Wieviel können wir zulassen

Ich habe oft über Liebe geschrieben und darüber, dass ich in allem und jedem Liebe sehe. In allen Menschen und in allen Taten ist sie versteckt. Ich werde häufig gefragt, wie es denn aber funktionieren soll, diese Haltung gegenüber den Menschen auch im wahren Leben aufrecht zu erhalten. Viel zu oft tun uns Dinge, die anderen Menschen tun einfach weh, weil sie einen Schmerz aus unserem Inneren hervorholen, Manchmal passt das Verhalten anderer Menschen einfach nicht in unser ethisches und vertretbare Bild davon, wie wir miteinander umgehen sollten.

Einer findet es nicht schlimm, auf der Straße von einem unaufmerksamen Mitmenschen angerempelt zu werden, ein anderer findet es ganz furchtbar. Wir haben alle unsere eigene Perspektive auf eben diese Dinge und damit gibt es nun einmal ebenso viele Wahrheiten und Realitäten, wie es Menschen gibt.

Dennoch müssen wir nicht alles einfach so hinnehmen. Wir tragen die eigene Verantwortung darüber, was wir uns gefallen lassen wollen und was nicht. Wir haben die Möglichkeit, Grenzen aufzuzeigen und anderen zu verstehen zu geben, dass sie zu weit gegangen sind. Natürlich entstehen daraus schnell Konflikte oder Streitigkeiten, aber eben dort kommt die Bewusstheit über die Liebe in allen Dingen ins Spiel.

Wenn ich mir in diesen Momenten des Sturms vor Augen führe, dass jeder Mensch nach bestem Wissen und Gewissen handelt, kann ich weiterhin die Liebe in allem sehen und werde sanftmütiger, urteilsfreier und ausgeglichener im Umgang mit Konflikten und Streitigkeiten. Und eben diese Ruhe benötige ich, um dem oder den anderen Menschen zu verstehen zu geben, was die Situation mit mir gemacht hat und welche Schmerzen sie bei mir beispielsweise hervorgerufen hat. Und ich kann mir selber helfen, meine eigenen Grenzen zu erkennen, zu beurteilen, ob eine Freundschaft für mich noch die Wertigkeit hat, die sie einst hatte oder gar ob ich eine Partnerschaft noch weiter so führen möchte, wie sie sich entwickelt hat.

Das Wundervolle an einer solchen achtsamen Betrachtungsweise ist, dass wir alle Menschen sanft und ohne Groll gehen lassen können. Wir schenken ihnen vielleicht sogar ein inneres Lächeln, wenn wir ihnen klar machen, dass der gemeinsame Weg endet oder zumindest vorübergehend jeder seine eigene Abzweigung nehmen muss.

Es fällt uns natürlich nicht leicht, dies immer in unserem Herzen zu tragen, denn wir wollen einen Verlust einfach nicht erleiden und sind sogar oftmals gewillt, über einen sehr langen Zeitraum hinweg Kompromisse zuzulassen, die uns vielleicht gar nicht richtig zusagen. Es kann auch das Gegenteil der Fall sein. Wir merken, dass ein kleiner Zweifel von uns viel zu sehr ausgebauscht wurde, wir ihm viel zu viel Bedeutung gegeben haben und können von ihm Abstand gewinnen.

Wenn wir die Liebe, die in allem verborgen ist so oft wie möglich im Herzen tragen und dort spüren, haben wir ein großes Stück Glückseligkeit im Leben gefunden.

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Programme in unserem Inneren

Jeder von uns trägt sie in sich. Sie integrieren sich im Laufe unseres Lebens aus speziellen Situationen und Erlebnissen und bleiben in unserem Inneren gespeichert. Manche sind sozusagen harmlos und stellen nicht viel an, andere können sehr destruktiv sein und hindern uns daran, unser wahres Selbst zu erkennen und zu entfalten.

Diese destruktiven Programme rühren meistens von den für uns unangenehmen Erlebnissen her. Man kann sie auch als Traumen bezeichnen. Solche Traumen schreiben sich in unserem Unterbewusstsein fest und wir verbinden bestimmte Reize unserer Wahrnehmung mit ihnen. Am Beispiel eines Vertrauensbruchs lässt sich gut erklären, was ein solches Trauma ist und wie es ein Programm immer wieder und wieder abspulen lässt, ohne dass wir daran groß etwas ändern könnten.

Wenn wir beispielsweise von unserer ersten großen Liebe einmal betrogen wurden, speichert unser Unterbewusstsein dieses Erlebnis sehr detailgetreu ab. Nicht nur der damit verbundene Schmerz und unsere Reaktion darauf wird als Programm aufgezeichnet, sondern viele weitere Informationen, beispielsweise was wir in diesem Moment wahrgenommen haben: Gerüche, Geräusche, Farben, ein haptischer Reiz, welcher in eben jenem Moment des traumatischen Erlebens empfunden wird oder ähnliches. Beispielsweise die genauen Umstände der Situation, die Örtlichkeit, die Worte, die Umgebungstemperatur und vieles mehr.

Nun kann es in der Zukunft passieren, dass unser Unterbewusstsein in einer Situation, die nur vage mit dem Trauma zu tun hat, bereits das Programm abspielt, welches sich beispielsweise in Tränen und Unwohlsein ausdrückt. Wenn wir dann einigen wenigen Reizen in einer neuen Situation begegnen, reichen diese aus, um unser Erinnern zu aktivieren und das Unterbewusstsein empfindet sich in der gleichen Situation, welche das Trauma ausgelöst hat. Die Folge ist, unser Inneres spult das Programm ab und wir können in diesem Moment nicht aus unserer Haut, obwohl gar kein Vertrauensbruch durch den Partner stattgefunden hat. Die Traurigkeit kommt in uns hoch und die Tränen laufen und das eigentlich ganz ohne Grund, denn möglicherweise ist es einfach nur der Ort, an dem wir uns befinden und dazu ein paar Worte, eine Geste, eine Farbe oder ein Geruch und schon aktiviert sich in unserem Unterbewusstsein das gelernte traumatische Verhalten.

Was können wir tun, um uns davon zu lösen?

Es gibt kein allgemeingültiges Rezept. Wie immer ist ein notwendiger Schritt, dass wir uns beobachten und erkennen, wann und warum wir im traumatischen Programm stecken. Wenn wir dann herausgefunden haben, was der Auslöser war, können wir mit Bewusstseinsübungen nach und nach die traumatische Einschreibung entkräften und sozusagen das Programm umschreiben.

In einer Beziehung ist es darüber hinaus manchmal sehr schwierig, solche Situationen gemeinsam durchzustehen, weil der Partner nicht immer nachvollziehen kann, was da mit dem anderen passiert und sich natürlich falsch verstanden fühlt. Nicht jeder erkennt, dass nicht nur der Partner, sondern auch er bzw. sie selbst solche Programme in sich trägt und somit selber stets beobachten könnte, worauf bestimmte Reaktionen beruhen könnten.

Wenn sich jedoch zwei Menschen treffen, die einander verstehen und voneinander wissen, dass es diese Einschreibungen tief in uns gibt, kann auch ein noch so schmerzhafter Konflikt oftmals gemeinsam überwunden werden, ohne dass die Beziehung darunter dauerhaften Schaden nimmt. Offenheit, Ehrlichkeit gegenüber uns selbst und unserem Partner bzw. unserer Partnerin sollten dabei an oberster Stelle stehen.

Wenn Ihr einen solchen Menschen an Eurer Seite habt, der Eure sogenannten Schwächen kennt, Euch dabei seine helfende Hand reicht, wenn alte Programme abgerufen werden, dann seid dankbar, auch wenn er oder sie nicht immer so reagiert, wie Ihr es Euch zunächst wünscht oder vorstellt. Die Reaktion des anderen wird immer genau die sein, die es braucht, um die Situation aufzulösen. Damit ist das Trauma noch nicht überwunden, aber ein erster Schritt getan, um ein Programm umzuschreiben.

In inniger Zweisamkeit

Beinahe jeder von uns hat in seinem Leben das Ziel, den EINEN Menschen zu treffen. Wir haben dabei vor Augen, dass wir mit diesem Wesen eine lange Zeit verbringen möchten. Diese Idee verschafft uns ein Gefühl von Sicherheit und Beständigkeit, die es genau betrachtet nicht gibt. Dennoch streben wir danach und sich auf der Suche nach unserem Seelenverwandten, mit dem wir durch dick und dünn gehen können und der selbst dann an unserer Seite bleibt, wenn die Welt um uns herum dem Untergang geweiht scheint.

Es ist aber auch ein Zeichen unserer Zeit, dass es offenbar zunehmend mehr Menschen schwer fällt, diese Art von Verbundenheit mit einem anderen Menschen einzugehen. Daraus entstanden sind unzählige Versuche zu erklären, worin die Gründe dafür liegen könnten. Verschiedene Ratgeber wollen uns erklären, wie Mann und Frau „funktionieren“, um so den Angebeteten an uns zu binden. Wissenschaftler suchen nach beweisbaren Fakten, die uns Klarheit verschaffen sollen. Die Religionen rufen uns dazu auf, alles in unseren Kräften stehende zu tun, solche Bindungen einzugehen und dennoch scheint es keine Lösung zu geben, die verlässlich ist.

Ich glaube, dass die Lösung für dieses groß geredete „Problem“ viel einfacher ist, als wir wissbegierigen Menschen so vermuten. Eine der wichtigsten Regeln ist, dass wir lernen müssen, wir selbst zu sein. Immer dann, wenn wir nach Programmen, Prägungen und erlernten Mustern agieren und unserem Geliebten etwas „vorspielen“, riskieren wir unmittelbar das Scheitern einer innigen Beziehung. Ich sollte mir in jedem Moment mit meinem Partner bewusst sein, wer ich wirklich sein will, was ich wirklich empfinde und was ich mir im Zusammensein mit dem anderen Menschen wünsche.

Im zweiten Schritt geht es darum, dass wir uns wohlwollend und verständnisvoll in einen verbalen Austausch mit unserem Partner begeben. Ich sollte niemals von meinem Gegenüber erwarten, dass er oder sie erahnt, wie es mir in den verschiedenen Situationen des Alltags geht. Ich werde zu großer Wahrscheinlichkeit mit einer solchen Haltung enttäuscht werden. Habe ich aber im Kopf, dass die Wahrnehmung meines Partner in Bezug auf alle Erlebnisse immer anders sein kann, als meine eigene Wahrnehmung und gebe ihm und mir dann im Anschluss durch ein Gespräch die Möglichkeit, die jeweils andere Perspektive auch zu erkennen und zu verstehen, wird sich daraus eine immer inniger werdende Bindung ergeben. Außerdem gibt ein solch offener Austausch auch sehr schnell Aufschluss darüber, ob wir in dem anderen wirklich den Menschen gefunden haben, den wir in ihm vermuten.

Es ist überaus hilfreich, wenn in diesen Gesprächen nicht nach Schuld gesucht wird. Vor allem sollten wir uns selber nicht schuldig fühlen. Wenn mein Partner mir sagt, dass ich ihn durch eine Äußerung oder ein Verhalten verletzt habe, darf ich natürlich darüber traurig sein und mich entschuldigen, wenn mein Herz es mir signalisiert. In diesem Moment jedoch Schuld zu empfinden, kann mich in einen Verhaltensmodus bringen, der die Beziehung ebenfalls gefährdet. Schuld verleitet uns gerne dazu, uns aus Rücksichtnahme auf den anderen in unserem Verhalten zu verändern. Jedoch verändern wir uns nicht aus unserem tiefsten inneren Selbstverständnis heraus, sondern nur, um unserem Partner einen Gefallen zu tun und überdies dient dieser Gefallen nicht dem Wohl des Partners, sondern nur unserem Bild von uns selbst. Wir möchten unser Verständnis darüber, wer wir selber sind, wieder ins rechte Licht rücken – nicht beim anderen, sondern bei uns.

Es ist nicht einfach, die alltäglich aufkommenden Situation und Erlebnisse immer völlig wertfrei zu vermitteln, aber es ist eine Übung, die sich für beide Partner lohnt. Wir können so gemeinsam erfahren, wer wir sind, wer der andere ist und was wir zusammen sein wollen.

In beiderseitiger Anerkennung und Wertschätzung darüber, dass wir uns gegenüber dem anderen öffnen und ohne Zurückhaltung offenbaren, wie wir uns in den verschiedenen Momenten der Beziehung fühlen, eröffnet sich ein Dialogfluss, der beiden die wundervolle Möglichkeit gibt, immer mehr zu einer spürbaren Einheit zu werden. Es entfaltet sich so ein unglaubliches Potenzial an gemeinsamen Erkenntnissen und dies lässt uns dem anderen immer näher kommen.

Der Weg zu all dem liegt in uns selbst. Wir dürfen uns gegenüber ehrlich sein. Wir dürfen zu dem stehen, was wir sind. Wir dürfen erkennen, was wir nicht sein wollen. Wir dürfen das sein, was unser Herz uns zeigt. Wenn wir es schaffen, uns selber treu zu sein und uns zu achten, werden wir ganz allmählich beinahe automatisch auch dem anderen eben diese Achtung entgegen bringen. Sind wir nicht wir selber, sondern spielen wir ein kleines Spiel, weil wir beeindrucken und uns ins „beste“ Licht rücken wollen, geben wir ein verzerrtes Bild von uns ins Außen ab. Unser Partner wird sich dann an dieses Bild gewöhnen. Wenn wir irgendwann zwangsläufig die Illusion unseres verzerrten Bildes nicht mehr aufrechterhalten können, wird dies den Partner verstören. Er wird das Gefühl bekommen, plötzlich einen anderen Menschen um sich zu haben. Er wird Zweifel darüber haben, was an uns real war und was wir vorgespielt haben. Hieraus ergeben sich Konflikte, die dann schon beinahe nicht mehr überwindbar sind und häufig zum Ende einer Beziehung führen.

Liebe sehnt sich nach Grenzenlosigkeit und Unmittelbarkeit:
Erkenne Dich selbst, liebe Dich selbst und sei Du selbst.
Gib preis, was Du empfindest.
Sei achtsam, Behutsam und respektvoll mit Dir und dem anderen.
Beobachte und nimm wahr, jedoch verurteile nicht.

Erfolgreich abgeschlossen

Ich melde mich nun nach einer etwas längeren Pause zurück und werde heute auch keine tiefen Gedanken teilen, sondern einfach etwas für mich sehr Schönes berichten. Ich habe am Wochenende erfolgreich meine Ausbildung zum THEKI-Meister abgeschlossen.

Ähnlich wie beim Reiki ist diese Ausbildung in drei Grade unterteilt. Das wunderbare daran ist, dass jeder es bereits nach dem ersten Block anwenden kann. Dabei können viele Schwierigkeiten, welche sich im und durch das alltägliche Leben manifestieren, wieder gelöst werden. Nach dem ersten Block können wir beispielsweise Glaubenssätze und destruktive Überzeugungen aufspüren und auslösen. Wir können Mangelgefühle reduzieren, indem wir entsprechende Emotionen integrieren und auch Beziehungen können harmonisiert werden.

Der zweite Ausbildungsblock konzentriert sich mehr mit den körperlichen Aspekten. Dabei haben wir gelernt, männliche und weibliche Anteile auszugleichen und in Harmonie zu bringen, sowie die Energiezentren/ Chakren des Körpers in Einklang miteinander zu bringen. Das enorme Wissen, welches ebenfalls vermittelt wurde, hilft dabei, ein Verständnis für die Zusammenhänge von energetischer Arbeit und aktuellem wissenschaftlichen Wissensstand beispielsweise der Quantenphysik zu erkennen.

Der letzte Block hat alles abgeschlossen. Ich konnte lernen, wie Körper, Geist und Seele noch besser in Harmonie miteinander kommen und wie uns die Arbeit mit der inneren Familie hilft, uns selbst noch besser zu erkennen und bewusster wahrzunehmen.

Nun beginnt nach einem Jahr der Ausbildung in drei Lernblöcken das so genannte Meisterjahr. Nach diesem Jahr könnte ich, sofern ich das Interesse habe, auch die Lehrerausbildung machen, welche mich dazu qualifizieren würde, selbst andere Menschen in THEKI auszubilden. Und ganz ehrlich, der Gedanken liegt mir gar nicht mal sehr fern.

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei meiner Ausbilderin bedanken, die schon nach dem ersten Tag für mich wie eine Kollegin und Freundin war und auch bei meinen „Mitschülern“. Wir konnten uns gegenseitig einen unheimlich schönen Raum geben, uns selbst zu erspüren, uns gegenseitig zu erfahren und einander hilfreich zur Seite zu stehen.

Interesse mehr zu erfahren? Dann meldet Euch gerne bei mir.

Liebe Grüße für heute und bald dann auch wieder mehr an dieser Stelle!

Im Fluss des Lebens

An jedem einzelnen Tag gibt uns das Universum Zeichen dafür, dass wir uns im Fluss befinden. Manchmal sehen wir diese Zeichen nicht, denn wir sind innerlich zu blockiert und empfinden die Dinge, die uns begegnen dadurch als böse Zufälle oder als Pech. Manchmal nehmen wir diese Zeichen auch einfach nicht wahr. Unsere Antennen sind nicht darauf kalibriert, jene Signale zu verarbeiten. Unsere alltäglichen Routinen halten uns häufig davon ab, mit diesen uralten Sinnen wahrzunehmen und sie zu verstehen. Gern schieben wir auch anderen Menschen den „schwarzen Peter“ zu. Frei nach dem Motto: „Wie kann er mir das nur antun?“ oder auch „Wie kann Sie nur so kaltherzig sein?“ Sätze wie diese gibt es Tausende und jeder von uns hat den einen oder anderen schon einmal in seinem Kopf gehabt. Eines vergessen wir dabei jedoch sehr gern: In der Regel passieren diese Dinge nur, weil sie passieren sollten oder wir sie sogar erleben wollten.

Manchmal stecken wir in einer Beziehung – und es spielt keine Rolle, welcher Natur diese Beziehung ist – und merken, dass es uns damit nicht mehr gut geht. Aber wir verharren dennoch darin. Möglicherweise berichten wir zwar schon Freunden davon, dass die Beziehung irgendwie schmerzhaft ist, es kein „Herankommen“ mehr an den anderen gibt oder aber die Kommunikation nicht mehr auf der gleichen Ebene stattfindet. Dennoch hadern wir mit uns selbst, den Schritt zu gehen und uns von den destruktiven Anteilen der Beziehung zu lösen. Wir haben Angst davor, zu viel aufzugeben. Wir haben Angst vor dem Verlust, Angst vor der entstehenden Leere.
Manchmal wird uns dann auf andere Weise gezeigt, dass unser Weg, diese Beziehung zu „verlassen“, der für uns richtige Weg ist. Selbst wenn uns noch die Kraft fehlt, den letzten Schritt zu gehen. Der andere kommt uns einfach zuvor. Vielleicht kündigt er oder sie die Freundschaft auf einer Social-Media-Plattform wie Facebook oder zieht in eine andere Stadt und meldet sich zunächst weniger und schließlich gar nicht mehr oder die Beziehung wird durch ein anderes Signal verändert. Diese Signale können sehr deutlich sein und sie springen uns dann förmlich ins Gesicht. Tief in uns wissen wir, dass wir genau diese Veränderung brauchten, aber sie ist überlagert von Schmerz, Wut, Angst und anderen destruktiven Gefühlen und Gedanken.

Dennoch passiert Veränderung stets nur, weil wir sie brauchen oder wollen. Allerdings setzen wir uns freiwillig nur selten dieser Erkenntnis bewusst aus. Unser Dasein wird viel zu sehr von unserem Ego bestimmt und das Ego liebt Sicherheit – Beständigkeit – Konformität. Festhalten am „Alten“ und mir selbst „Bekannten“ ist so viel angenehmer für viele Menschen, als sich auch nur in geringen Schritten einmal in „Neues“ zu wagen, also die Komfortzone zu verlassen. „Wer weiß, wie das dann ist?“ oder „Das kann ja dann gar nicht gutgehen!“ Gedanken wie diese, die uns davon abhalten, uns in Wahrheit zu entfalten, sind wieder in unserem Kopf. Und daraus entsteht gleichermaßen der Schmerz, den wir spüren, wenn die Veränderung uns dann doch eines Tages heimsucht. Alle Kraft und alle Anstrengung, die wir so mühsam in die Stabilität unserer eigenen Sicherheitskonstruktionen integriert haben, halten am Ende der Veränderung nicht stand. Veränderung ist unabdingbar und wird immer geschehen. Nichts kann ohne Veränderung bestehen. Würde Veränderung ausbleiben, wäre alles unweigerlich zum Scheitern verurteilt.

Würde sich das Wetter nicht mit den Jahreszeiten verändert, könnten keine Pflanze und kein Lebewesen seine natürlichen Zyklen durchleben. Ein Baum, der nicht im Sturm nachgeben würde, könnte nicht existieren. Eine Zelle, die sich nicht teilen würde, würde niemals zu einem komplexen Organismus wachsen. Würde die Erde sich nicht um die Sonne bewegen, gäbe es kein Leben auf dieser Welt. Würden wir uns nie verändern, könnte es kein Wachstum und auch keine Fortpflanzung geben.
Jedwedes Leben basiert auf Veränderung.

„Die einzige Konstante im Universum ist die Veränderung“ sagte schon Heraklit von Ephesus (ca. 540-480 v. Chr.) und damit hatte er Recht. Veränderung ist das einzige, auf das wir uns vollends und ohne jedwede Einschränkung verlassen können. Veränderung ist die einzige Sicherheit für jeden von uns.

Mit diesem Wissen, sofern wir es körperlich, geistig und seelisch verinnerlicht haben, wird Veränderung zu einem Geschenk und löst sich von Trauer, Angst, Verzweiflung und all diesen anderen, bohrenden Gefühlen. Sie tauchen immer noch auf, aber sie verzehren uns nicht mehr. Wir können sie anschauen und verstehen, Ihnen ein Lächeln schenken und sie lieben lernen.

Ich lerne sie jeden Tag mehr zu lieben, diese Gefühle des Egos.
Ich lerne sie jeden Tag mehr zu schätzen, diese Geschenke des Universums.
Ich lerne sie jeden Tag besser zu erkennen, diese Zeichen des Flusses.

Ich liebe den Fluss des Lebens! Liebst Du ihn mit mir?