Veränderungen im Außen – Veränderungen im Innen

Jeder von uns geht seinen eigenen Weg durchs Leben. Wir treffen dabei stets Entscheidungen, welche diesen Weg bestimmen, verändern und welche uns an Weggabelungen und Kreuzungen eine bestimmte Richtung einschlagen lassen. Manchmal sind diese Richtungswechsel für uns subjektiv gut, manchmal scheinen sie kaum eine Wirkung zu haben und manche empfinden wir als schlecht. Wenn uns bewusst wird, dass wir in unserem Leben auf einem Weg sind, der uns nicht gut tut, der uns körperlich, seelisch oder geistig schmerzt oder gar zerstört, dann dürfen wir uns glücklich schätzen, denn wir haben die Möglichkeit für uns erkannt, diesen Pfad zu verlassen. Es gibt Momente, in denen wir den Weg einfach verlassen und über freien, angenehmen Boden auf einen anderen Pfad wechseln können. Es gibt aber auch Wegwechsel, die für uns nicht einfach sind. Wir müssen dann einen Weg verlassen und ins Unterholz, über schlammigen Grund oder durch hohes Gras laufen und niemand kann uns genau sagen, was dort auf uns wartet. Manch einer muss den Weg auch durch undurchsichtiges, enges Dickicht und Gestrüpp hindurch verlassen.

Es fällt uns also nicht immer leicht, zu erkennen, wie wir den Pfad wechseln können. Dies manifestiert sich in der uns allen bekannten Angst vor Veränderung. Doch jeder von uns hat die Fähigkeit zu erkennen, wenn es an der Zeit ist. Es stellt sich nur die Frage, ob wir uns trauen, die Entscheidung zur Veränderung zu treffen.

Veränderungen können wir auf zwei verschiedene Arten vornehmen. Ich habe schon oftmals davon geschrieben, dass wir in Situationen einfach die Umstände verändern können, damit es uns besser geht. Wir können den Job wechseln, wenn uns die Arbeit nicht gut tut oder wir können den Wohnort wechseln, wenn wir uns in der Umgebung nicht wohl fühlen. Dies können hilfreiche Schritte sein, wenn wir von einem Pfad auf den anderen wechseln mögen. Doch es gibt auch hin und wieder Entscheidungen, die wir treffen müssen, in denen uns die bloße Veränderung äußerer Umstände nicht helfen wird.

Wie können wir die Dinge loslassen, die uns tief in der Seele Schmerzen bereiten? Reicht es da wirklich, wenn wir einfach aus einer Situation heraus gehen? Werden wir dann nicht schnell wieder in eine vergleichbare Situation gebracht? Es ist ein erster Schritt, wenn wir uns mit unserem Außen beschäftigen, doch reicht das wirklich? Langfristig kann Veränderung nur im Inneren stattfinden, auch wenn wir versuchen, sie im Außen vorzunehmen.

Wir können uns das Außen jederzeit zu nutzen machen und dadurch vieles erkennen, uns selber besser verstehen und das Menschsein an sich erfahren. Aber reicht es aus, den Wohnort zu wechseln, weil wir uns an der Stelle, an der wir stehen, nicht wohl fühlen? Es ist der erste Schritt zur Erkenntnis, aber wir sollten hier nicht aufhören, sondern nach dem physischen Ortswechsel tief in unserem Inneren schauen, was dort einen „Ortswechsel“ benötigt.

Wenn wir einen Job kündigen, weil unser Chef uns zu viel Arbeit aufhalst, während andere Kollegen unseres Empfindens nach viel weniger Arbeit auf den Tisch bekommen, dann können wir den Job wechseln. Wenn wir aber nicht auch in unserem Inneren schauen, verstehen und verändern, wofür diese „viele Arbeit“ steht, dann werden wir an anderer Stelle erneut einen Menschen treffen, der uns „viel Arbeit“ aufhalst.
Wenn ein Drogensüchtiger sich aus seinem sozialen Umfeld löst, weil dort zu viele andere Menschen um ihn herum sind, die für seinen Rauschmittelkonsum stehen, dann hat er damit einen ersten Schritt getan, sollte jedoch auch schauen, woher diese Sucht rührt. Wovor flüchtet er? Was mag er nicht ins Bewusstsein dringen lassen? Schaut er sich dies nicht an, wird er sich stets wieder in Situationen und von Menschen umgeben finden, die den Konsum von Suchtmitteln unterstützen.

Das Außen zu verändern kann nie der einzige oder der letzte Schritt zur Befreiung sein. Wir sollten stets schauen, wo in uns der Ort ist, den wir im Außen bereits bereit sind zu ändern, damit wir ihn in uns auch verändern können. Unsere Realität generiert sich stets aus dem, was wir in sie hinein geben. Daher werden wir immer das bekommen, was unser Inneres ins Außen gibt. Aber unser Inneres kann nicht aus dem entstehen, was wir als Außen wahrnehmen.
Es ist jedoch keine Einbahnstraße, das gilt es hier, nicht falsch zu verstehen. Der Austausch findet stets in beiden Richtungen statt, aber der Effekt ist nicht gleich. Das Außen zeigt uns, was unser Inneres ist, braucht und empfindet. Das Außen darf als unser Ansporn und die Motivation gesehen werden, unser Inneres zu verändern, damit sich das Außen auch verändern kann.
Das Außen verändert sich jederzeit, egal ob wir unser Inneres verändern oder nicht. Wenn es nicht manifestiert, was wir aus unserer Veränderung im Inneren heraus kreieren, dann zeigt es uns unsere innere Unausgeglichenheit auf unterschiedlichste Weise, bis wir endlich begreifen und zulassen, was in unserem Inneren nach Veränderung verlangt.

Je mehr unser wahres Selbst mit unserem manifestierten Ich in Balance ist, umso stärker empfinden wir unser Außen als angenehm und wohltuend.

Wollen wir also Veränderung schaffen, die uns Glück und Zufriedenheit bringt, können wir mit einer Veränderung der äußeren Umstände beginnen, sollten aber dabei immer im Auge behalten, dass dies nur ein Zeichen für das Bedürfnis nach Veränderung in unserem Inneres ist.
Unser wahres Selbst kennt den Weg, immer, auch wenn wir ihn mal verlassen oder aus den Augen verloren haben und unsere Realität zeigt uns, wie wir auf den Weg zurück finden.

Ein Samstag wie (nicht) jeder andere

Wenn ein Feiertag auf einen Samstag und damit in das Wochenende fällt, gibt es unter den Menschen verschiedene Möglichkeiten, ein solches Ereignis wahrzunehmen. Manch einer sieht darin ein Beschneidung seiner Möglichkeiten, weil er seine regulären Einkäufe nicht erledigen kann und dies die Woche so schwierig werden lässt, weil doch da auf Grund der Arbeit eh schon kaum Zeit bleibt. Andere freuen sich aber beispielsweise für die Angestellten im Einzelhandel, die so definitiv auch einmal ein Wochenende aus zwei freien Tagen genießen können.
Was mir immer als erstes in meiner Wahrnehmung auffällt ist, dass sich so ein Samstag dann einfach nicht wie ein Samstag anfühlt, sondern der Tag eine ganz andere, eben eine Sonntagsanmutung erfährt. Obwohl ich heute Morgen aufgestanden bin, wie an jedem anderen Samstag auch, nämlich so, dass ich meinen Yoga Kurs um 10.30 Uhr erreiche, war direkt diese andere Aura zu spüren.

Es waren zwar auch unglaubliche viele Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs, so dass eigentlich vom Verkehrsaufkommen kaum ein anderer Eindruck entstand. Vielleicht war schon asureichend, dass keine LKWs unterwegs waren, die dies. Es hat sich aber auch in den Menschen gezeigt, die ich auf dem Weg getroffen habe. Sie waren allesamt etwas ruhiger und gelassener. Der typische Samstags-Stress stand nicht in ihren Gesichtern, denn sie mussten ja nicht wie üblich von einem ins andere Geschäft hetzen, um oben erwähnte Besorgungen zu machen. Wer diese vergessen hatte, der konnte nun eh nichts mehr daran ändern und wer vorbereitet war, hatte seine etwaige Besorgungshektik bereits spätestens am Vortag ausgelebt.

So kam ich nun nach dem Yoga zurück und konnte diese spürbare Entspannung und für einen Samstag untypische Entschleunigung vollkommen genießen. Das sonnig-warme Herbstwetter tat sein Übrigens dazu, um mich zu beflügeln. Kurzerhand habe ich einen kleinen Stopp eingelegt und mich ein wenig in die Sonne gesetzt. Ja, wäre mir mein Fahrrad vergangene Woche nicht gestohlen worden, hätte ich wahrscheinlich eine kleine Raderkundung am Nachmittag vorgenommen. Aber ohne ein entsprechenden Ersatz ist das eher schwierig umzusetzen. An dieser Stelle danke ich meinen lieben Nachbarn dafür, dass sie mir eines ihrer Räder geliehen haben, welches aber eben nicht unbedingt für eine Berg- & Tal-Tour jenseits befestigter Wege gemacht ist, aber ich kann mich damit sehr gut innerstädtisch bewegen, bis mein Ersatz geliefert werden kann.

Aber zurück zum Thema… Zu Hause angekommen entschloss ich mich alternativ dazu, einfach einen kleinen Spaziergang zu machen, meine derzeitige Lektüre mitzunehmen und mich auf einer Parkbank in der Sonne niederzulassen. Nach dem Mittagessen habe ich eben dies getan und fand auf dem Grüngürtel eine passende, freie Bank. Ich habe mich dort am linken Rand niedergelassen und schmökerte weiter in dem wunderbaren Buch von Bettina Hennig (ja, darüber berichte ich auch noch) und genoss den Moment des Daseins in vollen Zügen. Einfach sein und genießen. Ich dachte noch einen Moment darüber nach, dass diese Momente einfach bei vielen von uns nach wie vor zu kurz kommen und wir uns oftmals über diese Tatsache hinwegtäuschen, indem wir vermeintliche Genussmomente generieren, die aber an sich dann oftmals doch auch wieder Elemente von Flucht oder Ablenkung beinhalten.

Nach einer Weile, ich war völlig vertieft ins Lesen, bemerkte ich aus dem Augenwinkel, dass eine Fahrradfahrerin auf die Bank zusteuerte. Sie stellte Ihr Rad ab und kramte ein wenig in ihrern mitgebrachten Sachen herum. Ich war so ins Lesen vertieft, dass ich wohl nach außen sehr ignorant gewirkt haben könnte, weil ich nicht einmal aufgeschaut habe. Aber das kann eben mal passieren, wenn wir uns von etwas sehr fesseln lassen. Dann sind wir im ‚flow‘ und das ist unbewertet zu sehen.

Als die Frau sich sortiert hatte, sprach sie mich ganz höflich an, womit ich absolut nicht gerechnet hatte, und fragte mich freundlich, ob sie sich dazusetzen dürfe und ich beantwortete diese Frage mit einem Lächeln auf den Lippen und einem wortgeformten „Natürlich“, worauf hin sie Platz nahm und sich ebenfalls eine kleine Lektüre in Form einer Zeitschrift vornahm.

Da saßen wir nun beide auf dieser Bank, ich auf der linken Seite, sie auf der rechten Seite und zwischen uns unser beider Taschen. Wir hatten uns nie zuvor gesehen und bis auf die wenigen Worte auch keine Unterhaltung geführt oder uns gegenseitig mit Namen vorgestellt. Ich, männlich, kurze und glatte Haare, dunkelblond, eher schlank und schmal in meiner dunklen Jeans mit Sweatshirtjacke und diese Frau, lockige und fast schulterlange Haare, rötlich-braun, recht groß und in der Statur kräftiger als ich. Sie trug eine Jacke, deren Farbe mich in Erinnerungen an meine Kindheit zurückversetzte, da sie der Nouance einer Schaumtönung glich, welche meine Mutter verwendete, als ich noch sehr jung war.

Wir waren in vielerlei Hinsicht sehr unterschiedlich und doch waren wir irgendwie auch gleich. Beide saßen wir dort und genossen die Energie der herbstlichen Sonnenstrahlen. Beide hatten wir etwas gegen den Durst dabei und gönnten uns von Zeit zu Zeit einen Schluck, um bei diesen Lesepausen die visuellen Eindrücke der Umgebung wirken zu lassen. Und dann lasen wir wieder ganz in Ruhe und in völliger Harmonie über die Gegenwart des anderen unsere Lektüren und obwohl wir uns bisher nie begegnet waren und möglicherweise nie wieder begegnen werden, fühlte ich eine Verbundenheit die mit einer ganz natürlichen Geborgenheit einherging.

Dies war einer dieser Momente, in denen es für mich körperlich, geistig und seelisch spürbar gewesen ist, dass alles in stetem Austausch und in ständiger Verbindung zueinander steht und das diese Verbundenheit nicht durch ein langzeitiges und gegenseitiges „Kennen“ entsteht, sondern dass es immer da sein kann, wenn die Beteiligten es zulassen und annehmen können. Zeit spielte in dieser Situation keine Rolle, so wie sie nie eine Rolle spielt, wenn wir uns in Phasen des ‚flows‘ befinden. Als ich mich dann entschloss, den Heimweg anzutreten, habe ich mich verabschiedet und meiner Banknachbarin ein schönes Wochenende gewünscht, was sie erwiderte. Innerlich voller Freude und Zufriedenheit spazierte ich nach Hause, wo ich nun den Rest dieser wunderbaren Tages weiter verbringen werde.

Dieser Tag, der ein Samstag ist und sich dennoch so anders als ein Samstag anfühlt.

Dieser Tag, der wie jeder andere Tag ist und sich nur deshalb anders anfühlt, weil wir ihm eine andere Bedeutung geben, als anderen Tagen.

Dieser Tag, welcher der wundervollste Tag ist, den ich habe, so wie jeder Tag der wundervollste Tag ist, in dem Moment, in dem wir ihn gerade haben…

Sonnige Herbstgrüße und alles Liebe für Euch!

Die Kraft der Eifersucht

Diese Worte und Gedanken verdanke ich Jeff Foster – http://www.lifewithoutacenter.com.
Da mir das Thema Eifersucht in den letzten Wochen immer wieder begegnet ist, nicht zuletzt in einem Post von Jeff Foster auf seiner Facebook-Seite, nahm ich dies zum Anlass für diesen Artikel. Ich habe dabei in Teilen Jeff Fosters Ausführungen teils wörtlich, teils frei übersetzt, weitere Teile habe ich mit eigenen Worten ergänzt.
Der Originaltext von Jeff Foster ist hier zu finden: http://www.lifewithoutacentre.com/essays-transcripts/the-healing-of-jealousy/

Sie tut weh, sie fühlt sich an, als würden wir allein und verlassen in der Kälte und Einsamkeit stehen. Nichts und niemand scheint zu uns zu stehen, während andere alles bekommen. Sie kann sich gegen eine andere Person richten, aber sie kann auch gegen eine ganze Horde von anderen Menschen gerichtet sein. Wir fürchten uns davor, zu verlieren oder loszulassen. Der andere bekommt all die Aufmerksamkeit, die eigentlich wir gern hätten.

Aber ist Dir schon einmal aufgefallen, dass Eifersucht letzten Endes nichts ist, was wirklich mit der anderen Person zu tun hat? Eifersucht ist allein ein Mangelbewusstsein Deines Selbst. Du kannst Dir nicht all die unbefangene Liebe geben, die Du eigentlich so sehr haben möchtest. Du versuchst dann, diese Liebe von anderen zu bekommen und wenn die Menschen, die Du dafür auswählst, Dir diese Liebe versagen, keimt sie auf – die Eifersucht.

Eifersucht ist ein Gefühl, welches sehr egoistisch ist. Das Ego-Selbst ist in Momenten der Eifersucht sehr stark in uns. Es will die Kontrolle behalten. Nicht nur die Kontrolle über uns selbst, nein sogar vielmehr die Kontrolle über jemand anderen. In einer Beziehung wollen wir den anderen dann kontrollieren, sich so zu verhalten, wie wir es uns vorstellen. Wir können dem anderen Menschen nicht zugestehen, sein Leben so zu leben, wie er es möchte. Nein, wir wollen, dass es uns selber gut geht mit den Worten, Taten und Gedanken des anderen. Eifersucht entsteht nie aus Liebe, Eifersucht entsteht aus Mangel an Liebe – Selbstliebe.

Mit unserer Eifersucht übergeben wir einem anderen Menschen Macht. Wir machen unser Glück und unsere Zufriedenheit von der anderen Person abhängig. Und da uns die andere Person diese Bedürfnisse nicht erfüllt, verdammen wir sie. Es ist aber unser eigenes Handeln, welches dieses Dilemma verursacht. WIR haben die Macht übergeben, an eine Person, die diese Macht überhaupt nicht haben wollte und benutzen dies nun, um uns im Elend unseres Ego-Zustands zu wälzen.

Warum werden wir eifersüchtig, warum geben wir anderen diese Macht über uns selbst, nur um daraus eigen verursachte Enttäuschung zu kreieren? Wenn wir bzgl. unseres eigenen Weges unsicher werden, an uns selbst zweifeln und nicht überzeugt sind, dass wir richtig handeln und leben, entsteht in uns das Potenzial aus welchem Eifersucht erwächst. Wir sehen den Erfolg der anderen und unser Ego möchte diesen Kuchen für sich beanspruchen. Wir merken dabei gar nicht, dass wir alles bereits in uns tragen. Das wir den sozusagen den Kuchen bereits erhalten haben. Das wir nur auf unser innerstes Selbst hören müssten, um zu wissen, wie unser Weg aussieht. Aber es ist leichter, die Schuld und die Verantwortung abzugeben.

Was können wir tun, um uns von Eifersucht zu heilen? Heilung geschieht niemals erst morgen oder später. Heilung geschieht immer nur jetzt. Wenn wir unsere Eifersucht loslassen wollen, müssen wir sie anschauen. In dem Moment, in dem sie passiert, müssen wir hinschauen. Es geht nicht darum, uns dafür zu verurteilen, dass wir sie haben, aber diese innere brodelnde Kraft ist ein starkes Feuer. Als Eifersucht zerstört dieses Feuer und zehrt uns auf. Wenn wir aber hinschauen und sie liebevoll als Teil unserer Selbst annehmen können, kann dieses Feuer zu etwas wärmendem werden. Etwas, dass wir statt zu unserem Feind zu einem Freund machen können.

Diese Eifersucht ist sehr kraftvoll und stark. Eigentlich würden wir gerne etwas durch diese Kraft zerstören. Einen Teller gegen die Wand werfen zum Beispiel. Aber das müssen wir nicht. Wenn wir die dunklen Ecken, in denen die Eifersucht lauert mit Bewusstheit über uns selbst erhellen, können wir die Reinheit dieser Kraft entdecken. Sie ist eine Kraft, die wir nutzen können. Nutzen dabei, uns selbst zu verstehen und auch andere zu verstehen. Sei achtsam und liebevoll mit dem verletzten Kind in Dir. Das Kind, welches mit der Kraft seiner Eifersucht auch ein ganzes Sonnensystem zerstören würde, nur um damit die Aufmerksamkeit zu erlangen, die es so sehr vermisst.

Gib Dir selber diese Aufmerksamkeit. Sei liebevoll mit Dir selbst. Nimm Dich an, wie Du bist, denn Du könntest nicht besser sein. Es gibt keine Möglichkeit perfekter zu sein, als Du schon bist. Und dann kannst Du diese Liebe auch weitergeben und für all die empfinden, die Du als Rivalen gesehen hast, als Feinde Deines inneren Seelenfriedens. Auch sie sind einfach nur Verbündete auf Deinem Weg durch das wundervolle Geschenk Leben.

Um Liebe zu erfahren musst Du wissen, wie es sich anfühlt, dass das Herz gebrochen ist. Eifersucht bricht dein Herz. Nimm diese Chance wahr. Lass Dich niemals mehr davon abhalten, sanft und liebevoll zu Dir selbst zu sein. Vernachlässige Dich nicht mehr und sei Dir immer im Klaren darüber, dass Du kein Opfer bist, außer in Deiner eigenen Wahrnehmung.

Wir alle sind unseres Glückes eigener Schmied – lass das Feuer Deiner Eifersucht zum Feuer in Deiner Esse werden, um Dein Glück darin zu schmieden.

 

Ergänzung am 24.05.2014:
Aus einem berechtigtem Anlass heraus möchte ich meinen Post zur Eifersucht heute ergänzen. Ein Leser hat mich darauf hingewiesen, dass ich in diesem Bezug etwas klarer stellen muss. Jeff Fosters hatte auf seiner Facebook-Seite zum Thema der Heilung von Eifersucht einen wunderbaren Post („The Healing of Jealousy“) veröffentlicht. Dieser Post ist Bestandteil meines Artikels. Ich verstehe, dass mein ursprünglicher Hinweis auf Jeff Foster und seine Homepage – „Diese Worte und Gedanken wurden inspiriert von Jeff Foster – http://www.lifewithoutacenter.com“ – möglicherweise nicht ausgereicht hat, um dies deutlich zu machen – daher habe ich diesen heute entsprechend geändert und ganz an den Anfang des Textes gestellt. Ich hoffe, dass damit alle Mißverständnisse diesbezüglich ausgeräumt sind.
Ich danke an dieser Stelle meinem Leser für diesen Hinweis und meine Dankbarkeit für jedwede Anmerkung zu meinen Seiten aus.

Wie finde ich mein Glück?

Es wird immer klarer und deutlicher – Menschen finden Ihr Glück nicht darin, für sich selber Reichtum anzuhäufen, sich mit Statussymbolen und sinnfreien Tätigkeiten in der Welt zu betäuben. Es funktioniert auch nicht in Bezug auf die engsten Freunde und Verwandte. Das Anhäufen von Geld und Gütern unter dem Deckmantel, seinen Liebsten etwas ermöglichen zu wollen, birgt vielmehr ein riesiges Potenzial für Konflikte, als dass es glücklich macht. Dennoch werden wir von der Werbung und den Strukturen unserer Gesellschaft gelehrt, dass uns viel Konsum das große Glück auf Erden beschert. Lasst uns aber einmal ganz ehrlich mit uns selbst sein: Was bleibt denn nach dem Erwerb vom 5. Paar Schuhe, dem 20. T-Shirt, dem dicken Sportwagen usw. übrig? Einfach nur ein recht kurzer Moment, welcher in uns so ein Gefühl wie Glück oder Freude aufkommen lässt. Doch relativ schnell – manchmal innerhalb weniger Minuten – holt uns dieses andere, bohrende Gefühl wieder ein. Was ist es? Frust, Unzufriedenheit, Unvollkommenheit, Einsamkeit… Was auch immer es ist, es fühlt sich dumpf an.
Woher kommt das nur?
Es gibt mittlerweile viele Quellen, die absolut nachvollziehbar belegen, dass der Konsum schlichtweg ein Suchtverhalten ist. Im letzten der drei Zeitgeist-Filme „Zeitgeist: Moving Forward“  (http://www.zeitgeistmovie.com/) von 2011 wird dies sehr nachvollziehbar erläutert. Der Mensch benötigt nur äußerst wenige Dinge, die im Gehirn „Glück“ auslösen. Ausreichend Nahrung und Schutz in Form von einem Unterschlupft und Kleidung. Sobald wir mehr als das Konsumieren, geht im Gehirn eine interessante Wandlung vor. Das Aneignen von bereits nur wenigen zusätzlichen  Gütern, als diesen „notwendigen“ Dingen aktiviert im Gehirn die gleichen Bereiche, welche auch bei Suchtverhalten jeder Form extrem aktiv sind. Unsere „Gier“ nach Gütern – und dabei ist es fast egal wie groß diese Gelüste sind – ist nicht mehr und nicht weniger als ein Suchtverhalten.
Was aber kann uns sonst noch glücklich machen? Wieso streben wir nach so vielen Dingen, wo wir doch in der Regel das, was uns glücklich macht, ausreichend haben?
Unser System zwingt uns förmlich dazu, aber wenn es uns gelingt, uns selber einmal ein wenig aus dem Fokus zu nehmen und uns daran zu erinnern, welche Momente für Menschen großes Glück bedeuten, dann kommen wir unweigerlich zu der Erkenntnis, dass Glück und Zufriedenheit immer damit einhergehen, dass wir etwas teilen. Teilen mit einem oder mehreren anderen Menschen. Und das Glück wird dabei umso größer, je weniger wir zurück erwarten. Der Gegenwert wird uns sowieso erreichen. Das ist ein universelles Gesetz: Der energetische Austausch wird immer in irgendeiner Form stattfinden – es ist nicht anders möglich.

Ich bin heute auf dieses Thema gekommen, weil ich auf die Anzeige eines ehemaligen Chefs und Kollegen gestoßen bin, welche mich direkt angesprochen hat und daher möchte ich diese an dieser Stelle ebenfalls teilen:
http://www.kalaydo.de/kleinanzeigen/kleingarten/kostenlose-arbeitskraft-fuer/a/52420561/

Akzeptieren – die große Schwierigkeit?

Seit Tagen ist es nun in den Medien und wird teilweise rauf und runter diskutiert: Das öffentliche Coming Out unseres ehemaligen Fußballnationalspielers Hitzelsperger.

Ich nehme dies zum Anlass um über die Schwierigkeiten von Akzeptanz zu reden, die leider stets auf Ängsten beruhen. Innerhalb all der Berichterstattung gibt es unheimlich viel positives Feedback zu diesem Schritt des Profi-Fußballers. Aber es gibt auch andere Stimmen. Stimmen, die laut werden, weil sie Angst davor haben, die zunehmende Öffentlichkeit homosexuell lebender Männer und Frauen könnte einen nachhaltig schlechten Einfluss auf den eigenen Nachwuchs haben. Dieses wird dann wieder scharf von Schwulen- und Lesbenverbänden kritisiert, welche gegen eine solche vereinfachte und engstirnige Sichtweisen aufbegehren. Es gibt Petitionen gegen Bildungsprogramme welche „die Akzeptanz sexueller Vielfalt“ in Lehrpläne integrieren wollen und widerum Gegenpetionen dazu. Es werden Schuldzuweisungen betrieben, beispielsweise dass die Kindesarmut auf den Lebensstil der Schwulen und Lesben zurückzuführen sei. Das aber auf der anderen Seite Hunderte von gleichgeschlechtlichen Paaren gerne Kinder adoptieren würden, aber nicht dürfen, sieht dabei niemand. Es wird kritisiert, dass diese Äußerungen gegen homosexuelle Lebensweisen diskriminierend seien und dabei wird vergessen, dass dennoch jeder das Recht auf einen eigenen Stadtpunkt zu jedem Thema hat und das dieser Standpunkt sich möglicherweise schon genauso früh im Bewusstsein dieses Menschen gebildet hat, wie sich die liberale Sichtweise des anderen Menschen entwickelt hat – durch Erlerntes und Prägung usw.

Es wird immer so sein, dass wir nicht alle der gleichen Meinung sind – und das ist nicht schlimm, denn das nennt man Vielfalt. Nicht zuträglich ist diesem Umstand aber, dass durch Unwissenheit Angst geschürt wird. Mit Angst kann ich keine Akzeptanz entwickeln. Angst wird mich immer wieder dazu verleiten, an überalteten Vorstellungen festzuhalten, damit ich um nichts in der Welt das Risiko eingehen muss von eben dieser Angst, die ich doch schon so gut kenne, abzulassen.

Da behalten viele Menschen lieber überaltete Denkansätze bei und beschneiden alle die, die nicht in ihre vorgefertigte Norm passen. Aber hätte so denn das, was diesen Planeten ausmacht, jemals eine Chance gehabt? Würde es all das geben, wenn die Natur so engstirnig gewesen wäre? Wie hätte sich aus einem einzelligen Lebewesen so mannigfaltiges Leben entwickeln können, wenn nicht all das, was sich oberflächlich unterscheidet dennoch gegenseitig akzeptiert? Wie hätte denn aus einer Samen- und einer Eizelle beispielsweise eine Herzzelle werden sollen. Eizelle und Samenzelle hätten der Herzzelle zu verstehen gegeben, dass sie leider nicht zur normgerechten Form des Bündnisses aller Samen- und Eizellen passt und daher keinerlei Erlaubnis hat, sich zu vermehren…? Ja, das ist ein sehr simplifiziertes Beispiel, aber genau das sind doch die Mechanismen, die von allen Seiten in solchenKonflikten bedient werden.
Norm und Normierung bringt nur selten Veränderung, aber nur Veränderung kann Fortschritt und Wachstum sein.

Wir müssen nicht toll finden, wie andere ihr Lebenführen. Wenn wir aber wollen, dass man uns so leben lässt, wie wir es selber für richtig halten, können wir dies auch nur von den Menschen erwarten, denen wir die gleiche unbefangene und wertneutrale Akzeptanz entgegenbringen. Sonst erwarten wir von unserem Gegenüber mehr, als wir bereit sind zu geben. Das bedeutet Ungleichgewicht und ein Ungleichgewicht kann niemals zur vollkommenen Zufriedenheit führen. Wenn wir aber diese gegenseitige Akzeptanz walten lassen, bedarf es nur einer weiteren Regel für Harmonie: Tu nur das, was Dir gut tut, solange Du damit niemand anderen wissentlich verletzt, einschränkst oder ausgrenzt.