Veränderungen im Außen – Veränderungen im Innen

Jeder von uns geht seinen eigenen Weg durchs Leben. Wir treffen dabei stets Entscheidungen, welche diesen Weg bestimmen, verändern und welche uns an Weggabelungen und Kreuzungen eine bestimmte Richtung einschlagen lassen. Manchmal sind diese Richtungswechsel für uns subjektiv gut, manchmal scheinen sie kaum eine Wirkung zu haben und manche empfinden wir als schlecht. Wenn uns bewusst wird, dass wir in unserem Leben auf einem Weg sind, der uns nicht gut tut, der uns körperlich, seelisch oder geistig schmerzt oder gar zerstört, dann dürfen wir uns glücklich schätzen, denn wir haben die Möglichkeit für uns erkannt, diesen Pfad zu verlassen. Es gibt Momente, in denen wir den Weg einfach verlassen und über freien, angenehmen Boden auf einen anderen Pfad wechseln können. Es gibt aber auch Wegwechsel, die für uns nicht einfach sind. Wir müssen dann einen Weg verlassen und ins Unterholz, über schlammigen Grund oder durch hohes Gras laufen und niemand kann uns genau sagen, was dort auf uns wartet. Manch einer muss den Weg auch durch undurchsichtiges, enges Dickicht und Gestrüpp hindurch verlassen.

Es fällt uns also nicht immer leicht, zu erkennen, wie wir den Pfad wechseln können. Dies manifestiert sich in der uns allen bekannten Angst vor Veränderung. Doch jeder von uns hat die Fähigkeit zu erkennen, wenn es an der Zeit ist. Es stellt sich nur die Frage, ob wir uns trauen, die Entscheidung zur Veränderung zu treffen.

Veränderungen können wir auf zwei verschiedene Arten vornehmen. Ich habe schon oftmals davon geschrieben, dass wir in Situationen einfach die Umstände verändern können, damit es uns besser geht. Wir können den Job wechseln, wenn uns die Arbeit nicht gut tut oder wir können den Wohnort wechseln, wenn wir uns in der Umgebung nicht wohl fühlen. Dies können hilfreiche Schritte sein, wenn wir von einem Pfad auf den anderen wechseln mögen. Doch es gibt auch hin und wieder Entscheidungen, die wir treffen müssen, in denen uns die bloße Veränderung äußerer Umstände nicht helfen wird.

Wie können wir die Dinge loslassen, die uns tief in der Seele Schmerzen bereiten? Reicht es da wirklich, wenn wir einfach aus einer Situation heraus gehen? Werden wir dann nicht schnell wieder in eine vergleichbare Situation gebracht? Es ist ein erster Schritt, wenn wir uns mit unserem Außen beschäftigen, doch reicht das wirklich? Langfristig kann Veränderung nur im Inneren stattfinden, auch wenn wir versuchen, sie im Außen vorzunehmen.

Wir können uns das Außen jederzeit zu nutzen machen und dadurch vieles erkennen, uns selber besser verstehen und das Menschsein an sich erfahren. Aber reicht es aus, den Wohnort zu wechseln, weil wir uns an der Stelle, an der wir stehen, nicht wohl fühlen? Es ist der erste Schritt zur Erkenntnis, aber wir sollten hier nicht aufhören, sondern nach dem physischen Ortswechsel tief in unserem Inneren schauen, was dort einen „Ortswechsel“ benötigt.

Wenn wir einen Job kündigen, weil unser Chef uns zu viel Arbeit aufhalst, während andere Kollegen unseres Empfindens nach viel weniger Arbeit auf den Tisch bekommen, dann können wir den Job wechseln. Wenn wir aber nicht auch in unserem Inneren schauen, verstehen und verändern, wofür diese „viele Arbeit“ steht, dann werden wir an anderer Stelle erneut einen Menschen treffen, der uns „viel Arbeit“ aufhalst.
Wenn ein Drogensüchtiger sich aus seinem sozialen Umfeld löst, weil dort zu viele andere Menschen um ihn herum sind, die für seinen Rauschmittelkonsum stehen, dann hat er damit einen ersten Schritt getan, sollte jedoch auch schauen, woher diese Sucht rührt. Wovor flüchtet er? Was mag er nicht ins Bewusstsein dringen lassen? Schaut er sich dies nicht an, wird er sich stets wieder in Situationen und von Menschen umgeben finden, die den Konsum von Suchtmitteln unterstützen.

Das Außen zu verändern kann nie der einzige oder der letzte Schritt zur Befreiung sein. Wir sollten stets schauen, wo in uns der Ort ist, den wir im Außen bereits bereit sind zu ändern, damit wir ihn in uns auch verändern können. Unsere Realität generiert sich stets aus dem, was wir in sie hinein geben. Daher werden wir immer das bekommen, was unser Inneres ins Außen gibt. Aber unser Inneres kann nicht aus dem entstehen, was wir als Außen wahrnehmen.
Es ist jedoch keine Einbahnstraße, das gilt es hier, nicht falsch zu verstehen. Der Austausch findet stets in beiden Richtungen statt, aber der Effekt ist nicht gleich. Das Außen zeigt uns, was unser Inneres ist, braucht und empfindet. Das Außen darf als unser Ansporn und die Motivation gesehen werden, unser Inneres zu verändern, damit sich das Außen auch verändern kann.
Das Außen verändert sich jederzeit, egal ob wir unser Inneres verändern oder nicht. Wenn es nicht manifestiert, was wir aus unserer Veränderung im Inneren heraus kreieren, dann zeigt es uns unsere innere Unausgeglichenheit auf unterschiedlichste Weise, bis wir endlich begreifen und zulassen, was in unserem Inneren nach Veränderung verlangt.

Je mehr unser wahres Selbst mit unserem manifestierten Ich in Balance ist, umso stärker empfinden wir unser Außen als angenehm und wohltuend.

Wollen wir also Veränderung schaffen, die uns Glück und Zufriedenheit bringt, können wir mit einer Veränderung der äußeren Umstände beginnen, sollten aber dabei immer im Auge behalten, dass dies nur ein Zeichen für das Bedürfnis nach Veränderung in unserem Inneres ist.
Unser wahres Selbst kennt den Weg, immer, auch wenn wir ihn mal verlassen oder aus den Augen verloren haben und unsere Realität zeigt uns, wie wir auf den Weg zurück finden.

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Ausdrucksformen von Liebe

Hin und wieder sind wir aus unterschiedlichsten Gründen von unseren Liebsten getrennt. Wir spüren dann oft dieses Gefühl, welches wir als „Vermissen“ bezeichnen. Der andere ist weit weg und wir hätten ihn gerne in unserem Arm, weil wir wissen, wie schön es sich anfühlt, den anderen zu spüren und auch weil wir wissen, dass wir dem anderen eben dieses wundervolle Gefühl von Geborgenheit schenken können, das wir selber so gerne spüren.

Wenn wir unseren Partner einmal nicht bei uns haben können, weil wir verhindert sind und gemeinsame Pläne nicht verwirklichen können, kann es natürlich auch leicht passieren, dass wir einen Schmerz im Vermissen spüren. Dieser Schmerz erwächst aus dem Gefühl, allein zu bleiben in der Zeit, in welcher unser Geliebter erlebt, was eigentlich gemeinsam geplant war. Doch verbirgt sich dahinter nicht auch noch etwas anderes? All diese Gefühle, drücken auch immer ein wenig Missgunst, Neid und vielleicht Eifersucht aus. Ich bin sehr glücklich, dass ich im Moment solche Situationen ganz entspannt erleben darf. Ich kann meinen Schatz einfach auch einmal gehen und erleben lassen, ohne dass ich in einem schmerzhaften Gefühl aufgehe.

Es geht mir auch gar nicht darum zu sagen, dass es nicht sein dürfte, obige Gefühle zu erleben. Sie gehören zum Vermissen ebenso so dazu, wie sie nicht dazu gehören. Ich will sagen, dass es weder richtig noch falsch ist, sie zu erleben. Sie „sind“ einfach, wenn sie da sind. Letztlich ist alles nur eine Form eines Ausdrucks von Liebe. Liebe kann und wird sich stets in unterschiedlichster Form zeigen und ab und an schmerzt sie eben auch, während sie sonst Freude und Glück bereitet. Sie fühlt sich generell nie wirklich gleich an, sondern braucht immer mal andere Formen, sich zu äußern.

Genauso ist es auch mit dem Vermissen. Es ist eine Form von Liebe, ein Ausdruck dieses einzigartigen Gefühls. Es bedarf möglicherweise ein wenig Aufmerksamkeit, wenn man nicht in die kleine Falle der Gefühlswelt tappen möchte – und auch das sei jedem freigestellt. Im Vermissen kann sich der Wunsch unseres Egos verstecken, besitzen zu wollen, nicht loslassen zu wollen und Veränderung aufhalten zu wollen. Auch das möchte ich hier gar nicht bewertet verstehen. Doch diesen Hintergrund zu erkennen hilft uns zu verstehen, auf welchem Grundstein das Vermissen, welches wir spüren, aufbaut. Handelt es sich um einen tiefes Wunsch des Besitzdenkens unseres inneren Geschäftsmannes (=Ego) oder begründet sich das Vermissen eher auf der Tatsache, dass wir eine starke intuitive Verbindung zu einem Menschen spüren, die einfach da ist und sich nach Stärkung und Wahrnehmung sehnt.

Diese intuitive Verbindung ist der Teil in uns, der grundsätzlich zu jedem Lebewesen Verbindung aufnimmt, sich aber besonders schön und intensiv anfühlt, wenn die verbundenen Lebewesen auf einer ähnlichen energetischen Welle schwingen. Im Gegensatz zum egoistischen Vermissen zeigt es uns, dass der andere gar nicht unbedingt immer körperlich anwesend sein muss, um ihn zu genießen und zu fühlen, sondern dass wir diese starke Zuneigung jederzeit genießen können. Sie darf, muss aber nicht durch körperliche Nähe bestätigt und bestärkt werden.

Natürlich gelüstet es uns nach der Berührung eines geliebten Menschen und ich will dies hier auch gar nicht mit dem bedeutungsüberfrachteten Wort „Egoismus“ verschalten. Körperliche Liebes- und Zuneigungsbekundungen von Mensch zu Mensch gehören zu unserem Ausdruckvermögen von Liebe dazu und sollten und dürfen geschehen. Viel zu selten gestehen wir uns und anderen dieses wundervolle Gefühl zu. Eine Umarmung wirkt erst nach gut 20 Sekunden auf das Wohlbefinden der Menschen, die sie vollziehen. Das habe ich erst kürzlich wieder erfahren und auch wenn ich es schon wusste, ist es stets gut, dessen erinnert zu werden. Aber mal ganz ehrlich, wann halten wir mal jemanden auch nur ansatzweise so lange im Arm? Es gibt ja seit einigen Jahren diese „Sitte“, dass man sich zur Begrüßung, auch in manchen geschäftlichen Belangen, in den Arm nimmt. Ich kenne es zur Genüge, aber bisher hat es niemand beziehungsweise nur sehr wenige auch nur länger als 2-3 Sekunden „ausgehalten“. Naja, es schickt sich dann eben doch nicht, sich Liebe zu schenken, wenn man geschäftlich miteinander operiert. Da ist und bleibt es eben eine Geste der oberflächlichen Zurschaustellung, dass man eine große und „glückliche“ Familie ist – aber das nur am Rande.

Das Bedürfnis nach körperlicher Berührung, während wir sie nicht erfahren können, kann auch als Sehnsucht bezeichnet werden. Sehnsucht – eine weitere Art, Liebe auszudrücken. Dabei ist Sehnsucht ein faszinierendes Gefühl, wie ich finde. Es ist in der Lage, Vergangenes und Zukünftiges zu verknüpfen. Damit holt uns dieses Gefühl zwar aus dem gegenwärtigen Moment, aber da es die beiden anderen Zeitebenen so wundervoll verknüpft, bringt es uns irgendwie auch wieder zurück ins Jetzt, oder? In der Sehnsucht erinnern wir uns ja an Momente des absoluten Genusses, die bereits vergangen sind und freuen uns bereits auf den zukünftigen Moment, in welchem wir diese Erinnerung leibhaftig wieder auffrischen können.

Jeder Ausdruck von Liebe darf sein, ohne Zweifel und Ausnahme, selbst wenn uns manche davon verwirren oder sogar abstoßen. Doch Liebe braucht all diese Wege, sich selbst zu erfahren, auch wenn es bedeutet, einmal nicht im Jetzt zu verbleiben. Jeder von uns hat die Macht selber zu entscheiden, auf welche Art er Liebe erfahren und begreifen möchte und hierin verbirgt sich erneut ein wundervolles Geschenk, dass wir vom großen Ganzen erhalten.

Danke schön!

Das Ende und ein Anfang – Ein Jahreswechsel

Ich habe lange überlegt, ob ich einen Jahresrückblick schreiben soll, oder nicht. Eigentlich ist so ein Rückblick ja auch in gewisser Hinsicht, ein Zurückversetzen in die Vergangenheit und damit in etwas, dass nicht mehr existent im aktuellen Moment ist. ABER so ein Rückversetzen kann uns auch einen Moment, ein JETZT erschaffen, das einfach wundervoll ist, weil wir Dankbarkeit, Glück und Liebe spüren. Rein aus dem, was uns die Vergangenheit gezeigt hat…

 

Das war 2014 – in nicht chronologischer Reihenfolge
Beruf wird Berufung – THEKI erweitert meine Wahrnehmung und meine Erkenntnisse – Aromatherapie verbindet sich mit bestehendem Wissen – Yoga schafft Ordnung im Chaos – Übung verschafft Sicherheit und Gewissheit – Fähigkeiten und Talente werden erkannt und gestärkt – neue Herausforderungen stellen sich, werden angenommen, manche überwunden, manche nicht – alter Ballast fällt ab – Raum für Neues ist geschaffen – wundervolle Menschen treten in beträchtlicher Häufigkeit und mit Beständigkeit ins Leben – Kreativität entfaltet sich – die Lust auf Neues wird größer, belohnt mit körperlichen, geistigen und seelischen Glücksmomenten – eine Beziehung geht zu Ende, wobei jenes Ende zu einem Anfang wird – aus der Pubertät mitgetragener Selbsthass gepaart mit Zweifeln löst sich und hinterlässt eine innere Ruhe – Beziehungen zu vielen Menschen, die bereits lange auf meinem Lebensweg mit mir gehen, verstärken sich, einige wenige enden – der Körper manifestiert Loslösungsmechanismen in Form von kleinen Krankheiten, die verunsichern – Akzeptanz und Urvertrauen verhelfen zur inneren Ruhe – neue Freundschaften werden enger, alte Bindungen sind stark wie eh und je – Schreiben bereitet mir mehr und mehr Freude – Ängste vor Offenbarungen des eigenen Selbst werden schwächer – meine Familie ist und bleibt wundervoll – manchmal fehlt der Mut, Dinge voranzutreiben – alles passiert genau im richtigen Moment – meine Umwelt spiegelt mir, auf dem richtigen Weg zu sein – Offenheit und Ehrlichkeit werden mit Vertrauen und Achtung belohnt – Unwahrheiten werden ohne bleibende Zweifel ausgeräumt – inneres Aufbegehren gegenüber alten Tätigkeiten wandelt sich in Gelassenheit – ein Mensch erscheint, der mein Herz auf besondere Weise berührt – meine Lust auf eine innige Bindung, mit dem Potenzial gemeinsam wundervolle Sache zu erschaffen, wächst von Tag zu Tag…

 

Das wird 2015
Einfach nur wundervoll!!!

 

Euch allen ein grandiosen Start ins neue Jahr!

Voller Glück und Dankbarkeit

Es ist kaum zu glauben und damit gerechnet habe ich auch nicht, als ich vor knapp neun Monaten meinen ersten Eintrag in diesem Blog geschrieben habe und somit meine „Blogger-Karriere“ startete, aber nach nicht mal Ablauf eines Jahres ist dies ist mein 100. Post.

In den vergangenen Wochen und Monaten hat sich für mich vieles verändert: Empfindungen, Sichtweisen, Perspektiven auf verschiedenste Bereiche des Lebens. Ich habe viele Erfahrungen machen dürfen und neue Erkenntnisse gewonnen. Einige davon durch diesen Blog. Es gab Rezepte, ein paar Einträge zu Lebensmitteln, Buchtipps und zuletzt auch Reiseberichte, aber vor allem habe ich genossen, meine Gedanken und Empfindungen zum Leben und zum Dasein selbst hier zu teilen. Nach nunmehr neun Monaten ist klar, dass ich damit weiter machen werde, aber alles unterliegt der Veränderung, so auch mein Blog. So werde ich weitestgehend auf das Veröffentlichen von Rezepten und Informationen zu Lebensmitteln verzichten. Es gibt bereits unzählige Seiten, die sich sehr speziell mit diesen Themen befassen und das mit viel größerer Hingabe als ich es vermag. Gerne teile ich weiterhin Ideen zum Thema Ernährung, aber in einer anderen Form, welche sich noch entwickeln wird.
Was ich aber ohne Zweifel fortführen werde ist das Teilen meiner Gedanken. Ich hätte zunächst große Bedenken davor: Wie wird man mich in der Realität wahrnehmen, wenn ich teilweise intime Dinge erzähle? Viele meiner Leser kennen mich persönlich, einige sogar durch Beruf und private Verschränkungen recht gut, aber nicht jeder bekommt im alltäglichen Leben einen Einblick in mein inneres Seelenleben. Ich hatte Angst, das Gesicht zu verlieren oder mich bloß zu stellen, aber was ich stattdessen erhalten habe, war ein großes Geschenk.

Ich blicke voller Glück und Dankbarkeit auf diese neun Monate und darüber hinaus auf die vergangenen Jahres meines Lebens. Es gibt nicht einen Moment, den ich auslöschen möchte, nicht eine Begegnung, die ich rückgängig machen würde, sollte mir diese Möglichkeit offen stehen. Alle Entscheidungen, alle Momente des Erlebens möchte ich ob ihres Glücks, ihres Erfolges, ihres Schmerzes, ihrer Trauer oder welcher Kernerfahrung auch immer nicht tauschen oder missen müssen.

Ich bin dankbar für die unglaubliche Konstruktion genannt Körper, die es uns erlaubt, so viele wundervolle Dinge zu tun. Diese atemberaubende Maschine, die in der Lage ist, tausende von Prozessen eigenständig durchzuführen, um dadurch weiter und weiter zu funktionieren. Eine Geschenk des Daseins, welches erlaubt, zu fühlen, zu sehen, zu schmecken, zu hören und zu riechen und vieles mehr, dass wir oftmals gar nicht gewahr sind. Intuition, innere Stimme, unsere wunderbaren Kräfte der Empathie – all dies möglich durch unseren Körper.

Ich bin dankbar für Momente des Alleinseins und der Einsamkeit. Durch sie habe ich gelernt, dass es subjektive Empfindungen gibt, die uns vorspielen in einem Zustand zu sein, den es eigentlich gar nicht gibt. Ohne diese Empfindungen hätte ich niemals eine Chance gehabt, zu spüren, wie alles miteinander verbunden ist und niemals ein Lebewesen wirklich allein sein kann. Ich bin dankbar für das Gefühl ewiger Verbundenheit und Einheit, welches ich nie gespürt hätte, wenn ich nicht auch sein Gegenteil erfahren hätte.

Ich bin dankbar für Konflikte und Streitereien, die mir zeigen konnten, dass wir stets den Versuchungen des Egos anheimfallen können und dass es keinen Grund dafür gibt, dies zu verdammen oder sich dafür schlecht zu fühlen. Es ist ein Teil von uns mit seinen ganz speziellen Aufgaben und Funktionen. Ich weiß aber nun, dass es zu den kleinen Herausforderungen des Lebens gehört, sich bewusst zu werden, dass es eben auch nicht mehr ist, als das. ICH bin nicht dieses Ego und kann Abstand nehmen, mich damit identifizieren. Ich durfte erfahren, dass ICH viel viel mehr bin, als nur mein Ego. Konflikte und Streitereien haben mich aber noch mehr gelehrt: Zum Beispiel, was es heißt zu vergeben – anderen Menschen aber vor allem auch mir selbst.

Ich bin dankbar für Zyklen wie Tag und Nacht, Jahreszeiten, Leben und Tod. Sie zeigen uns, dass alles ein immerwährender Kreislauf ist, der anmutet, als sei er irgendwie starr. Stets durchläuft er ähnliche Rhythmen und das beinahe ausnahmslos in gleicher Weise wiederkehrend. Doch wenn wir diese Zyklen genau betrachten, erleben wir, dass jeder für sich einmalig ist. Keiner ist, wie der vorherige und der folgende Zyklus wird ebenfalls anders, als sein Vorgänger werden. Welches Geschenk, Gleichheit in der Ungleichheit erkennen zu können.

Ich bin dankbar für die Sonne, die uns Wärme spendet wenn sie da ist, uns aber auch bewusst macht, dass sie nicht immer da sein kann, wenn das Dunkel der Nacht heran bricht. Ich bin dankbar für den Mond, der um unseren Planeten kreist und dessen Aufgaben und Funktionen wir wahrscheinlich längst noch nicht entschlüsselt haben. Dankbar bin ich auch für die Mythen, die sich um unser Sonnensystem spinnen und um das Universum selbst, denn diese Mythen sind es, die uns Menschen dazu veranlassen, weiter voran zu schreiten und Dingen auf den Grund zu gehen. Wir Hinterfragen, um unsere Neugier zu stillen und sind voller Wissensdurst. Ich bin glücklich zu sehen, dass diese Neugierde und dieser Durst nie zu versiegen scheinen, egal welch seltsamen Weg die Menschheit mit ihren „Interessen“ derzeit verfolgen mag.

Ich bin dankbar für alle Dinge, die wir als schrecklich, katastrophal und unmenschlich bezeichnen, auch Dinge wie Krieg, Mord und andere Gräueltaten – und das mag manch einen Erschüttern, manch einen Entsetzen, aber manch einen vielleicht auch erleichtern. Ich bin dankbar, weil ich nur durch ihre Anwesenheit erleben konnte, was ich selber nicht sein möchte. Was ich selber nicht tun möchte und was ich selber in dieser Form meiner Existenz nicht vollziehen möchte. Sie haben mir auch gezeigt, dass ich, obwohl ich manches nicht sein wollte, es manchmal dennoch gewesen bin und dass es nicht schlimm ist, es einmal gewesen zu sein. Es ist mir aber auf diesem schmerzlichen und zunächst selbstverachtenden Pfad klar geworden, dass es nur so für mich spürbar werden konnte, was ich nicht sein möchte.

Ich bin dankbar für die Kraft der Veränderung, die in jedem von uns steckt und die wir erfahren können. Manchmal durch äußere Umstände, manchmal durch unsere inneres Selbst. Durch ihr Erleben habe ich gelernt, dass ich keine Angst vor Veränderung haben muss, dass ich die Fähigkeit habe, mich an unglaublich viel „Neues“ anzupassen – anzupassen in einer nicht unterdrückten oder devoten Haltung, sondern in kreativer, schöpferischer Kraft. Eine Kraft die erlaubt, Neues zu erschaffen und damit die Realität zu erweitern. Eine Kraft die mich auch gelehrt hat, dass es äußere Umstände nicht gibt, sondern dass ich meines Glückes eigener Schmied bin.

Ich bin dankbar für die Fähigkeiten, meine Gedanken, Gefühle und Empfindungen teilen zu können und dankbar dafür, erfahren zu haben, dass alles was ein Mensch ausdrückt, empfindet und teilt einen direkten Einfluss auf sein gesamtes Umfeld hat – auf andere Menschen, auf Tiere und Pflanzen, ja sogar auf jeden Partikel an Energie und Materie um sich herum.

Ich bin glücklich über all die Dinge, die wir wundervoll und bereichernd und großartig bezeichnen. Wie die Natur mit ihren Wundern an Formen und Farben. Ihre Fähigkeit mannigfaltigste Prozesse des Entstehens und Vergehens hervorzubringen, welche eine Perfektion der Zusammenarbeit aller vorhandenen Kräfte aufzeigt – eine einzigartige Mischung aus Schönheit und Grausamkeit.

Ich bin dankbar für Mitgefühl und Zusammenhalt, für Tränen der Freude und des Leids, für das Lächeln eines jeden Kindes und eines jedes Erwachsenen. Ich bin voller Glück über die Freude in den Augen eines anderen Lebewesens, wenn es einen Kameraden wiedersieht und voller Glück, wenn ich erkenne, dass jedes Lebewesen einfach perfekt ist.

Und somit bin ich auch dankbar und glücklich über die Menschen, die mich kurze und lange Perioden in meinem Leben begleiten und begleitet haben. Ich durfte erkennen, was Gemeinschaft heißt und was es bedeutet, kraftvolle Energien aus einer Gruppe heraus zu generieren und diese für wunderbare Ziele einzusetzen. Ich durfte auch erfahren, was Kummer und Trauer bedeuten können, wenn sie mich verließen, ob im „Guten“ oder im „Schlechten“ oder auch einfach durch das unausweichliche Ende ihrer körperlichen Existenz in unserer Realität. Ich bin dankbar und glücklich für all die wundervollen Erfahrungen und Begegnungen, die sich aus ihnen heraus manifestieren könnten. Sie haben mich gelehrt, dass ich in jedem von ihnen mich selbst erkennen kann, wenn ich mich traue, tief in mich hinein zu blicken – in meine Abgründe aus Ängsten und Unsicherheiten, aber auch in mein Glück und meine Freude. Ich erkenne meine Liebe zu jedem einzelnen von ihnen, nicht nur zu denen, die mir begegnet sind, sondern zu jedem einzelnen – zu allem. So sind wir doch auf immer verbunden – ein Teil von mir, ein Teil des großen Ganzen, ein Teil des „Wir“. Ich bin sie und sie sind ich.
Und dies erfüllt mich besonders mit Glück und Dankbarkeit… so wie vieles andere mehr… 🙂

Fußball-WM & die Vielseitigkeit einer Medaille

Ich gebe es frei zu: Ich bin kein Fußball-Fan. Ich weiß, dass viele Menschen, die in den vergangenen Wochen unserer National-Elf bei der Jagd nach Toren zugeschaut haben, ebenfalls keine Fußball-Fans sind, aber „wenn WM ist, dann schau ich schon ab und zu mal“ sagen, wenn das Thema aufkommt. Ich habe mich, wie eigentlich jedes Mal, wenn ein Ereignis dieser Art ansteht, nahezu vollkommen herausgehalten. Es ist keinesfalls so, dass ich alles verurteile oder für „schlecht“ befinde, was sich im Rahmen einer WM wie dieser ereignet. Urteile solcher Art zu fällen, lege ich mehr und mehr ab und lerne stattdessen die Dinge einfach zu sehen, wie sie sind. Ich sehe das mit den Spielen einer WM ähnlich, wie mit dem Gang in die Kirche nur an Weihnachten… auch den nehme ich nicht vor. Ich gehe ja auch sonst nicht.

Dennoch habe ich teilgenommen an der WM – nur anders: Ich habe mich über jeden spitzen Schrei, über jeden Jubel und jedwede andere feurige Reaktion gefreut, die ich besonders während der Spiele unserer Mannschaft aus der Nachbarschaft oder meiner Umgebung zur Zeit eines Spiels hören konnte. Ich spürte auch innere Freude, als ich bemerkte, dass meine liebe Yogalehrerin Feuer und Flamme für Fußball ist – schon seit ihrer Kindheit, war Fußball immer präsent in Ihrer Familie. Sie erzählte uns, dass sie sehr viel „atmen“ musste, als sie während des ersten Vorrundenspiels unserer Mannschaft unter anderem mich unterrichten „durfte“. Ich freute mich über die nach wie vor vergebenen Versuche meiner Freunde und Bekannten, die teilweise immer noch nicht davon ablassen konnten, mich zu überzeugen, mit ihnen eines der Spiele zu schauen – vergeblich. Ja, viele Momente der vergangenen Wochen habe ich so wahrgenommen und fast immer ein inneres Lächeln gespürt. Die Freude anderer Menschen birgt eine starke und spürbare Energie, die wundervoll ist.

Ich sehe die Zeiten einer WM aber auch unter kritischen Gesichtspunkten…
Die Politik nutzt wie so oft „Zeiten der Ablenkung“ aus, um Gesetze durch die Türen zu schieben, welche in der Bevölkerung eher ungeliebt sind. Themen, die sonst innerhalb der Bevölkerung auf weitaus mehr Kritik und Widerstand stoßen würden wie beispielsweise im Fall „Fracking“. Gezielt und taktisch schon beinahe niederträchtig werden Entscheidungen getroffen, die ob der spannenden Entwicklungen der WM kaum Erwähnung in der täglichen Berichterstattung unserer Informationsmedien finden. Der vielleicht nicht ganz so kritische Bürger bekommt durch seinen Fokus auf dieses nationale Ereignis nicht mit, was beinahe verborgen und heimlich hinter politischen Türen stattfindet. Im Handumdrehen haben wir als Bevölkerung auszubaden, was unsere Volksvertreter mal schnell durchpeitschen, obwohl die Mehrheit von uns eindeutig dagegen ist.
Sicherlich darf auch ein kritisches Auge auf das Gastland der WM – wie auch auf künftige Gastländer – geworfen werden. Ein Land, welches sicherlich schon vieles getan hat, um die Lage für seine Bevölkerung zu verbessern, aber von dem man auch immer wieder einmal hört, dass dort mit harten Bandagen gegen Menschen vorgegangen wird, die dem Erscheinungsbild, welches das Land im Zuge des weltumspannenden Ereignisses gerne nach außen präsentieren möchte, nicht ganz gerecht werden. Selbst wenn man den teilweise haarsträubenden Berichten möglicherweise nur zum Teil Glauben schenken kann, scheint hin und wieder mit nicht gerade humanen Methoden in dieser Hinsicht vorgegangen zu werden. Ich weiß zu berücksichtigen, dass auch hier nicht alles, was social media uns vorsetzt zu 100% als allumfassende Wahrheit gesehen werden darf. Dennoch fällt mir auf, dass im Zuge der WM der kritische-hinterfragende Blick bei ganz vielen Menschen noch weitaus getrübter ist, als im WM-freien Alltag. Wir dürfen es zugeben und uns vor allem selbst bewusst machen. Das Phänomen sportlicher Großveranstaltungen funktioniert fast immer gleich: Der Mensch legt den Fokus einzig auf den „Spaß“ an einem solchen Event und blendet die unschönen Themen, die sich möglicherweise um den Spaß herum platzieren könnten, einfach aus.
Außerdem empfinde ich den medialen Umgang mit dem Phänomen WM ab und an etwas unüberlegt und unbewusst. Eine Freundin teilte mit mir vor wenigen Tagen ihre Gedanken hierzu: Wozu soll es dienlich sein, wenn beispielsweise die Presse einen Torwart damit belagert, dass er ja in der einen oder anderen Situation nicht ganz auf der Höhe gewesen sei und wie er sich das denn im weiteren Verlauf vorstelle – ganz nach dem Motto, dass das ja so nichts werden könne? Ruft dies nicht zwangsläufig in einem Menschen oder sogar der gesamten Mannschaft einen Druck hervor, vor allem unterbewusst? Druck, welcher im Zweifelsfall weiteres Versagen hervorrufen wird? Jeder von uns kennt das schon im Kleinen. Wenn ein Mensch im eigenen Umfeld einen Zweifel säht, kann uns dieser nachhaltig beschäftigen. Davon sind Sportler und andere Personen des öffentlichen Lebens ebenso betroffen. Zweifel und Unsicherheiten bilden einen wunderbaren Nährboden für Ängste, welche das Potenzial eigenen Versagens schüren. Ist hier nicht gerade durch die Medien ein anderer Umgang gefragt? Wäre es nicht sinnvoll, hier viel mehr auf die Stärken einzugehen, Mut zuzusprechen und die Unterstützung der eigenen Mannschaft an erster Stelle zu sehen? Nein, denn leider steht das nicht im Interesse der Medien. Durch das Bohren in den Wunden wird versucht, Aufmerksamkeit zu generieren. Ist das hilfereich? Ist das sinnvoll? Steigert das die allseits so wichtige Quote? Es geht mir nicht darum zu sagen, dass keine Kritik geübt werden darf. Aber Kritik sollte konstruktiv sein und keine Blockaden auslösen. Kritik sollte von Menschen geäußert werden, die auch in der Lage sind, an dieser Stelle entsprechend zu agieren. Kritiken von Seiten der Medien stecken leider immer noch häufig voller Ver- und Beurteilungen und sind damit selten in bestärkender Weise wirksam.
Und wer profitiert noch immens von dieser WM? Die großen Konzerne wieder einmal. Merchandising-Produkte boomen und fast jeder verschleudert mehr oder weniger Geld, um Fahnen, Trikots und sonstige Gimmicks zu erwerben, welche im Zweifelsfall nach vier Wochen auf dem Müll landen, um dann der Umwelt zusätzliche Lasten aufzubürden. Außerdem werden in großer Zahl die so genannten „Public Viewings“ veranstaltet, die in größtem Maße versuchen, so viel Geld umzusetzen, wie irgend möglich. Dass dabei diese Wortkreation an Witz kaum zu übertreffen ist, will ich hier nur am Rande erwähnen, aber es lohnt sich, mit einem „native english speaker“ mal zu erörtern, was „public viewing“ eigentlich heißt. Aber darin sind wir besonders hier in Deutschland ja auch sehr gut – englische Begriffe völlig sinnentfremdet zu adaptieren. Eine liebenswerte Eigenheit unseres Sprachgebrauchs.

Meine Gedanken enden hier jedoch nicht. Ich empfinde mehr, ich fühle noch viel mehr. Wie bei allem gibt es nie nur „schwarz“ und „weiß“, „gut“ und „schlecht“.
Ich sehe fremde Menschen, die an öffentlichen Plätzen zusammen kommen und Ohne Scham voreinander ihre Emotionen zeigen. Es wird gemeinsam geweint, wenn die eigene Mannschaft aus dem Tournier ausscheiden muss oder die Menschen fallen sich in die Arme, wenn ein Tor zu Gunsten des eigenen Landes fällt. Ausgrenzung, Scheu, Zurückhaltung und Scham fallen hier von uns Menschen ab. Wir nehmen unseren Nachbarn in diesen Momenten starker Emotionen einfach als einen Teil von uns wahr. Einen Teil, mit dem wir diesen Moment genießen wollen. Freude und Aufregung fließen von Mensch zu Mensch – Energie durchströmt ungehindert die Körper. Was für ein wundervoller Austausch.
Wenn Momente wie diese uns als Menschheit den Mut finden lassen, unsere Gefühle vor anderen nicht mehr verstecken zu müssen, kann ich nicht glücklicher werden. Wenn wir so lernen, den „anderen“ etwas besser zu verstehen und ihn nicht mehr zu beurteilen, könnte mein Glück nicht größer werden.
Ich sehe Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt zur gleichen Zeit mitfiebern und teilhaben an einem kollektiven Moment, der größer fast nicht sein könnte. Wir sind auf eine solch unmittelbare Art eins, wir bleiben eins und es zeigt sich für jeden greifbar das, was ohnehin ein fundamentales Gesetz des Universums ist: Wir alle sind verbunden, wir alle bilden das große Ganze und wir alle können noch so sehr versuchen, uns von diesem großen Ganzen zu trennen – es wird uns nicht gelingen. Und sollten wir als Menschheit diese fundamentale Wahrheit nur begreifen, indem wir alle vier Jahre Ereignisse wie diese feiern, dann darf und muss es genau so geschehen. Selbst wenn diese Events noch so von Schatten dessen bedeckt, was um sie herum geschieht.

Wir Menschen lernen, wir Menschen erfahren und haben damit eine Chance zu begreifen, was wir sind. Also lasst uns gemeinsam weiter danach streben, zu lernen, zu erfahren und zu begreifen, was es heißt, das große Ganze zu sein.