helfen kann. Es gibt hier eine schier unendliche Bandbreite an Dingen, die ich noch aufführen könnte, die wir uns versagen, aus Angst, dass wir unsere Komfortzone verlassen müssen. Wenn wir es schaffen können, frei zu brechen aus der Angst, wird nicht jede Erfahrung das bringen, was wir uns davon versprochen haben. Aber wir können dann konkret sagen, wie wir das Erlebte empfunden haben. Wir gewinnen Gewissheit und lernen mehr über uns selbst. Und was ist schlimmer, als vielleicht nie herauszufinden, wir wunderbar wir manches empfinden könnten, es aber nie empfunden haben, nur weil wir uns ein Leben lang nicht getraut haben, es auszuprobieren.

Kinder können hier oft unser Vorbild sein. Sie sind meistens, sofern sie nicht früh von Ängsten und Unsicherheiten geprägt worden sind, sehr experimentierfreudig und neugierig. Sie erkunden die Welt, wollen herausfinden, wie alles funktioniert und vor allem haben sie die unbefangene Gabe oder besser gesagt das unbefangene innere Selbst, welches sie die Dinge einfach so hinnehmen lässt, wie sie sind. In ihrer Unbekümmertheit müssen wir ihnen natürlich hin und wieder einige Dinge erklären, aber sie haben die Gabe, es dann so anzunehmen. Wenn wir uns diese kindliche Neugier bewahren können oder es zumindest schaffen, sie wieder zuzulassen, erfährt das Leben eine neue Süße. Wir haben die wundervolle Chance mit kindlicher Neugier die Welt zu entdecken, ohne dabei kindisch zu sein.

Ich habe in den vergangenen Jahren, aber besonders gerade in den letzten Monaten so viele neue kleine und große Erfahrungen machen dürfen, weil ich mehr und mehr lerne, die kindliche Neugier in mir wieder zuzulassen und ihr nachzugehen. Ich habe es bisher nie bereut und bin sicher, dass ich es auch nie bereuen werde. Die Welt da draußen ist so wundervoll, dass wir uns nicht auf unseren eigens kreierten Käfig beschränken sollten. Wir dürfen den Mut haben, aus ihm auszubrechen und neue, andere und spannende Facetten des Lebens kennenlernen.

Meinst Du, Du kannst es zulassen, die Neugier Deines Kind wieder frei zu setzen und damit neue Erfahrungen zu machen. Dann fang damit an. Wann? JETZT! Wie wär es mit einem ausgelassenen Tanz zu Deinem liebsten Song. Los – TRAU DICH!

Im Fluss des Lebens

An jedem einzelnen Tag gibt uns das Universum Zeichen dafür, dass wir uns im Fluss befinden. Manchmal sehen wir diese Zeichen nicht, denn wir sind innerlich zu blockiert und empfinden die Dinge, die uns begegnen dadurch als böse Zufälle oder als Pech. Manchmal nehmen wir diese Zeichen auch einfach nicht wahr. Unsere Antennen sind nicht darauf kalibriert, jene Signale zu verarbeiten. Unsere alltäglichen Routinen halten uns häufig davon ab, mit diesen uralten Sinnen wahrzunehmen und sie zu verstehen. Gern schieben wir auch anderen Menschen den „schwarzen Peter“ zu. Frei nach dem Motto: „Wie kann er mir das nur antun?“ oder auch „Wie kann Sie nur so kaltherzig sein?“ Sätze wie diese gibt es Tausende und jeder von uns hat den einen oder anderen schon einmal in seinem Kopf gehabt. Eines vergessen wir dabei jedoch sehr gern: In der Regel passieren diese Dinge nur, weil sie passieren sollten oder wir sie sogar erleben wollten.

Manchmal stecken wir in einer Beziehung – und es spielt keine Rolle, welcher Natur diese Beziehung ist – und merken, dass es uns damit nicht mehr gut geht. Aber wir verharren dennoch darin. Möglicherweise berichten wir zwar schon Freunden davon, dass die Beziehung irgendwie schmerzhaft ist, es kein „Herankommen“ mehr an den anderen gibt oder aber die Kommunikation nicht mehr auf der gleichen Ebene stattfindet. Dennoch hadern wir mit uns selbst, den Schritt zu gehen und uns von den destruktiven Anteilen der Beziehung zu lösen. Wir haben Angst davor, zu viel aufzugeben. Wir haben Angst vor dem Verlust, Angst vor der entstehenden Leere.
Manchmal wird uns dann auf andere Weise gezeigt, dass unser Weg, diese Beziehung zu „verlassen“, der für uns richtige Weg ist. Selbst wenn uns noch die Kraft fehlt, den letzten Schritt zu gehen. Der andere kommt uns einfach zuvor. Vielleicht kündigt er oder sie die Freundschaft auf einer Social-Media-Plattform wie Facebook oder zieht in eine andere Stadt und meldet sich zunächst weniger und schließlich gar nicht mehr oder die Beziehung wird durch ein anderes Signal verändert. Diese Signale können sehr deutlich sein und sie springen uns dann förmlich ins Gesicht. Tief in uns wissen wir, dass wir genau diese Veränderung brauchten, aber sie ist überlagert von Schmerz, Wut, Angst und anderen destruktiven Gefühlen und Gedanken.

Dennoch passiert Veränderung stets nur, weil wir sie brauchen oder wollen. Allerdings setzen wir uns freiwillig nur selten dieser Erkenntnis bewusst aus. Unser Dasein wird viel zu sehr von unserem Ego bestimmt und das Ego liebt Sicherheit – Beständigkeit – Konformität. Festhalten am „Alten“ und mir selbst „Bekannten“ ist so viel angenehmer für viele Menschen, als sich auch nur in geringen Schritten einmal in „Neues“ zu wagen, also die Komfortzone zu verlassen. „Wer weiß, wie das dann ist?“ oder „Das kann ja dann gar nicht gutgehen!“ Gedanken wie diese, die uns davon abhalten, uns in Wahrheit zu entfalten, sind wieder in unserem Kopf. Und daraus entsteht gleichermaßen der Schmerz, den wir spüren, wenn die Veränderung uns dann doch eines Tages heimsucht. Alle Kraft und alle Anstrengung, die wir so mühsam in die Stabilität unserer eigenen Sicherheitskonstruktionen integriert haben, halten am Ende der Veränderung nicht stand. Veränderung ist unabdingbar und wird immer geschehen. Nichts kann ohne Veränderung bestehen. Würde Veränderung ausbleiben, wäre alles unweigerlich zum Scheitern verurteilt.

Würde sich das Wetter nicht mit den Jahreszeiten verändert, könnten keine Pflanze und kein Lebewesen seine natürlichen Zyklen durchleben. Ein Baum, der nicht im Sturm nachgeben würde, könnte nicht existieren. Eine Zelle, die sich nicht teilen würde, würde niemals zu einem komplexen Organismus wachsen. Würde die Erde sich nicht um die Sonne bewegen, gäbe es kein Leben auf dieser Welt. Würden wir uns nie verändern, könnte es kein Wachstum und auch keine Fortpflanzung geben.
Jedwedes Leben basiert auf Veränderung.

„Die einzige Konstante im Universum ist die Veränderung“ sagte schon Heraklit von Ephesus (ca. 540-480 v. Chr.) und damit hatte er Recht. Veränderung ist das einzige, auf das wir uns vollends und ohne jedwede Einschränkung verlassen können. Veränderung ist die einzige Sicherheit für jeden von uns.

Mit diesem Wissen, sofern wir es körperlich, geistig und seelisch verinnerlicht haben, wird Veränderung zu einem Geschenk und löst sich von Trauer, Angst, Verzweiflung und all diesen anderen, bohrenden Gefühlen. Sie tauchen immer noch auf, aber sie verzehren uns nicht mehr. Wir können sie anschauen und verstehen, Ihnen ein Lächeln schenken und sie lieben lernen.

Ich lerne sie jeden Tag mehr zu lieben, diese Gefühle des Egos.
Ich lerne sie jeden Tag mehr zu schätzen, diese Geschenke des Universums.
Ich lerne sie jeden Tag besser zu erkennen, diese Zeichen des Flusses.

Ich liebe den Fluss des Lebens! Liebst Du ihn mit mir?