Veränderungen im Außen – Veränderungen im Innen

Jeder von uns geht seinen eigenen Weg durchs Leben. Wir treffen dabei stets Entscheidungen, welche diesen Weg bestimmen, verändern und welche uns an Weggabelungen und Kreuzungen eine bestimmte Richtung einschlagen lassen. Manchmal sind diese Richtungswechsel für uns subjektiv gut, manchmal scheinen sie kaum eine Wirkung zu haben und manche empfinden wir als schlecht. Wenn uns bewusst wird, dass wir in unserem Leben auf einem Weg sind, der uns nicht gut tut, der uns körperlich, seelisch oder geistig schmerzt oder gar zerstört, dann dürfen wir uns glücklich schätzen, denn wir haben die Möglichkeit für uns erkannt, diesen Pfad zu verlassen. Es gibt Momente, in denen wir den Weg einfach verlassen und über freien, angenehmen Boden auf einen anderen Pfad wechseln können. Es gibt aber auch Wegwechsel, die für uns nicht einfach sind. Wir müssen dann einen Weg verlassen und ins Unterholz, über schlammigen Grund oder durch hohes Gras laufen und niemand kann uns genau sagen, was dort auf uns wartet. Manch einer muss den Weg auch durch undurchsichtiges, enges Dickicht und Gestrüpp hindurch verlassen.

Es fällt uns also nicht immer leicht, zu erkennen, wie wir den Pfad wechseln können. Dies manifestiert sich in der uns allen bekannten Angst vor Veränderung. Doch jeder von uns hat die Fähigkeit zu erkennen, wenn es an der Zeit ist. Es stellt sich nur die Frage, ob wir uns trauen, die Entscheidung zur Veränderung zu treffen.

Veränderungen können wir auf zwei verschiedene Arten vornehmen. Ich habe schon oftmals davon geschrieben, dass wir in Situationen einfach die Umstände verändern können, damit es uns besser geht. Wir können den Job wechseln, wenn uns die Arbeit nicht gut tut oder wir können den Wohnort wechseln, wenn wir uns in der Umgebung nicht wohl fühlen. Dies können hilfreiche Schritte sein, wenn wir von einem Pfad auf den anderen wechseln mögen. Doch es gibt auch hin und wieder Entscheidungen, die wir treffen müssen, in denen uns die bloße Veränderung äußerer Umstände nicht helfen wird.

Wie können wir die Dinge loslassen, die uns tief in der Seele Schmerzen bereiten? Reicht es da wirklich, wenn wir einfach aus einer Situation heraus gehen? Werden wir dann nicht schnell wieder in eine vergleichbare Situation gebracht? Es ist ein erster Schritt, wenn wir uns mit unserem Außen beschäftigen, doch reicht das wirklich? Langfristig kann Veränderung nur im Inneren stattfinden, auch wenn wir versuchen, sie im Außen vorzunehmen.

Wir können uns das Außen jederzeit zu nutzen machen und dadurch vieles erkennen, uns selber besser verstehen und das Menschsein an sich erfahren. Aber reicht es aus, den Wohnort zu wechseln, weil wir uns an der Stelle, an der wir stehen, nicht wohl fühlen? Es ist der erste Schritt zur Erkenntnis, aber wir sollten hier nicht aufhören, sondern nach dem physischen Ortswechsel tief in unserem Inneren schauen, was dort einen „Ortswechsel“ benötigt.

Wenn wir einen Job kündigen, weil unser Chef uns zu viel Arbeit aufhalst, während andere Kollegen unseres Empfindens nach viel weniger Arbeit auf den Tisch bekommen, dann können wir den Job wechseln. Wenn wir aber nicht auch in unserem Inneren schauen, verstehen und verändern, wofür diese „viele Arbeit“ steht, dann werden wir an anderer Stelle erneut einen Menschen treffen, der uns „viel Arbeit“ aufhalst.
Wenn ein Drogensüchtiger sich aus seinem sozialen Umfeld löst, weil dort zu viele andere Menschen um ihn herum sind, die für seinen Rauschmittelkonsum stehen, dann hat er damit einen ersten Schritt getan, sollte jedoch auch schauen, woher diese Sucht rührt. Wovor flüchtet er? Was mag er nicht ins Bewusstsein dringen lassen? Schaut er sich dies nicht an, wird er sich stets wieder in Situationen und von Menschen umgeben finden, die den Konsum von Suchtmitteln unterstützen.

Das Außen zu verändern kann nie der einzige oder der letzte Schritt zur Befreiung sein. Wir sollten stets schauen, wo in uns der Ort ist, den wir im Außen bereits bereit sind zu ändern, damit wir ihn in uns auch verändern können. Unsere Realität generiert sich stets aus dem, was wir in sie hinein geben. Daher werden wir immer das bekommen, was unser Inneres ins Außen gibt. Aber unser Inneres kann nicht aus dem entstehen, was wir als Außen wahrnehmen.
Es ist jedoch keine Einbahnstraße, das gilt es hier, nicht falsch zu verstehen. Der Austausch findet stets in beiden Richtungen statt, aber der Effekt ist nicht gleich. Das Außen zeigt uns, was unser Inneres ist, braucht und empfindet. Das Außen darf als unser Ansporn und die Motivation gesehen werden, unser Inneres zu verändern, damit sich das Außen auch verändern kann.
Das Außen verändert sich jederzeit, egal ob wir unser Inneres verändern oder nicht. Wenn es nicht manifestiert, was wir aus unserer Veränderung im Inneren heraus kreieren, dann zeigt es uns unsere innere Unausgeglichenheit auf unterschiedlichste Weise, bis wir endlich begreifen und zulassen, was in unserem Inneren nach Veränderung verlangt.

Je mehr unser wahres Selbst mit unserem manifestierten Ich in Balance ist, umso stärker empfinden wir unser Außen als angenehm und wohltuend.

Wollen wir also Veränderung schaffen, die uns Glück und Zufriedenheit bringt, können wir mit einer Veränderung der äußeren Umstände beginnen, sollten aber dabei immer im Auge behalten, dass dies nur ein Zeichen für das Bedürfnis nach Veränderung in unserem Inneres ist.
Unser wahres Selbst kennt den Weg, immer, auch wenn wir ihn mal verlassen oder aus den Augen verloren haben und unsere Realität zeigt uns, wie wir auf den Weg zurück finden.

„Ich bin dann mal vegan“ von Bettina Hennig

Ich habe lange nichts von mir hören lassen und bin selbst wieder einmal erstaunt, wie schnell die Zeit manchmal subjektiv vergeht. Aber ich möchte einem Versprechen nachkommen, dass ich einer tollen Frau bei unserer kurzen, aber für mich sehr nachhaltig wirkenden, wundervollen Begegnung gemacht habe.
Bettina Hennig habe ich bei einer kleinen privaten Wohnzimmerlesung einer Kollegin kennenlernen dürfen, als sie ihr frisch gedrucktes Buch „Ich bin dann mal vegan“ erstmals einer Gruppe von Menschen vorgestellt hat. Es hat mich beeindruckt, dass dieses Thema mich allein in dieser Lesung so sehr zum Lachen gebracht hat, dass ich nicht anders konnte, als ein Exemplar zu erstehen und es auf meiner Leseliste direkt an oberste Stelle zu setzen. Nun bin ich manchmal nicht der schnellste Leser, aber ich mache heute das an Bettina gegebene Versprechen wahr und werde über ihr Buch schreiben und was es mit mir gemacht hat:

Bettina Hennig vermag es, ihre Zuhörer in den Bann zu ziehen. Nachdem ich sie kennenlernen durfte und weiß, wie ihrer Stimme klingt, ihre Intonation wirkt, wie sachte sie in angebrachten Momenten mit Sarkasmus und Ironie spielt, aber auch genau weiß, wann jene stilistische Mittel ob der Ernsthaftigkeit des Erlebten und Erzählten nicht angebracht sind, hatte ich sie in jedem Moment des Lesens bei mir. Es war so, als würde eine Bekannte neben mir sitzen, die mir eine Geschichte erzählt. Ich lausche ihren Worten, die sich beim Lesen der Buchstaben durch ihre Stimme in meinem Kopf zu einem Abenteuer entfalten und genau das ist dieses Buch: Ihr eigenes Abenteuer.

Als Leser erfahren wir von Dingen, die Bettina Hennig nahe gehen, von Dingen, die sie Weinen und Nachdenken bringen. Wir hören von absurden Situationen, die mich mehrfach zum Lachen brachten, aber wir erfahren auch spannende Fakten und bekommen verschiedene Quellen, um selber zu recherchieren und uns ein eigenes Bild zu machen.

Bettina Hennig vermittelt ihren Weg in eine Lebensweise ohne den Konsum tierischer Lebensmittel, in eine Welt, in der sie nach bestem Wissen und Gewissen auf jegliche tierische Güter verzichtet. Sie vermittelt diesen Weg aber weder in einer erzieherischen Weise, um dem Leser das Gewissen wach zu rütteln. Nein, vielmehr schafft sie Raum für einen Erfahrungsbericht, der Dinge spiegelt, die uns allen aus dem Alltag bekannt sind oder uns Dinge aufzeigt die wir nicht wahrhaben wollen. Wir lernen aber auch die absurde Welt der moralischen Zeigefinger kennen, die beispielsweise in Internetforen erhoben werden, wenn man einmal leichtsinnigerweise ein Lebensmittel als „SAU-lecker“ bezeichnet.  Wir erfahren, welche Intrigen die agrarindustrielle Lobby spinnt und wie volksverdummend die Bildzeitung ist, obwohl lediglich die Frage nach einer Quelle für veganen Nuss-Nougat-Brotaufstrich gestellt wurde und erleben, dass am Ende zwar hochmoralisch diskutiert, diffamiert, beschimft und besser gewusst wird, aber niemand einer Einsteigerin am Ende die Frage nach dem Brotaufstrich beantwortet.

Bettina beschreibt aber auch die Schwierigkeiten, denen sie in ihrem privaten Umfeld entgegentreten musste, weil sie sich immer wieder dem Rechtfertigungsdruck von außen ausgesetzt sieht und man ihr Moralisierung unterstellt, wo sie nicht einmal einen Anflug davon vornimmt. Sie beschreibt ihre Verwunderung darüber, wie ihre Lebensweise auf andere wirkt und ihr plötzlich grundlos eine Art Missionierungsdrang zugeschrieben wird. Sie lässt uns an den Veränderungen teilhaben, die sie durch ihr Bewusstwerden erlebt. Veränderungen, wie sie jede/r erfährt, wenn er oder sie vor bestimmten Dingen die Augen nicht mehr verschließt.

Ich erkenne vieles wieder in dem, was Bettina schreibt, auch wenn mein Weg und meine Veränderung anders verläuft. Die Dinge, vor denen ich die Augen nicht mehr verschließe, sind anders gelagert, aber ich erkenne das Bedürfnis, das entsteht, anderen helfen zu wollen, weil man merkt, dass es einem besser geht und habe jeden Moment des Spiegels meines Selbst in dieser Geschichte genießen können.

Die Fakten, die Bettina teilt, lassen mich nachdenken, lassen mich erkennen, dass das Lernen und Erkennen niemals aufhört. Aber sie lassen Platz dafür, die eigenen Entscheidungen zu treffen, die eigene Geschwindigkeit der Veränderung zu wählen und den Weg selbst zu bestimmen.

Bettina schreibt aus dem inneren Selbst, sie verheimlicht nicht und das macht ihre Reise authentisch und zu einem Lesegenuss. Dieses Buch ist nicht nur etwas für ernährungsinteressierte oder vegan-affine Menschen. Dieses Buch darf themenunabhängig als Lektüre genossen werden, die eine Reise im Leben einer beeindruckenden Frau schildert.

Voller Glück und Dankbarkeit

Es ist kaum zu glauben und damit gerechnet habe ich auch nicht, als ich vor knapp neun Monaten meinen ersten Eintrag in diesem Blog geschrieben habe und somit meine „Blogger-Karriere“ startete, aber nach nicht mal Ablauf eines Jahres ist dies ist mein 100. Post.

In den vergangenen Wochen und Monaten hat sich für mich vieles verändert: Empfindungen, Sichtweisen, Perspektiven auf verschiedenste Bereiche des Lebens. Ich habe viele Erfahrungen machen dürfen und neue Erkenntnisse gewonnen. Einige davon durch diesen Blog. Es gab Rezepte, ein paar Einträge zu Lebensmitteln, Buchtipps und zuletzt auch Reiseberichte, aber vor allem habe ich genossen, meine Gedanken und Empfindungen zum Leben und zum Dasein selbst hier zu teilen. Nach nunmehr neun Monaten ist klar, dass ich damit weiter machen werde, aber alles unterliegt der Veränderung, so auch mein Blog. So werde ich weitestgehend auf das Veröffentlichen von Rezepten und Informationen zu Lebensmitteln verzichten. Es gibt bereits unzählige Seiten, die sich sehr speziell mit diesen Themen befassen und das mit viel größerer Hingabe als ich es vermag. Gerne teile ich weiterhin Ideen zum Thema Ernährung, aber in einer anderen Form, welche sich noch entwickeln wird.
Was ich aber ohne Zweifel fortführen werde ist das Teilen meiner Gedanken. Ich hätte zunächst große Bedenken davor: Wie wird man mich in der Realität wahrnehmen, wenn ich teilweise intime Dinge erzähle? Viele meiner Leser kennen mich persönlich, einige sogar durch Beruf und private Verschränkungen recht gut, aber nicht jeder bekommt im alltäglichen Leben einen Einblick in mein inneres Seelenleben. Ich hatte Angst, das Gesicht zu verlieren oder mich bloß zu stellen, aber was ich stattdessen erhalten habe, war ein großes Geschenk.

Ich blicke voller Glück und Dankbarkeit auf diese neun Monate und darüber hinaus auf die vergangenen Jahres meines Lebens. Es gibt nicht einen Moment, den ich auslöschen möchte, nicht eine Begegnung, die ich rückgängig machen würde, sollte mir diese Möglichkeit offen stehen. Alle Entscheidungen, alle Momente des Erlebens möchte ich ob ihres Glücks, ihres Erfolges, ihres Schmerzes, ihrer Trauer oder welcher Kernerfahrung auch immer nicht tauschen oder missen müssen.

Ich bin dankbar für die unglaubliche Konstruktion genannt Körper, die es uns erlaubt, so viele wundervolle Dinge zu tun. Diese atemberaubende Maschine, die in der Lage ist, tausende von Prozessen eigenständig durchzuführen, um dadurch weiter und weiter zu funktionieren. Eine Geschenk des Daseins, welches erlaubt, zu fühlen, zu sehen, zu schmecken, zu hören und zu riechen und vieles mehr, dass wir oftmals gar nicht gewahr sind. Intuition, innere Stimme, unsere wunderbaren Kräfte der Empathie – all dies möglich durch unseren Körper.

Ich bin dankbar für Momente des Alleinseins und der Einsamkeit. Durch sie habe ich gelernt, dass es subjektive Empfindungen gibt, die uns vorspielen in einem Zustand zu sein, den es eigentlich gar nicht gibt. Ohne diese Empfindungen hätte ich niemals eine Chance gehabt, zu spüren, wie alles miteinander verbunden ist und niemals ein Lebewesen wirklich allein sein kann. Ich bin dankbar für das Gefühl ewiger Verbundenheit und Einheit, welches ich nie gespürt hätte, wenn ich nicht auch sein Gegenteil erfahren hätte.

Ich bin dankbar für Konflikte und Streitereien, die mir zeigen konnten, dass wir stets den Versuchungen des Egos anheimfallen können und dass es keinen Grund dafür gibt, dies zu verdammen oder sich dafür schlecht zu fühlen. Es ist ein Teil von uns mit seinen ganz speziellen Aufgaben und Funktionen. Ich weiß aber nun, dass es zu den kleinen Herausforderungen des Lebens gehört, sich bewusst zu werden, dass es eben auch nicht mehr ist, als das. ICH bin nicht dieses Ego und kann Abstand nehmen, mich damit identifizieren. Ich durfte erfahren, dass ICH viel viel mehr bin, als nur mein Ego. Konflikte und Streitereien haben mich aber noch mehr gelehrt: Zum Beispiel, was es heißt zu vergeben – anderen Menschen aber vor allem auch mir selbst.

Ich bin dankbar für Zyklen wie Tag und Nacht, Jahreszeiten, Leben und Tod. Sie zeigen uns, dass alles ein immerwährender Kreislauf ist, der anmutet, als sei er irgendwie starr. Stets durchläuft er ähnliche Rhythmen und das beinahe ausnahmslos in gleicher Weise wiederkehrend. Doch wenn wir diese Zyklen genau betrachten, erleben wir, dass jeder für sich einmalig ist. Keiner ist, wie der vorherige und der folgende Zyklus wird ebenfalls anders, als sein Vorgänger werden. Welches Geschenk, Gleichheit in der Ungleichheit erkennen zu können.

Ich bin dankbar für die Sonne, die uns Wärme spendet wenn sie da ist, uns aber auch bewusst macht, dass sie nicht immer da sein kann, wenn das Dunkel der Nacht heran bricht. Ich bin dankbar für den Mond, der um unseren Planeten kreist und dessen Aufgaben und Funktionen wir wahrscheinlich längst noch nicht entschlüsselt haben. Dankbar bin ich auch für die Mythen, die sich um unser Sonnensystem spinnen und um das Universum selbst, denn diese Mythen sind es, die uns Menschen dazu veranlassen, weiter voran zu schreiten und Dingen auf den Grund zu gehen. Wir Hinterfragen, um unsere Neugier zu stillen und sind voller Wissensdurst. Ich bin glücklich zu sehen, dass diese Neugierde und dieser Durst nie zu versiegen scheinen, egal welch seltsamen Weg die Menschheit mit ihren „Interessen“ derzeit verfolgen mag.

Ich bin dankbar für alle Dinge, die wir als schrecklich, katastrophal und unmenschlich bezeichnen, auch Dinge wie Krieg, Mord und andere Gräueltaten – und das mag manch einen Erschüttern, manch einen Entsetzen, aber manch einen vielleicht auch erleichtern. Ich bin dankbar, weil ich nur durch ihre Anwesenheit erleben konnte, was ich selber nicht sein möchte. Was ich selber nicht tun möchte und was ich selber in dieser Form meiner Existenz nicht vollziehen möchte. Sie haben mir auch gezeigt, dass ich, obwohl ich manches nicht sein wollte, es manchmal dennoch gewesen bin und dass es nicht schlimm ist, es einmal gewesen zu sein. Es ist mir aber auf diesem schmerzlichen und zunächst selbstverachtenden Pfad klar geworden, dass es nur so für mich spürbar werden konnte, was ich nicht sein möchte.

Ich bin dankbar für die Kraft der Veränderung, die in jedem von uns steckt und die wir erfahren können. Manchmal durch äußere Umstände, manchmal durch unsere inneres Selbst. Durch ihr Erleben habe ich gelernt, dass ich keine Angst vor Veränderung haben muss, dass ich die Fähigkeit habe, mich an unglaublich viel „Neues“ anzupassen – anzupassen in einer nicht unterdrückten oder devoten Haltung, sondern in kreativer, schöpferischer Kraft. Eine Kraft die erlaubt, Neues zu erschaffen und damit die Realität zu erweitern. Eine Kraft die mich auch gelehrt hat, dass es äußere Umstände nicht gibt, sondern dass ich meines Glückes eigener Schmied bin.

Ich bin dankbar für die Fähigkeiten, meine Gedanken, Gefühle und Empfindungen teilen zu können und dankbar dafür, erfahren zu haben, dass alles was ein Mensch ausdrückt, empfindet und teilt einen direkten Einfluss auf sein gesamtes Umfeld hat – auf andere Menschen, auf Tiere und Pflanzen, ja sogar auf jeden Partikel an Energie und Materie um sich herum.

Ich bin glücklich über all die Dinge, die wir wundervoll und bereichernd und großartig bezeichnen. Wie die Natur mit ihren Wundern an Formen und Farben. Ihre Fähigkeit mannigfaltigste Prozesse des Entstehens und Vergehens hervorzubringen, welche eine Perfektion der Zusammenarbeit aller vorhandenen Kräfte aufzeigt – eine einzigartige Mischung aus Schönheit und Grausamkeit.

Ich bin dankbar für Mitgefühl und Zusammenhalt, für Tränen der Freude und des Leids, für das Lächeln eines jeden Kindes und eines jedes Erwachsenen. Ich bin voller Glück über die Freude in den Augen eines anderen Lebewesens, wenn es einen Kameraden wiedersieht und voller Glück, wenn ich erkenne, dass jedes Lebewesen einfach perfekt ist.

Und somit bin ich auch dankbar und glücklich über die Menschen, die mich kurze und lange Perioden in meinem Leben begleiten und begleitet haben. Ich durfte erkennen, was Gemeinschaft heißt und was es bedeutet, kraftvolle Energien aus einer Gruppe heraus zu generieren und diese für wunderbare Ziele einzusetzen. Ich durfte auch erfahren, was Kummer und Trauer bedeuten können, wenn sie mich verließen, ob im „Guten“ oder im „Schlechten“ oder auch einfach durch das unausweichliche Ende ihrer körperlichen Existenz in unserer Realität. Ich bin dankbar und glücklich für all die wundervollen Erfahrungen und Begegnungen, die sich aus ihnen heraus manifestieren könnten. Sie haben mich gelehrt, dass ich in jedem von ihnen mich selbst erkennen kann, wenn ich mich traue, tief in mich hinein zu blicken – in meine Abgründe aus Ängsten und Unsicherheiten, aber auch in mein Glück und meine Freude. Ich erkenne meine Liebe zu jedem einzelnen von ihnen, nicht nur zu denen, die mir begegnet sind, sondern zu jedem einzelnen – zu allem. So sind wir doch auf immer verbunden – ein Teil von mir, ein Teil des großen Ganzen, ein Teil des „Wir“. Ich bin sie und sie sind ich.
Und dies erfüllt mich besonders mit Glück und Dankbarkeit… so wie vieles andere mehr… 🙂

Mit der Neugier Deines inneren Kindes… Leben erfahren

Die meisten von uns kennen das wohl: Ab einem bestimmten Alter wollen wir nicht mehr unbedingt Neues kennenlernen, weil wir meinen, schon genug gelernt, gesehen, erfahren, erzählt bekommen oder glauben verstanden zu haben. Dann mümmeln wir uns in unsere Welt ein und genießen das, was wir kennen. Wir stehen allmorgendlich auf, gehen im besten Fall einer Tätigkeit nach, die uns Spaß macht, im ungünstigeren Fall ist es eine Tätigkeit, die uns eher Missmut bereitet. Dennoch haben wir uns in diesem Fall meistens mit dem Missmut arrangiert und bleiben einfach dabei… wir wissen ja immerhin, wie es sich anfühlt… Nach getaner Arbeit kommen wir nach Hause, haben einen Freundeskreis, welcher sich oft aus den Jahren unserer Ausbildung heraus gebildet hat und mit dem wir mehr oder weniger unsere freie Zeit verbringen. Wir haben einen Partner oder eine Partnerin, welche/r mit uns durchs Leben geht und möglicherweise auch Kinder. Wir sind so sehr an bestimmte Abläufe und Situationen gewöhnt, dass wir eigentlich gar nichts mehr groß ändern wollen. Natürlich, wenn das erste Kind kommt, ist alles neu und wir müssen uns anders organisieren und ausrichten. Die Beförderung im Job bringt auch Herausforderungen mit sich, keine Frage. Dennoch sind dies oftmals einfach Erfahrungen, die wir deshalb zulassen und ich Kauf nehmen, weil sie unserer Lebensplanung sehr genau entsprechen. Wir wollen Familie gründen, haben uns irgendwann dazu entschlossen oder wir möchten Kariere machen und nehmen natürlich die „Umstände“ einer Beförderung dann auch gerne in Kauf.
Wir haben eben irgendwann im Laufe unseres Lebens eine Art Raster oder Plan erstellt, was wir im Leben so alles erreichen wollen… oder war das irgendwie ganz anders und es sind Dinge, die wir erreichen sollen…?

Dieser Frage möchte ich heute nicht nachgehen. Ich will eigentlich auf eine andere Art von Erfahrung hinaus. Es geht mehr um diese Momente, die wir nicht zulassen, weil wir denken, dass wir dafür „zu alt“ sind, dass wir „so etwas nicht mehr erleben müssen“ oder dass das ja „viel zu gefährlich ist“. Manchmal unterlassen wir auch Dinge, weil wir meinen, es sei albern, wäre für jemanden wie uns nicht schicklich oder würde unserem Ruf nachhaltig schaden. Meistens jedoch sind all dies einfach nur Ausreden, die wir benutzen, um „Veränderung“ in kleiner und sehr bestimmter Form nicht zuzulassen. Wir wollen nicht aus unserer Komfortzone ausbrechen und lieber in dem verhaftet bleiben, was uns bekannt ist. Doch ist dies wirklich sinnvoll? Ja, das kann es natürlich sein. Immer dann, wenn wir mit den Umständen, in denen wir uns bewegen glücklich, dankbar und zufrieden sein können, auch wenn sie ab und an vielleicht einmal nicht zum Besten stehen. Wenn wir aber in Dingen verhaftet bleiben, die uns eigentlich in ihrer Grundsätzlichkeit nicht gut tun, zwingen wir uns, in eine Komfortzone, die ja noch nicht einmal wirklich „komfortabel“ ist. Aber wir verweigern uns den „Ausbruch“, weil wir Angst haben, es könnte „noch“ schlimmer werden, als es schon ist.

Trotzdem kann es uns passieren, und dies geschieht häufig dann, wenn wir mit einem gewissen Grad an Bewusstheit unser Leben führen, dass uns Menschen begegnen, die uns die Möglichkeiten eröffnen, etwas Neues zu erleben, was wir uns vielleicht vorher niemals zugestanden hätten. Es muss auch nicht unbedingt ein Mensch sein, der uns dazu bringt. Es kann eine Erfahrung sein, die unseren Blickwinkel erweitert oder eine Erkenntnis, die wir aus einem Buch schöpfen. Die Möglichkeiten sind hier sehr unterschiedlich. Aber da es sich auch hierbei generell um „Erfahrungen“ handelt, können sie uns in unbewussten Momenten leicht durch die Lappen gehen. Wir brauchen also eine gewisse Aufmerksamkeit nach außen und auch eine Achtsamkeit nach innen. Ist beides in guter Balance werden uns Momente wie diese immer wieder begegnen. Wir haben dann die Wahl, uns auf das Neue einzulassen und es auszuprobieren. Das kann eine neue Speise sein, die wir niemals sonst gegessen hätten. Es kann ein neues Hobby sein, zu welchem wir uns sonst viel zu alt oder dabei viel zu albern gefühlt hätten. Es könnte auch ein neuer Job oder eine Nebentätigkeit sein, die wir uns wegen mangelndem Selbstvertrauen nicht zugetraut hätten. Vielleicht auch eine neue sexuelle Erfahrung, die für uns bisher nicht schicklich war oder deren Reiz wir uns selber aus Scham nicht zugestehen wollten. Es kann auch sein, dass wir merken, dass wir die Umarmung eines Freundes für mehrere Sekunden zulassen können, vielleicht sogar mehrere Minuten, weil wir bemerken, dass auch daraus eine tiefe Geborgenheit vermittelt wird, die beiden über einen schwachen Moment der Unsicherheit hinweg helfen kann. Es gibt hier eine schier unendliche Bandbreite an Dingen, die ich noch aufführen könnte, die wir uns versagen, aus Angst, dass wir unsere Komfortzone verlassen müssen. Wenn wir es schaffen können, frei zu brechen aus der Angst, wird nicht jede Erfahrung das bringen, was wir uns davon versprochen haben. Aber wir können dann konkret sagen, wie wir das Erlebte empfunden haben. Wir gewinnen Gewissheit und lernen mehr über uns selbst. Und was ist schlimmer, als vielleicht nie herauszufinden, wir wunderbar wir manches empfinden könnten, es aber nie empfunden haben, nur weil wir uns ein Leben lang nicht getraut haben, es auszuprobieren.

Kinder können hier oft unser Vorbild sein. Sie sind meistens, sofern sie nicht früh von Ängsten und Unsicherheiten geprägt worden sind, sehr experimentierfreudig und neugierig. Sie erkunden die Welt, wollen herausfinden, wie alles funktioniert und vor allem haben sie die unbefangene Gabe oder besser gesagt das unbefangene innere Selbst, welches sie die Dinge einfach so hinnehmen lässt, wie sie sind. In ihrer Unbekümmertheit müssen wir ihnen natürlich hin und wieder einige Dinge erklären, aber sie haben die Gabe, es dann so anzunehmen. Wenn wir uns diese kindliche Neugier bewahren können oder es zumindest schaffen, sie wieder zuzulassen, erfährt das Leben eine neue Süße. Wir haben die wundervolle Chance mit kindlicher Neugier die Welt zu entdecken, ohne dabei kindisch zu sein.

Ich habe in den vergangenen Jahren, aber besonders gerade in den letzten Monaten so viele neue kleine und große Erfahrungen machen dürfen, weil ich mehr und mehr lerne, die kindliche Neugier in mir wieder zuzulassen und ihr nachzugehen. Ich habe es bisher nie bereut und bin sicher, dass ich es auch nie bereuen werde. Die Welt da draußen ist so wundervoll, dass wir uns nicht auf unseren eigens kreierten Käfig beschränken sollten. Wir dürfen den Mut haben, aus ihm auszubrechen und neue, andere und spannende Facetten des Lebens kennenlernen.

Meinst Du, Du kannst es zulassen, die Neugier Deines Kind wieder frei zu setzen und damit neue Erfahrungen zu machen. Dann fang damit an. Wann? JETZT! Wie wär es mit einem ausgelassenen Tanz zu Deinem liebsten Song. Los – TRAU DICH!

Im Fluss des Lebens

An jedem einzelnen Tag gibt uns das Universum Zeichen dafür, dass wir uns im Fluss befinden. Manchmal sehen wir diese Zeichen nicht, denn wir sind innerlich zu blockiert und empfinden die Dinge, die uns begegnen dadurch als böse Zufälle oder als Pech. Manchmal nehmen wir diese Zeichen auch einfach nicht wahr. Unsere Antennen sind nicht darauf kalibriert, jene Signale zu verarbeiten. Unsere alltäglichen Routinen halten uns häufig davon ab, mit diesen uralten Sinnen wahrzunehmen und sie zu verstehen. Gern schieben wir auch anderen Menschen den „schwarzen Peter“ zu. Frei nach dem Motto: „Wie kann er mir das nur antun?“ oder auch „Wie kann Sie nur so kaltherzig sein?“ Sätze wie diese gibt es Tausende und jeder von uns hat den einen oder anderen schon einmal in seinem Kopf gehabt. Eines vergessen wir dabei jedoch sehr gern: In der Regel passieren diese Dinge nur, weil sie passieren sollten oder wir sie sogar erleben wollten.

Manchmal stecken wir in einer Beziehung – und es spielt keine Rolle, welcher Natur diese Beziehung ist – und merken, dass es uns damit nicht mehr gut geht. Aber wir verharren dennoch darin. Möglicherweise berichten wir zwar schon Freunden davon, dass die Beziehung irgendwie schmerzhaft ist, es kein „Herankommen“ mehr an den anderen gibt oder aber die Kommunikation nicht mehr auf der gleichen Ebene stattfindet. Dennoch hadern wir mit uns selbst, den Schritt zu gehen und uns von den destruktiven Anteilen der Beziehung zu lösen. Wir haben Angst davor, zu viel aufzugeben. Wir haben Angst vor dem Verlust, Angst vor der entstehenden Leere.
Manchmal wird uns dann auf andere Weise gezeigt, dass unser Weg, diese Beziehung zu „verlassen“, der für uns richtige Weg ist. Selbst wenn uns noch die Kraft fehlt, den letzten Schritt zu gehen. Der andere kommt uns einfach zuvor. Vielleicht kündigt er oder sie die Freundschaft auf einer Social-Media-Plattform wie Facebook oder zieht in eine andere Stadt und meldet sich zunächst weniger und schließlich gar nicht mehr oder die Beziehung wird durch ein anderes Signal verändert. Diese Signale können sehr deutlich sein und sie springen uns dann förmlich ins Gesicht. Tief in uns wissen wir, dass wir genau diese Veränderung brauchten, aber sie ist überlagert von Schmerz, Wut, Angst und anderen destruktiven Gefühlen und Gedanken.

Dennoch passiert Veränderung stets nur, weil wir sie brauchen oder wollen. Allerdings setzen wir uns freiwillig nur selten dieser Erkenntnis bewusst aus. Unser Dasein wird viel zu sehr von unserem Ego bestimmt und das Ego liebt Sicherheit – Beständigkeit – Konformität. Festhalten am „Alten“ und mir selbst „Bekannten“ ist so viel angenehmer für viele Menschen, als sich auch nur in geringen Schritten einmal in „Neues“ zu wagen, also die Komfortzone zu verlassen. „Wer weiß, wie das dann ist?“ oder „Das kann ja dann gar nicht gutgehen!“ Gedanken wie diese, die uns davon abhalten, uns in Wahrheit zu entfalten, sind wieder in unserem Kopf. Und daraus entsteht gleichermaßen der Schmerz, den wir spüren, wenn die Veränderung uns dann doch eines Tages heimsucht. Alle Kraft und alle Anstrengung, die wir so mühsam in die Stabilität unserer eigenen Sicherheitskonstruktionen integriert haben, halten am Ende der Veränderung nicht stand. Veränderung ist unabdingbar und wird immer geschehen. Nichts kann ohne Veränderung bestehen. Würde Veränderung ausbleiben, wäre alles unweigerlich zum Scheitern verurteilt.

Würde sich das Wetter nicht mit den Jahreszeiten verändert, könnten keine Pflanze und kein Lebewesen seine natürlichen Zyklen durchleben. Ein Baum, der nicht im Sturm nachgeben würde, könnte nicht existieren. Eine Zelle, die sich nicht teilen würde, würde niemals zu einem komplexen Organismus wachsen. Würde die Erde sich nicht um die Sonne bewegen, gäbe es kein Leben auf dieser Welt. Würden wir uns nie verändern, könnte es kein Wachstum und auch keine Fortpflanzung geben.
Jedwedes Leben basiert auf Veränderung.

„Die einzige Konstante im Universum ist die Veränderung“ sagte schon Heraklit von Ephesus (ca. 540-480 v. Chr.) und damit hatte er Recht. Veränderung ist das einzige, auf das wir uns vollends und ohne jedwede Einschränkung verlassen können. Veränderung ist die einzige Sicherheit für jeden von uns.

Mit diesem Wissen, sofern wir es körperlich, geistig und seelisch verinnerlicht haben, wird Veränderung zu einem Geschenk und löst sich von Trauer, Angst, Verzweiflung und all diesen anderen, bohrenden Gefühlen. Sie tauchen immer noch auf, aber sie verzehren uns nicht mehr. Wir können sie anschauen und verstehen, Ihnen ein Lächeln schenken und sie lieben lernen.

Ich lerne sie jeden Tag mehr zu lieben, diese Gefühle des Egos.
Ich lerne sie jeden Tag mehr zu schätzen, diese Geschenke des Universums.
Ich lerne sie jeden Tag besser zu erkennen, diese Zeichen des Flusses.

Ich liebe den Fluss des Lebens! Liebst Du ihn mit mir?