Liebe in allem

Heute ist einer von den Tagen, an denen ich mich sehr glücklich und leicht empfinde, denn ich kann die Liebe überall sehen. Wir sollten uns stets versuchen, darin zu üben und danach zu streben, dass wir Liebe in allem sehen, denn alles besteht aus reiner Liebe. Im Universum gibt es nichts anderes, als Liebe. Ich bin nicht der Erste, der darüber schreibt, denn Neale Donald Walsh, Eckhard Tolle und andere haben bereits in ihren Werken und Arbeiten auf sehr plausible, wenngleich auch teilweise verstörende Art, genau das umschrieben. Aber heute ist für mich der Moment gekommen, mein Empfinden darüber nieder zu schreiben und zu teilen.

Es sind kleine Momente der Erkenntnis, die uns dazu verhelfen, Dinge klar zu sehen und als das zu erkennen, was sie wirklich sind. Das Universum hat sich da zunächst als ein wunderbares System kreiert, das perfekt funktioniert. Wie die Planeten um die Sonnen kreisen, so bewegen sich auch Sonnensysteme in Perfektion im Universum. Das Leben an sich ist verkörperte Liebe, weshalb wir den Akt, der Leben hervorbringt auch stets mit dem, was wir als das Gefühl der Liebe kennen, in unmittelbare Verbindung bringen. Aber auch der Tod ist Liebe. Tod bringt Leben hervor, Leben kann nicht sein ohne Tod. Wir gewinnen Nahrung aus sterbenden Lebewesen, seien es nun Pflanzen oder Tiere, doch das Ende eines Lebewesen ist essentiell für das Überleben eines anderen und in der darin liegenden Anmut ist nichts anderes verborgen, als Liebe. Liebe die sich für uns manchmal ein wenig versteckt und kälter anfühlt, als das, was wir selber als Liebe empfinden – aber es ist und bleibt Liebe. Im der wundervollen Dokumentation „Unsere Erde“ gibt es eine Szene, in welcher eine Raubkatze eine Antilope jagt und reißt. Dieser eine Momente, in welchem das gejagte Tier ins Straucheln kommt und stürzt und von der Raubkatze getötet wird, zeigt auf eine ganz besondere Art, was ich meine. Ja, der Akt des Tötens mutet brutal und sehr hart an und wir verbinden dies zunächst nicht mit dem, was Liebe für uns ist. Doch in dem Moment, in dem das Beutetier gewahr wird, was seine Aufgabe ist, sehe ich Frieden und Hingabe in den Augen des bald sterbenden Tieres. Es ist, als würde es genau wissen, dass alles gut ist, trotz des Schmerzes. Ich sehe Liebe in seinen Augen.

Doch Liebe geht weit über das hinaus, was wir in der Natur oder um uns herum sehen können. Liebe ist in all unseren Taten oder besser gesagt, all unsere Taten entstehen aus Liebe oder aus dem Bedürfnis heraus, geliebt zu werden. Wir können Liebe in vielen Dingen sehen: Iem Blumenstrauß, den der Mann seiner Frau zum Jahrestag mitbringt und im Lächeln, dass sie ihm schenkt, wenn sie den Blumenstrauß überreicht bekommt. Wir sehen Liebe, wenn eine Mutter zu ihrem Kind eilt, dass bei den ersten Gehversuchen hingefallen ist und wir spüren die Liebe im ruhigen Atem unserer Kinder, wenn wir sie in unseren Armen in den Schlaf wiegen.

Liebe liegt aber auch in all den Taten verborgen, die wir oft als schlimm, ungerecht und verabscheuungswürdig empfinden. Doch wenn wir genau hinschauen, können wir sie erkennen. Damit rechtfertigen sich nicht in unser aller Verständnis diese Taten, aber wir können besser verstehen, warum sie geschehen. Liebe liegt auch darin, wenn zwei Menschen sich streiten und sich dabei gegenseitig ihre unschönen Eigenschaften und Verhaltensweisen an den Kopf werfen. Liebe ist darin verborgen, denn beide handeln aus der Angst heraus, die Liebe, die sie durch ihren Partner so stark spüren können, verlieren zu können. Wir handeln dann oftmals unüberlegt und werden hart und teilweise ungerecht, doch eigentlich wollen wir die für spürbare Liebe bewahren.

Ein Mensch, der im Gerichtssaal den Mörder eines Angehörigen erschießt, handelt aus purer Liebe. Aus dem Verlust heraus, den er glaub spüren zu müssen, weil ihm augenscheinlich Liebe genommen wurde. Aber auch im Akt des Mordes – und das wird nicht jeder von Euch so annehmen können – steckt der Wunsch nach Liebe. Es mag Aufmerksamkeit sein, die dieser Mensch so dringend benötigt, dass er eine solche Tat begeht oder vielleicht ebenfalls die Angst davor, gespürte Liebe andernfalls zu verlieren.

Wir alle handeln immer nur aus diesen beiden Motiven, weil wir lieben oder weil wir Liebe suchen. Es gibt keine Ausnahme. Wenn wir uns schnellen Sex in einer Bar suchen, dann suchen wir eigentlich die Liebe zu uns selbst, weil wir sie gerade nicht erkennen können und den anderen benötigen, damit er uns zeigt, wie wundervoll und liebenswert wir sind. Wenn wir einem älteren Menschen über die Straße helfen oder eine Wasserkiste die Treppen herauf tragen, handeln wir aus reiner Liebe, denn wir wissen, dass auch wir eines Tages auf liebende Gesten anderer angewiesen sein könnten. Wenn wir eifersüchtig sind, handeln wir aus Liebe, weil wir auch hier Angst haben, dass uns Liebe abhandenkommen könnte.

An Tagen wie heute empfinde ich einen inneren Frieden, weil ich weiß, dass Liebe niemals abhandenkommen kann, denn sie ist immer da. In all ihren Facetten und mit all ihren unterschiedlichen Gesichtern, die wir niemals im Laufe eines Lebens selber kennenlernen können und doch jedes davon schon kannten, bevor wir dieses Leben anfingen. Liebe ist in allem und zeigt sich durch alles, egal wie unmöglich es uns erscheinen mag. Wir müssen nur genau hinschauen und können sie erkennen. Und an Tagen wie diesem versuche ich mich mehr und mehr in Achtsamkeit für die Liebe zu üben, damit ich immer ein wenig mehr in diesem Bewusstsein von Liebe ruhen kann.

Gefährten auf dem Weg

Es gibt Momente, die mich dazu veranlassen, Dinge zu hinterfragen, die uns in unserem Leben wiederfahren. Es sind manchmal die schönen Dinge, es sind hin und wieder auch die traurigen Dinge. Es können glückliche Momente sein oder auch traumatische Ereignisse. Letztlich gehören sie alle zu unserem Leben, denn „Leben“ bedeutet, Situationen zu erleben, zu begreifen, sie abzuschließen und neue zu suchen.

Eine Nachricht hat mich am vergangenen Wochenende sehr bewegt. Ein lieber Freund hat eine Gefährtin verloren. Sie war für eine ganze Weile immer bei ihm und war ihm eine treue Begleiterin. Ein wunderschönes Tier, anmutig und aufmerksam, immer genau wissend, wenn es einem Menschen in ihrer Nähe nicht gut ging. Sie war manchmal feige, denn sie mochte den Regen nicht. Wie eine kleine Diva warf sie einem beschuldigende Blicke zu, wenn man im Regen mit ihr eine Runde drehen wollte. Möglicherweise liegt es in ihren Genen als Rhodesian Ridgeback-Dame, dass sie Regen einfach nicht mögen sollte. Ich trauerte und habe geweint, aber ich habe mich auch aus diesen Erinnerungen heraus freuen können.

Es war mir ein Vergnügen, sie zweimal als Ferienkind bei mir aufnehmen zu dürfen und obgleich es nur wenige Tage waren, die sie bei mir verbrachte, so hat sie in diesen Momente einfach mein Leben bereichert. So bleibt sie in meinem Herzen und ich bin dankbar dafür.

Wenn ein solcher Wegbegleiter uns verlässt, dann wissen wir oftmals im ersten Moment nicht, warum es uns geschieht. Vor allem, weil ein Verlassen durch den Tod für uns so unwiederbringlich erscheint. Es mutet einfach endgültig an und lässt uns scheinbar ohne eine Wahl zu haben zurück.

Doch Tod und Verlassen gehört zu unserem Leben hinzu, wie ich es bereits geschrieben habe. Im Erleben dieses Verlustes kann für jeden von uns die Erkenntnis verborgen sein, dass wir einfach hin und wieder auch diese Art des „Verlassen werden“ erleben müssen. Diese Erkenntnis zu spüren ist die Wahl, die wir in solchen Momenten haben. In diesem Erlebnis wird für jeden von uns eine Aufgabe liegen, die wir durch die Erfahrung erkennen und lösen können. So wie das erste Mal, wenn unsere Eltern und an der Kindergartentür „verlassen“. Wir können hier lernen, dass es nicht schlimm ist, wenn unsere Eltern für eine gewisse Zeit einmal nicht um uns sind oder aber wir lernen, dass es uns extrem schwer fällt, sie nicht um uns zu haben.

Wenn uns ein tierischen Begleiter verlässt, der empathisch war wie diese Hündin, dann kann es sein, dass es an der Zeit für uns ist, Situationen in denen sie aus ihrer Empathie heraus für uns da war, allein zu lösen oder aber einen anderen Gefährten zur Unterstützung zu uns zu rufen.

Jeder kann für sich selber herausfinden, was sich darin verbirgt. Es wird den Schmerz des Verlustes nicht verschwinden lassen. Es wird diesen Schmerz nur verändern und vielleicht wird uns klar, dass das physische Zusammensein zwar nicht mehr möglich ist, aber dennoch keine wirkliche und endgültige Trennung vollzogen wurde, denn die Verbindung, die wir in diesem Universum zu allem und jedem haben, wird nicht durch das Ende der physischen Existenz getrennt.

Mit jedem Gefährten, der uns verlässt, wird es auch andere Gefährten geben, die neu zu uns stoßen. Die neuen Gefährten mögen nicht immer so dicht bei uns sein und vielleicht auch nicht so beständig. Manche bleiben verborgen im Hintergrund und zeigen sich nur in seltenen Momenten, dann aber umso deutlicher. Andere gehen eine ganze Strecke auf dem Weg unseres Lebens neben uns und biegen nur selten auf eine Nebenstrecke ab. Wieder andere treffen wir nur an bestimmten Kreuzungen und Gabelungen immer wieder. Und hin und wieder begegnet uns ein Gefährte, in dem wieder das Potenzial steckt, ganz dicht, ganz intensiv bei uns zu sein und es ist an uns, was wir daraus erwachsen lassen. Möglicherweise entfaltet sich aus einem Zusammentreffen eine Energie, die in der Verbindung weitaus mehr zu erschaffen vermag, als die Summe dessen, was beide Wesen allein hätten vollbringen können und mit ein wenig Glück haben wir eine lebenslange Liebe finden können.

Ich durfte so jemandem begegnen und freue mich mit Spannung darauf, wieviel und wie intensiv und wie bereichernd unsere Wege sich ab sofort vielleicht gleichen mögen.

Ich freue mich, ich bin dankbar… für jeden Gefährten, der mich verlassen hat, für jeden, der bei mir blieb, für jeden, den ich neu treffen darf, für jeden, dem ich wieder begegne und für den, der mein Herz ganz wundervoll berührt.

Erfolgreich abgeschlossen

Ich melde mich nun nach einer etwas längeren Pause zurück und werde heute auch keine tiefen Gedanken teilen, sondern einfach etwas für mich sehr Schönes berichten. Ich habe am Wochenende erfolgreich meine Ausbildung zum THEKI-Meister abgeschlossen.

Ähnlich wie beim Reiki ist diese Ausbildung in drei Grade unterteilt. Das wunderbare daran ist, dass jeder es bereits nach dem ersten Block anwenden kann. Dabei können viele Schwierigkeiten, welche sich im und durch das alltägliche Leben manifestieren, wieder gelöst werden. Nach dem ersten Block können wir beispielsweise Glaubenssätze und destruktive Überzeugungen aufspüren und auslösen. Wir können Mangelgefühle reduzieren, indem wir entsprechende Emotionen integrieren und auch Beziehungen können harmonisiert werden.

Der zweite Ausbildungsblock konzentriert sich mehr mit den körperlichen Aspekten. Dabei haben wir gelernt, männliche und weibliche Anteile auszugleichen und in Harmonie zu bringen, sowie die Energiezentren/ Chakren des Körpers in Einklang miteinander zu bringen. Das enorme Wissen, welches ebenfalls vermittelt wurde, hilft dabei, ein Verständnis für die Zusammenhänge von energetischer Arbeit und aktuellem wissenschaftlichen Wissensstand beispielsweise der Quantenphysik zu erkennen.

Der letzte Block hat alles abgeschlossen. Ich konnte lernen, wie Körper, Geist und Seele noch besser in Harmonie miteinander kommen und wie uns die Arbeit mit der inneren Familie hilft, uns selbst noch besser zu erkennen und bewusster wahrzunehmen.

Nun beginnt nach einem Jahr der Ausbildung in drei Lernblöcken das so genannte Meisterjahr. Nach diesem Jahr könnte ich, sofern ich das Interesse habe, auch die Lehrerausbildung machen, welche mich dazu qualifizieren würde, selbst andere Menschen in THEKI auszubilden. Und ganz ehrlich, der Gedanken liegt mir gar nicht mal sehr fern.

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei meiner Ausbilderin bedanken, die schon nach dem ersten Tag für mich wie eine Kollegin und Freundin war und auch bei meinen „Mitschülern“. Wir konnten uns gegenseitig einen unheimlich schönen Raum geben, uns selbst zu erspüren, uns gegenseitig zu erfahren und einander hilfreich zur Seite zu stehen.

Interesse mehr zu erfahren? Dann meldet Euch gerne bei mir.

Liebe Grüße für heute und bald dann auch wieder mehr an dieser Stelle!

Anfang und Ende

Das neue Jahr hat begonnen und wohl nahezu jeder von uns ist wieder im alten Trott. Die Arbeit ruft, die Kinder gehen wieder zur Schule, alle Geschäfte haben wieder zu den normalen Uhrzeiten geöffnet und so schnell wird auch erstmal kein verkaufsoffener Sonntag mehr folgen. Dennoch stelle ich mir die Frage, warum wir wohl in so vielen Dingen immer diese Definition von Anfang und Ende benötigen. Woher kommt diese Sehnsucht, nach klaren Momenten im Leben, die entweder den Start oder das Ende einer gewissen Sache benötigen?

Wenn wir einmal ehrlich sind, ist der 31.12. auch nicht wirklich anders, als der 30.06. in einem Jahr. Mal davon abgesehen, dass das Wetter in der Regel ein wenig anders ist und die Natur sich in einem anderen Abschnitt eines sich stets wiederholenden Zyklus befindet. Vielleicht wäre der Vergleich zwischen dem 31.12. und dem 21.12. ein wenig passender. Dennoch „passiert“ an einem letzten Tag im Jahr nichts, was nicht auch an vielen anderen Tagen im Jahr passieren könnte. Es gibt uns aber eine Art von Halt, wenn wir darüber nachdenken, dass wir ein Jahr hinter uns lassen und ein neues beginnen.

Viele Menschen brauchen scheinbar einen solchen Zeitpunkt. Sie verabschieden sich beispielsweise von einem Lebensabschnitt, der sehr hart und vielleicht auch enttäuschend gewesen ist. Manch einer bedankt sich für das, was er erleben dürfte und schaut mit Spannung auf das, was nun kommt. Aber es ist in der Tat eher das Verabschieden von subjektiv negativen Perioden, die uns abverlangen, ein „Ende“ zu bestimmen. Ein Ende eines Zeitraumes, der unserer Ansicht nach nicht gut gewesen ist. Und nur selten ist eine solche Periode ja genau am 31.12. auch beendet. Oftmals befindet sie sich gerade im Ausklingen oder hatte sich längt in den Monaten und Wochen vor dem Jahreswechsel geklärt.

Letztlich braucht es daher solch einen festen Tag, an dem man sich die guten Vorsätze für die kommende Periode macht, überhaupt nicht. Jeder von uns ist in jedem Moment des Daseins dazu in der Lage, etwas zu verabschieden und einen Übergang in etwas Neues zu vollziehen. Das Neue ist dabei niemals wirklich neu. Alles, was wir erleben, entsteht in einem steten Fluss und geht ineinander über. Wir können beinahe gar nicht entscheiden, dass von einem Moment zum anderen alles verändert ist und wir alles in veränderter Form angehen. Allein der Moment der Entscheidung fließt durch unseren Körper, unseren Geist und unsere Seele und wird dabei sanft und vorsichtig immer konkreter und manifestiert sich schließlich. Für manch einen wirkt ein solcher „Neuanfang“ abrupt und schnell. Das liegt sicherlich daran, dass er für uns oft erst greifbar wird, in dem Augenblick, in dem wir die finale Entscheidung treffen, es anders zu machen. Jedoch haben wir unterbewusst und auch in Momenten der Unaufmerksamkeit bereits ganz oft Dinge getan oder sind Gedanken nachgegangen, die uns eben genau dahin geführt haben – an diesen Punkt, welcher die Veränderung und damit den Anfang eines neuen Abschnitts brachte.

Ein Ende ist immer auch ein Anfang – diesen Satz kennt wohl fast jeder. Oft wird er benutzt und ja, eine offenbar allgemeingültige Wahrheit liegt in ihm. Es ist dennoch unsere Konstruktion von Zeit, die von uns abverlangt, dass wir Relationen herstellen müssen. Zwischen dem, was jetzt passiert und dem, was bereits gewesen ist oder kommen wird. Es ist schlicht diese Art unserer zeitlichen Wahrnehmung, welche uns nötigt, dass etwas zu Ende geht und dann etwas Neues beginnt. Wie ein Buch, dass ich zu Ende lese, um mir anschließend ein anderen zu nehmen.

Doch das Leben ist nicht wie ein Buch, und auch das Ende des Lebens ist nicht wie ein Buch, dessen letzte Seite gelesen wurde. Alles fließt und geht vom einen ins andere über – ohne Anfang – ohne Ende.

Diese Menschen, die unser Inneres berühren…

Wir treffen jeden Menschen immer genau in dem Moment, in dem wir ihn treffen sollen. Diese Begegnungen eröffnen uns immer wieder neue Möglichkeiten. Wie Türen und Tore auf den Wegen durch das Leben, zeigen sie uns manchmal Abkürzungen oder auch Umwege. In jedem Fall sind sie nie umsonst da, nie einfach nur zufällig, sondern immer, weil es genauso sein sollte.

Ich saß heute früh bei Kerzenschein und habe wie nahezu jedem Morgen meine Gedanken aufgeschrieben. Dabei habe ich auch an einige der Menschen gedacht, die mir in meinem Leben begegnet sind. So manches Mal habe ich durch den einen oder anderen eine Erfahrung gemacht, die man sich sicherlich auf den ersten Blick lieber erspart hätte, aber da wir in unserer Existenz selten ohne diese Erfahrungen wirklich lernen und verstehen, was wir möglicherweise lieber anders manifestieren würden, habe ich nicht einen einzigen dieser Moment in meinem Leben bereut.

Heute Morgen schwirrten mir aber die Begegnungen durch den Kopf, die mir etwas Schönes eröffneten. Manche Menschen treten sozusagen plötzlich in unser Leben, ganz unerwartet. Eigentlich tun sie das alle, aber es fühlt sich hin und wieder eben „besonders“ plötzlich an, weil sie möglicherweise schon lange Zeit in unserer unmittelbaren Nähe gelebt haben und wir ihnen zuvor nie begegneten. Obwohl wir mehrfach an ihnen vorbeigegangen oder –gefahren sein könnten. Auf dem Weg zum Einkaufen vielleicht. Möglicherweise fuhren sie sogar jeden Tag mit uns im gleichen Bus zur Arbeit. Doch wir sehen sie erst, wenn der richtige Moment gekommen ist. Man hat eventuell die gleichen Interessen und fragt sich, warum es überhaupt so lange gedauert hat, dass diese Begegnung endlich stattfinden durfte, wo es doch die Entfernung selbst nicht gewesen sein kann, die einen bisher trennte. Aber wenn der Moment kommt und sich mir dann offenbart, welche wundervollen Seelen sich mir da gerade zeigen, durchflutet mich eine unglaubliche Wertschätzung und ich bin dankbar über diese Erkenntnis. es ist nicht wichtig, dass es gedauert hat. Es ist ein Geschenk, zu wissen, dass sich immer wieder Menschen auf unseren Wegen befinden, die uns helfend die Hand reichen, einfach nur indem sie durch unsere Augen direkt in unsere Seele blicken können und uns sehen, wie wir wirklich sind. Worte sind dann hin und wieder gar nicht notwendig. Denn auch wir schauen ihnen dann direkt in ihre Seele. Wir können sie fühlen, als würde die Aura des anderen auf uns übergehen, uns durchfluten und eins mit uns werden.

Ja, es kommt vor, dass wir diese Menschen treffen. Sie sind wir kleine menschgewordene Engel und oftmals wissen sie das gar nicht. Würden wir es ihnen sagen, werden sie sich beinahe alle versuchen, herauszureden. Sie tischen uns ihre Unzulänglichkeiten auf, damit wir sie nicht erkennen. Dpch sie tragen auch Dinge in sich, die sie das Außen nicht gerne wissen lassen. Doch wenn sie in einem gewissen Moment Sicherheit verspüren, vertrauen sie uns vielleicht eines ihrer eigenen, kleinen und „dunklen“ Geheimnisse an. Dennoch werden sie für uns nicht weniger schön, nicht weniger vertraut und auch nicht weniger perfekt und vollkommen. Im Gegenteil, ich erkenne darin noch viel besser, was sie sind und könnte mich darüber nicht glücklicher schätzen.

Die Angst sich zu offenbaren steckt tief in jedem von uns, denn wir müssen Erwartungen genügen und uns vermeintlich in ein Schema pressen, in welches wir nicht immer hinein passen. Wir versuchen aber, es anderen Recht zu machen. Vielleicht die eigenen Eltern, da sie erwartungsvoll in unserer Ausbildung investiert haben und wir meinen, dass sie nun die Früchte dessen ernten möchten. Vielleicht einer unserer Vorgesetzten, der sich für uns stark gemacht hat und nun den Gegenwert in unübertroffener Leistungserbringung erwarten.
Manchmal erkennen wir sogar fast, dass wie uns zu sehr unter Druck setzen, um zu genügen. Wir suchen Wege aus dem Dilemma. Manche schämen sich, wenn sie dann Hilfe in Anspruch nehmen, da sie unerwartet mit den stetigen Anforderungen nicht zurechtkommen. Sie fühlen sich dadurch vielleicht noch schlechter, denn sie haben erneut Erwartungen nicht erfüllt. Sie haben vielleicht auch Angst, wir könnten uns von ihnen abwenden, weil wir sie direkt von dieser vermeintlich schwachen Seite sehen. In der Essenz dessen, was wir wirklich sind, können wir uns von diesen Seelen nicht abwenden. Die Geste ihres Vertrauens ist ein großartiges Geschenk an uns.

Ein Geschenk, welches uns auch ermöglicht, unsere eigenen Abgründe zu überwinden. Sie helfen uns, zu sehen. Sie helfen uns, unsere Wahrnehmung zu erweitern, den Fokus ein wenig zu vergrößern. Und in dem Moment des Austauschs ist immer ein Ausgleich da. Er mag subjektiv nicht ausgewogen sein, aber auch das ist nur unserer Wahrnehmung zu schulden. Indem sie ihre kleinen Abgründe offenbaren, helfen sie mir, dass ich meine sehen kann. Indem sie ihre Schönheit zu erkennen geben, kann ich auch die meine sehen. Indem ich ihre empfundene Schwäche sehe, kann ich sehen, warum ich mich manchmal schwach empfinde…

Ich möchte sie nicht missen, diese Wesen, die mir begegnen und wie Seelenverwandte in Erscheinung treten. Die, bei denen es keiner Worte bedarf. Die, die uns so nah sind, dass wir nach dem ersten Tag bereits fühlen, wir hätten Jahrhunderte miteinander verbracht. Und das haben wir wohl auch, wie sonst könnte es sich so anfühlen…

Ich bin dankbar, dass wir gemeinsam diese Reise angetreten haben, auch wenn wir nicht auf allen Abschnitten gemeinsam unterwegs sein können. Ja, ich meine Euch. Die, die jetzt glauben, dass ich sie nicht meinen könnte. Die, die sich herausreden, dass sie so etwas nie für mich oder jemand anderen sein könnten. Aber ihr seid es, in jedem einzelnen Augenblick.
Jeder kann es sein – für jeden – irgendwann.

Einen wundervollen 1. Advent Euch wundervollen Seelen überall dort draußen!